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Hinweise für literaturwissenschaftliche Hausarbeiten

 

Themenvergabe

Die Themenvergabe erfolgt in Rücksprache mit dem jeweiligen Lehrenden im Rahmen des Seminars.

 

Kriterien bei der Erstellung von wissenschaftlichen Hausarbeiten

-      Aufbau und Gliederung: die Arbeit soll möglichst problemorientiert strukturiert sein und das bearbeitete Thema sinnvoll in einzelne analytische Aspekte untergliedern. Es gibt dabei keine eindeutig vorgegebene und invariable Struktur für eine ‘perfekte’ Arbeit, die Sie einfach nur auf Ihr Thema anwenden könnten. Vielmehr determiniert die selbst gewählte Problemstellung Struktur und Aufbau Ihrer Arbeit. Fragen Sie sich daher immer nach dem Bezug Ihrer Aus­führungen zur Fragestellung, die Sie bearbeiten.

-      Literaturrecherche und Verarbeitung von Sekundärliteratur: das selbstständige Recherchieren von Forschungsliteratur zur gewählten Fragestellung ist Teil der Aufgabe einer wissenschaft­lichen Arbeit. Achten sie beim Umgang mit der Forschung auf:

-      Aktualität/ Relevanz der benutzten Sekundärliteratur.

-      kritischen Umgang mit der Sekundärliteratur, d.h. übernehmen Sie nicht einfach fraglos Positionen der Forschung, sondern begründen Sie Ihre eigene Haltung dazu. Die Basis Ihres Urteils sollte dabei eine gründliche Textkenntnis sein.

-      Transparenz: dokumentieren Sie möglichst genau, wie Sie mit der Forschung gearbeitet haben. Außer in Form direkter Zitate kann dies auch durch Übernahme von einzelnen Ar­gumenten oder Referat wichtiger Ergebnisse der Forschung u.ä. geschehen. Nutzen Sie da­bei auch die Möglichkeit von Fußnoten, die gerade auch dieser Dokumentation des Um­gangs mit der Forschung dienen.

-      Textanalyse und Interpretation: Literaturwissenschaftliches Arbeiten unterscheidet sich von der Arbeit des Historikers durch die Analyse literarischer Texte. Bei kulturwissenschaftlichen Fragestellungen können neben Texten auch andere Medien oder kulturelle Artefakte untersucht werden. Je nach gewählter Frage­stellung können und sollen Sie auch kulturelle, historische und geistesgeschichtliche, evtl. auch biographische Kontexte mit in die Analyse einbeziehen, die kontextuellen Informationen soll­ten dann jedoch eine explizite Funktion für das Verständnis der von Ihnen zu behandelnden Texte, Medien oder Artefakte besitzen. Entscheidend für die Analyse von Texten sind gründliche Textkenntnisse, die Sie durch direkte Zitate/ Paraphrasieren ausgewählter Textstellen dokumentieren und die Qualität Ihrer Argumentation. Grundsätzlich gilt: Es gibt keine absolut ‘richtige’ Interpretati­onsmethode, sondern nur gut begründete oder weniger gut begründete Interpretationen. Ver­suchen Sie, nicht nur Textinhalte (Handlung) zu referieren, sondern vor allem Bedeutungs­elemente und -strukturen herauszuarbeiten.

-      Ausdruck und Stil: Wissenschaftlichkeit impliziert neben einer fehlerfreien Sprachbeherr­schung vor allem Sachlichkeit (wo Sie subjektiv urteilen, sollten Sie dies reflektieren und be­gründen), einen präzisen Begriffsgebrauch und die Beherrschung grundlegender Fachtermini.

 

Umgang mit den Quellen

Der Umgang mit den Quellen ist der entscheidende Punkt, an dem wissenschaftliches Arbei­ten sich von anderen Textformen sich am deutlichsten unterscheidet und sich der Standard von Wissenschaftlichkeit entscheidet. Zum Standard von Wissenschaftlich gehört insbeson­dere: 

-      Transparenz im Umgang mit den Quellen, aus denen Sie ihr Wissen beziehen: Alle Quellen, aus denen sie direkt oder indirekt zitieren, müssen auch als Zitate gekennzeichnet sein. Indirektes Zitieren heißt, dass sie ein Zitat aus einer Quelle übernehmen und nicht selbst in Augenschein genommen haben. Das müssen Sie entsprechend offenlegen (durch Angabe der Quelle, aus der das Zitat stammt und der Quelle, aus der Sie selbst das Zitat übernommen haben). Indirekte Zitate sollten eigentlich nur dann erfolgen, wenn die Ur­sprungsquelle schwer beschaffbar ist, denn die Regel wissenschaftlichen Arbeitens ist es, möglichst viel an den Quellen selbst zu überprüfen.

Jenseits bestimmter Formulierungen können und sollten natürlich auch Ideen und Thesen anderer von Ihnen verarbeitet werden. Auch solche Verarbeitungen sollen aber offen ge­legt werden, z.B. durch entsprechende Kommentierung in der Fußnote.

-      Überprüfbarkeit der Quellen: wissenschaftlicher Standard ist nicht nur, dass sie offen legen, wie sie die Quellen Ihres Wissens genutzt haben, sondern auch dafür sorgen, dass der Leser/ die Leserin Ihrer Arbeit möglichst eindeutig und leicht selbst auf die verwende­ten Quellen zurückgreifen kann. Daher müssen die Quellen eindeutig und einheitlich bibli­ographisch identifiziert werden können. Bei Quellen aus dem Internet reicht eine bloße URL (z.B. http: www.musterseite.de) dazu nicht aus, diese kommt zu den für Printquellen üblichen bibliographischen Angaben noch hinzu.

-      Zitierfähigkeit der Quellen: nicht alles muss oder zitiert werden. Grundsätzliches Krite­rium ist die Relevanz für die Beantwortung ihrer in der Hausarbeit gewählten Problem­stellung. Wann Miguel de Cervantes lebte, können Sie gegebenenfalls in Wikipedia oder dem Brockhaus nachschlagen, müssen aber trotzdem diese enzyklopädischen Informatio­nen nicht eigens belegen. Nur wenn die Enzyklopädie ihr Untersuchungsgegenstand ist oder Sie historisches Wissen daraus  rekonstruieren wollen sollten Sie derartige Quellen des Allgemeinwissens auch zitieren (z.B. würden Sie den Tesoro de la lengua castellena von Covarrubias zitieren, wenn Sie das Wissen in Spanien zu Beginn des 17. Jhdts. rekon­struieren wollen). Bei sogenannter „grauer Literatur“, die sich nicht in Universitätsbiblio­theken findet, sollten Sie vorsichtig sein. Nur wenn dies ihr Untersuchungsgegenstand ist (z.B. in einer Arbeit über Fanzines der 1980er Jahre) würden Sie solche Literatur als Quelle behandeln. Auch unveröffentlichte bzw. nicht autorisiert veröffentlichte wissen­schaftliche Quellen (wie z.B. Skripten oder Unterrichtsmaterialien, die unautorisiert im Netz zirkulieren) sind nicht zitierfähig. Insbesondere bei der Verwendung von Internet­quellen sollten Sie die Zitierfähigkeit der Quelle prüfen. Regel: je offizieller und dauer­hafter die Internetseite (z.B. Quellen aus institutionellen Fachportalen wie der Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes), desto eher ist sie zitierfähig.

 

Form der Arbeiten

Für die äußere Form eines wissenschaftlichen Textes gibt es keinen komplett einheitlichen Standard, faktisch bestimmen beim wissenschaftlichen Publizieren meist Herausgeber oder Verleger das genaue „Stylesheet“, das einzuhalten ist. Auch gibt es in den unterschiedlichen Disziplinen zum Teil unterschiedliche Konventionen, die sich historisch entwickelt haben. So werden in der romanistischen Literaturwissenschaft die Quellen aus dem romanischen Sprachraum immer in der Originalsprache zitiert und nicht übersetzt. Und so ist es in der romanistischen Literaturwissenschaft üblich (anders als z.B. in der Germanistik), beim Bibli­ographieren der Quellen neben der Ortsangabe auch den Verlagsort zu erfassen. Statt neben den vielen Einführungen und Handreichungen, die sie allgemein zur Form wissenschaftlichen Arbeitens in der Bibliothek oder im Internet finden können, noch eine weitere zu erstellen, raten wir daher dazu, sich an einem konkreten Modell zu orientieren, am besten direkt aus dem Fachgebiet der romanischen Literaturwissenschaft. In der Bibliothek finden sie regal­meterweise solche Modelle seriöser Wissenschaftstexte, die auch alle Standards des Wissen­schaftlichen erfüllen. Unabhängig vom genauen formalen Modell, das Sie heranziehen, muss Ihre Präsentation auf jeden Fall   

-      einheitlich und in sich kohärent sein: Egal, welche der wissenschaftlich gebräuchli­chen Zitationsformen Sie verwenden, Sie müssen sich für eine entscheiden und dann konsequent anwenden.

-      leichte Lesbarkeit garantieren: Denken Sie daran, dass sich Ihr Text an einen Leser adressiert und Sie diesen Leser zum Lesen motivieren und nicht davon abschrecken wollen. Ebenso unleserlich wie zu kleine Schriften sind auch zu große, die noch dazu den Eindruck erwecken, dass sie nur gewählt wurden, um mit wenigen Zeichen viel Platz füllen zu können.   

 

Abgabe der Hausarbeiten

  1. Bitte reichen Sie Ihre Hausarbeit dem Dozenten bis zum angegebenen Abgabetermin (in der Regel das Semesterende, also 31. März im WiSe, 30. September im SoSe) in elektro­nischer Form als pdf-Version ein. Unabhängig davon können die Lehrenden von Ihnen möglicherweise noch die zusätzliche Abgabe eines Ausdrucks fordern.

  2. Bitte geben Sie auf dem Deckblatt ihrer Hausarbeit neben den üblichen Angaben (Semin­ar-thema, Seminarleiter/-in, Titel der Arbeit, Autor/-in etc.) unbedingt auch an, in welche Modulprüfung Sie sich angemeldet haben.

  3. Zur Abgabe der Hausarbeit gehört auch die Abgabe einer eidesstattlichen Erklärung, die sie auf folgender Fakultätsseite finden: https://www.philhist.uni-augs­burg.de/fakultaet/formulare/formulare_studium/sammlung/eidesstattliche_versicherung.pdf

 

Bewertung von Hausarbeiten

Die Bewertung von Hausarbeiten erfolgt auf der üblichen Benotungsgrundlage. Die Benotung der Seminarleistungen kann neben der Hausarbeit alle weiteren im Seminar erbrachten Leis­tungen berücksichtigen. Dazu gehört auch die aktive Beteiligung. Physische Teilnahme an Seminaren ist zwar nicht rechtlich verbindlich, aber logisch die Voraussetzung für aktive Beteiligung

Die Notenskala wird dabei in ihrer vollen Breite berücksichtigt.

Sehr gut
bedeutet  eine Arbeit, die eine Leistung deutlich über das erwartbare Maß hinaus zeigt
Gut ist eine Arbeit, die den Erwartungen (siehe die obengenannten Kriterien) in allen Punkten voll entspricht und daher über den durchschnittlichen Anforderungen liegt
Befriedigend ist eine Arbeit, die den Erwartungen zwar grundsätzlich, aber nicht in allen Punkten voll entspricht
Ausreichend
ist eine Arbeit, die zwar grundsätzlich die Standards wissenschaftlichen Arbeitens erfüllt, aber den Erwartungen in wesentlichen Punkten nicht entspricht

Nicht ausreichend                 

ist eine Arbeit, die den Standards wissenschaftlichen Arbeitens aufgrund erheblicher Mängel nicht mehr genügt. Bei nicht ausreichender Leistung ist die Prüfung nicht bestanden. Fälle von intendiertem Plagiat werden dem Prüfungs­ausschuss gemeldet und haben Konsequenzen