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Marguerite de Navarre: Heptaméron (PS)


Titel: Marguerite de Navarre: Heptaméron (PS) auch für Magisterstudierende Romanische Literaturwissenschaft Französisch geeignet; auch für nicht-modularisiertes Lehramtsstudium (Gymnasium, Realschule Französisch) geeignet
Dozent(in): Simone Clara Baum
Termin: Achtung: Raumänderung! (Der ursprünglich beantragte Raum wurde von der Verwaltung nicht zugeteilt) vorläufiger Ersatztermin: Di 17.30-19.00
Gebäude/Raum: 2130
Anmeldung: über Digicampus
Modulsignatur: BacFran14-LW, Nr. 2 WBFran, Nr. 2 GyF13-LW, Nr. 3 RsF13-LW, Nr. 1 RsF13-LW, Nr. 2 BacFran132-LW BacWB Fra-Lit GyF 141-LW GyF 142-LW RsF 140-LW BacVL13-FR, Nr. 2 BacVL13-FR, Nr. 3 BacVL132-FR


Inhalt der Lehrveranstaltung:

Überrascht von einem gewaltigen Unwetter in den Pyrenäen finden Reisende in einem Kloster Zuflucht und beschließen in Anlehnung an Boccaccios Decamerone sich die Wartezeit durch gemeinsames Geschichtenerzählen zu verkürzen. Mit dieser Rahmenerzählung eröffnet Marguerite de Navarre ( 1492-1549) die Novellensammlung Heptaméron und lässt während einer Woche Wartezeit insgesamt 72 Geschichten von ihren Hauptfiguren erzählen.

Geschichtenerzählen in einer Gruppe entspricht auch der Lesesituation im 16. Jahrhundert: unterhaltende Literatur wurde nicht in stiller Lektüre rezipiert, sondern in der Gruppe (vor-) gelesen und anschließend auch gerne rege diskutiert. Diese gemeinschaftliche Rezeptionssituation wird im Heptameron in gewisser Weise bereits vorweggenommen: die vorgetragenen Geschichten werden aus unterschiedlichen Perspektiven bereits innerhalb der Fiktion von den Wartenden kommentiert und verschieden gedeutet. Der Einbezug der Diskussionen und die Abbildung einer Meinungsvielfalt innerhalb der Fiktion stellt einen entscheidenden Unterschied zum Decameron dar, wo die erzählten Geschichten nur sehr kurz kommentiert werden. Die besondere Berücksichtigung der  Meinungsvielfalt  im Heptaméron steht in der französischen Renaissance für eine geistige Strömung, die auf eine offene und für uns sehr moderne Weise unterschiedliche Deutungen von Literatur zulässt und damit Diskussionen geradezu zum Programm der Rezipienten macht. Im Seminar wird darum die Beschäftigung mit der Zuhörer- bzw. Leser-Funktion in und außerhalb des Textes im Vordergrund stehen und dazu werden verschiedene moderne Theorien zur Rolle des Lesers herangezogen.


Literatur zur Lehrveranstaltung:

Zur Anschaffung wird folgende Ausgabe empfohlen:

Marguerite de Navarre: LHeptaméron, éd. par Simone de Reyff, Paris: Flammarion 1999 (GF 355) (frühere Auflagen können ebenfalls verwendet werden).

 

Einführende Lektüre:

Bideaux, Michel: Marguerite de Navarre „L'Heptaméron“: De l'enquête au débat, Mont-de-Marsan: Ed. interuniversitaires 1992.

Cazauran, Nicole: „L'Heptaméron face au Décaméron“, in: Jean Bessière et Philippe Daros: La nouvelle: Boccace, Marguerite de Navarre, Cervantès, Paris: Champion 1996, p. 69-109.

Jeanneret, Michel: „Modular Narrative and the Crisis of Interpretation“, in: John D. Lyons and Mary B. McKinley: Critical Tales: New Studies of the Heptameron and Early Modern Culture, Philadelphia: University of Pennsylvania Press 1993, p. 85-103.

Thomine-Bichard, Marie-Claire et Véronique Montagne: Marguerite de Navarre „L'Heptaméron“, Neuilly: Atlande 2005.


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: ab dem 2. Semester
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Romanische Literaturwissenschaft / Französisch
Beginn der Lehrveranstaltung: Beginn: 2. Semesterwoche
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: PS - Proseminar
Leistungspunkte: 2-6
Semester: SS 2013