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„Sauberkeit und Eigensinn. Hygieneerziehung und kultureller Wandel von 1960 bis 1989/90 im geteilten Deutschland“.

Habilitationsprojekt am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde von Dr. Diana Egermann-Krebs.

MentorInnen: Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Prof. Dr. Günther Kronenbitter; Prof. Dr. Michael Simon (Universität Mainz)

Hygieneskandale in Krankenhäusern, EHEC-Erreger auf Gemüse oder legionellenverseuchte Fußballstadien sowie durch übermäßige Hygiene ausgelöste Allergien – das sind heute die Themen, die als skandalöse Aufhänger Tageszeitungen, Illustrierte und Onlinemagazine zum Thema „Hygiene“ füllen. Diskurse um und Streitigkeiten über ein Zuwenig oder ein Zuviel an Hygiene beschäftigen die Menschen. Aber woher kommen die Einstellungen zur Hygiene? Welche Vorstellungen werden von medizinischer und staatlicher Seite propagiert und welche Vorstellungen sind handlungsleitend für die Bevölkerung?

Das Habilitationsprojekt analysiert vorwiegend auf der Basis archivalischer Quellen, wie der Staat als „exogene Dominante“ (Wiegelmann) Einfluss auf den Alltag der Bevölkerung und somit auf die kulturelle Entwicklung nehmen kann. Dabei wird auch der Austausch zwischen der Bevölkerung und dem Staat in den Blick genommen, um sogenannte ,Top-downʻ und ,Bottom-upʻ Prozesse zu erkennen. Untersucht werden im Zeitfenster von 1960 bis 1989/90 die staatlichen Vorgehensweisen zur Hygieneaufklärung und -erziehung der Bevölkerung in der BRD und in der DDR.

Das Thema und die in der Habilitation gestellten Fragen sind angesiedelt im Bereich der volkskundlichen Gesundheitsforschung. Sie changieren im Spannungsfeld von Gesundheit und Prävention. Der Fokus liegt auf den konkreten Hygienemaßnahmen und der Hygieneerziehung. Um dazu auch einen näheren Einblick in die Vorstellungen der Bevölkerung zu bekommen, werden die archivalischen Quellen ergänzt durch qualitative Interviews verschiedener Akteure aus Ost und West.

 

Kontakt: diana.egermann-krebs@philhist.uni-augsburg.de