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Stendhal: Le rouge et le noir (1830) PS


Titel: Stendhal: Le rouge et le noir (1830) PS
Dozent(in): Simone Clara Baum
Termin: Di. 15.45-17.15
Gebäude/Raum: 2006, Geb. D
Anmeldung: Über Digicampus. Die Anmeldung zur Veranstaltung ist verbindlich.
Modulsignatur: BacFran14-LW, Nr. 2 WBFran, Nr. 2 GyFran13-LW, Nr. 3 RsFran13-LW, Nr. 1 RsFran13-LW, Nr. 2


Inhalt der Lehrveranstaltung:

Julien Sorel stammt aus einfachen Verhältnissen und gelingt aufgrund seiner Begabungen schon bald der gesellschaftliche Aufstieg. Während er anfangs noch den Weg der Kirche wählt, so bringt ihn die Liebe zur Mme de Rênal, die Frau des Bürgermeisters schon bald in Schwierigkeiten. Mit vielen Umwegen, über einen weiteren Aufenthalt im Priesterseminar, gelangt er in eine angesehene Stellung als Sekretär beim Marquis de la Mole und über die Liebe zu seiner Tochter Mathilde de la Mole in den Adelsstand, die Armee und schließlich ins Gefängnis. Der Untertitel Chronique du XIXe siècle deutet darauf hin, dass der Text eine Wirklichkeitserzählung zu sein beansprucht und in der Tat wird Stendhal oft zusammen mit Balzac und Flaubert zu den Hauptvertreter der Epoche des Realismus (1830-1870) gezählt. Stendhals Romane wurde von Zeitgenossen und der Forschung nicht immer ohne Zweifel dem Realismus zugeordnet. Beispielsweise wurde angemerkt, dass er teilweise zu sehr in den Traditionen des 18. Jahrhunderts stünde, sein Realismus nicht „konsequent“ genug wäre oder man schrieb ihm eine eigene Sonderform, einen „subjektiven Realismus,  zu. Im Seminar werden die verschiedenen Realismuskonzepte zu Stendhal, die sich in der Forschung seit den 1950ger Jahren halten, kritisch diskutiert werden. Ausgehend von Stendhals Differenzen zu Repräsentationsmodellen seiner Zeit wird ferner der Versuch unternommen, die erwähnten „Inkonsequenzen“ positiv zu wenden und anstelle einer (negativen) Abweichung, vielmehr ihr Potential für die realismuskritische, moderne Literatur herauszustellen. Insbesondere moderne Autoren des beginnenden 20. Jahrhunderts wie Gide und Proust fanden in Stendhals Werken wichtige Impulse. Die Seminararbeit wird sich auf Le rouge et le noir konzentrieren und darüber hinaus weitere Texte des Autors in Ausschnitten mit einbeziehen. Die Lektüre von Le rouge et le noir sollte darum bis zum Semesterbeginn möglichst weit fortgeschritten sein.

Leseempfehlung für die Semesterferien:

Stendhal: Le rouge et le noir. Gallimard – folio classique, n°3380, ISBN: 9782070412396.

 

Die Anmeldung übe Digicampus zur Veranstaltung ist verbindlich.

 


Literatur zur Lehrveranstaltung:

Crouzet, Michel: Le rouge et le noir: Essai sur le romanesque stendhalien, Paris 1995.

Meier, Franziska: Leben im Zitat. Zur Modernität der Romane Stendhals, Tübingen: 1993 (Romanica Monacensia 41).

Nerlich, Michael: Le rouge et le noir (1830) und La Chartreuse de Parme (1839), in: Friedrich Wolfzettel (Hg.): 19. Jahrhundert: Roman, Tübingen 1999, S. 67-108.


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: ab dem 2. Semester
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Romanische Literaturwissenschaft / Französisch
Beginn der Lehrveranstaltung: Beginn: 2. Semesterwoche
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: PS - Proseminar
Leistungspunkte: 2-6
Prüfung: Referat / Hausarbeit
Semester: WS 2012/13