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Veranstaltungen an der Juniorprofessur: "Transnationale Wechselbeziehungen: Deutschland und das östliche Europa"



Ausstellungseröffnung, 04.07.2019: #Postkartenfieber - Schwaben und die Bukowina in den Social Media um 1900

Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung am 4. Juli 2019 um 19:00 Uhr im Bukowina-Institut ein. „Erleben“ Sie die Postkarten eingebunden in einen musikalischen Dialog, präsentiert von Musizierenden des Leopold-Mozart-Zentrums der Universität Augsburg. Bei der Erkundung der Ausstellung stehen Ihnen die kuratierenden Studentinnen, Prof. Dr. Maren Röger und Sabine Sünwoldt als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Für das leibliche Wohl wird gesorgt! Der Eintritt ist frei!

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Die Postkarte wirkt aus der Zeit gefallen, aber ist sie wirklich so anders als ein Instagram-Post mit kurzer Message und Foto? Die Ausstellung illustriert mit historischen Postkarten aus der Bukowina und Schwaben, wie dieses besondere Medium die Gesellschaft im sogenannten „goldenen Zeitalter der Postkarte“ am Ende des 19. Jahrhunderts prägte. Der Vergleich der so unterschiedlichen Regionen Bukowina und Schwaben macht die europaweite Dimension des Phänomens „Postkarte“ deutlich. Die Ausstellungsobjekte stammen aus einer umfassenden Sammlung des Bukowina-Instituts, sowie aus regionalen Postkartenbeständen, die das Museum der Stadt Schwabmünchen und der Augsburger Sammler Franz Häußler zur Verfügung stellen.

Die Ausstellung entstand im Rahmen einer Übung der Juniorprofessur für „Transnationale Wechselbeziehungen: Deutschland und das östliche Europa“ unter der Leitung von Prof. Maren Röger. Dabei konnten sich die Studierenden selbständig in die Thematik der Postkarte einarbeiten und ein eigenes Ausstellungskonzept entwickeln, das graphisch von unseren Partnern Jürgen Kannler und Andreas Holzmann von a3kultur umgesetzt und in den Druck gebracht wurde.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Januar 2020 im Bukowina-Institut zu sehen (Montag bis Donnerstag, 9:00 – 12:30 und 13:00 – 16:00 Uhr). Der Eintritt ist frei.

Termin: 04.07.2019, um 19:00 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, Alter Postweg 97a im TONI-Park, 86159 Augsburg

Vortrag, 18.06.2019: "Viel Mischmasch mitgenommen": Die Umsiedlungen aus der Bukowina 1940 (PD Dr. Mariana Hausleitner, Berlin)

Im Herbst 1940 siedelte die Volksdeutsche Mittelstelle Deutsche aus der Nordbukowina um, die seit Ende Juni zur Sowjetunion gehörte. Durch die Intervention des deutschen Generalkonsuls aus Czernowitz wurden ebenfalls viele gefährdete Rumänen ins besetzte Polen gebracht. Im Anschluss begann auch die Umsiedlung der nicht bedrohten Deutschen aus der Südbukowina, weil
die Nationalsozialisten deutsche Siedlungsschwerpunkte an den Außengrenzen des Deutschen Reiches errichten wollten. Von den insgesamt 95.770 Umsiedlern aus der Bukowina kamen viele aus ethnisch gemischten Familien. Da diese nicht in Himmlers Plan zur Germanisierung passten, verblieben viele bis 1945 in den Lagern. Diejenigen, die angesiedelt wurden, sahen, wie ihretwegen zehntausende Polen vertrieben wurden.

Mariana Hausleitner studierte Geschichte, Politologie und Russistik in Berlin und promovierte zur „Nationalen Frage in der rumänischen Arbeiterbewegung vor 1924“ an der Universität Bremen. Einschlägige Publikationen zur Bukowina folgten. Hausleitner stellt an diesem Abend ihr im November 2018 erschienenes Buch vor.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Der Eintritt ist frei!

Termin: 18.06.2019, 18:15 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, Alter Postweg 97a im TONI-Park, 86159 Augsburg



Vortrag, 09.05.2019: "Der Holocaust in der Ukraine" (Prof. Dr. Dieter Pohl, Klagenfurt)

Der Holocaust in der Ukraine ist bei uns nahezu unbekannt, sieht man einmal vom Massaker von Babi Jar in Kiew, bisweilen auch vom Ghetto Lemberg ab. Aber ein Viertel aller Opfer des Massenmordes an den europäischen Juden stammt aus jenem Gebiet, das heute zur Ukraine gehört. Besonders in der Westukraine befanden sich viele große jüdische Gemeinden, in manchen Kleinstädten machten Juden die Hälfte der Bevölkerung aus. Die Kultur und Traditionen der jüdischen Gemeinden unterschieden sich erheblich, je nachdem, ob sie vorher zu Polen, zur Tschechoslowakei, zu Rumänien oder zur Sowjetunion gehörten. Unmittelbar nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion begann der Massenmord an den Juden in der Ukraine, vor allem zwischen August 1941 und November 1942 wurden nahezu alle jene ermordet, die die deutschen (und rumänischen) Besatzer als Juden ansahen. Im Vortrag soll der Kenntnisstand über den Holocaust in der Ukraine nachgezeichnet, aber auch wichtige Fragen erörtert werden, so nach der Reaktion der Juden und dem Verhalten der nichtjüdischen Gesellschaft unter einer radikalen Besatzung.

Dieter Pohl ist Universitätsprofessor für Zeitgeschichte mit besonderer Berücksichtigung Ost- und Südosteuropas an der Universität Klagenfurt. Er ist einer der renommiertesten Experten auf dem Feld des nationalsozialistischen Judenmords und der Besatzungsherrschaft im östlichen Europa.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Augsburg Schwaben, dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte und dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin statt.

Der Eintritt beträgt 5 Euro; für Studierende ist der Eintritt frei.

Termin: 09.05.2019, 18:15 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, Alter Postweg 97a, 86159 Augsburg

Ausstellung, 25.04.2019: "Umstrittene Geschichte – Spurensuche im ehemaligen Jugoslawien (Bosnien-Herzegowina und Serbien)"

Am 25. April um 19:00 Uhr ist es soweit - nur ein knappes halbes Jahr nach unserer Exkursion in Serbien und Bosnien und Herzegowina haben wir (wir, das sind drei Exkursionsteilnehmerinnen) unsere Eindrücke und Entdeckungen in eine Fotoausstellung gepackt, die wir mit euch eröffnen wollen. An unserer Vernissage nehmen wir euch nochmal zu den spannendsten Stationen unserer Reise mit, die wiederum bei uns Spuren hinterlassen haben. Als kompetente „Reiseführer“ geben uns zuvor die Professoren Frau Maren Röger und Herr Günther Kronenbitter eine thematische Einführung in die Region. Das Ganze wird ca. 45 Minuten dauern, für authentische „Reiseverpflegung“ und Musik ist gesorgt.

Im Zuge einer universitären Exkursion entstand eine Sammlung aussagekräftiger Fotografien, welche die Spuren der Konfliktgeschichte einer multiethnischen Region einzufangen versuchen. Durch Treffen mit ZeitzeugInnen, HistorikerInnen sowie AkteurInnen der Zivilgesellschaft ergab sich auf der Reise ein Einblick in das interreligiöse und interkulturelle Alltagsleben der Bevölkerung. StudentInnen dokumentierten aus ihrem Blickwinkel das Gebiet, das vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart immer wieder Brennpunkt internationaler Krisen war.

Die Vernissage findet am 25.04.2019 um 19:00 Uhr statt. 

Der Eintritt ist frei.

Termin: Donnerstag, 25.04.2019 - Donnerstag, 26.09.2019
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, Alter Postweg 97a, 86159 Augsburg

Vortrag, 31.01.2019: "Die Suche nach dem richtigen Wort. Probleme beim Übersetzen von Aharon Appelfeld ins Deutsche" (Anne Birkenhauer, Essen)

Der Suche nach dem richtigen Wort hat sich Anne Birkenhauer, Dozentin und Übersetzerin hebräischer Sprache verschrieben. Biblische Anspielungen und die Mehrstimmigkeit in hebräischer Literatur weisen eigene Charakteristiken auf, die bei der Übersetzung ins Deutsche berücksichtigt werden müssen. Anhand der Werke des Bukowiners Aharon Appelfeld gibt Birkenhauer einen Einblick in die Herausforderungen eines Übersetzers der hebräischen Sprache. Die vielfach ausgezeichnete Werke Aharon Appelfeld thematisieren immer wieder das Schicksal der jüdischen Bevölkerung in einem multiethnischen Raum.

Anne Birkenhauer, geboren 1961 in Essen, studierte Judaistik und Germanistik an der Freien Universität Berlin. Sie leistet einen wichtigen und wertvollen Beitrag zum kulturellen Verständnis für die Gesellschaft Israels und wurde hierfür mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Prof. Dr. Bettina Bannasch und Prof. Dr. Alfred Wildfeuer, Universität Augsburg, statt.

Termin: Donnerstag, 31.01.2019, 11:00 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg
Der Eintritt ist frei.

Film, 30.01.2019: "Spuren verschwinden" (Walo Deuber)

„Alles war jiddisch. Und Jiddisch ist meins“, so lautet eine der vielen Aussagen von Überlebenden des Holocausts in der Ukraine. Zeitzeugen stehen in Walo Deubers Dokumentarfilm „Spuren verschwinden“ im Zentrum. Die Zuschauer erfahren von den unterschiedlichen Facetten des Lebens, von Lieben und Leiden. Klezmermusik erklingt und die jiddische Sprache ertönt, die einst mit zwölf Millionen Sprechenden eine Weltsprache war. Im Film eingeschobene literarische Texte von Joseph Roth, Rose Ausländer und Paul Celan verdeutlichen die Bedeutung dieses kulturellen Erbes.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Prof. Dr. Bettina Bannasch und Prof. Dr. Alfred Wildfeuer, Universität Augsburg, statt.

Termin: Mittwoch, 30.01.2019, 19:00 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg
Der Eintritt ist frei.

Konzert, 29.01.2019: Schattenspieler Schostakowitsch - Zwischen künstlerischer Freiheit und ideologischem Zwang

Wie kann ein Künstler unter dem Druck des sowjetischen Regimes bestehen, ohne seine Identität aufzugeben? Erleben Sie einen Konzertabend mit den vielfältigen Werken von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), einem Komponisten, der sein Leben lang den politischen Zwängen gerecht werden musste und doch seine eigene Musik und Geschichte schrieb.

Mitwirkende: Studierende Klavier-, Instrumental- und Vokalklassen des Leopold-Mozart-Zentrums der Universität Augsburg, Master Musikvermittlung/Konzertpädagogik

18:00-18:45 Uhr: Historische und musikwissenschaftliche Einführung, LMZ, Raum 005, (Limbächerhaus, 3. Stock): Alexander Weidle M.Ed. (Bukowina-Institut), Rahel Blick, Lioba Gebhardt, Stefanie Keßler, Susanne Müller, Mateusz Phouthavong (Master Musikvermittlung/Konzertpädagogik)

In der Pause findet ein Ausschank russischer Spezialitäten statt.

Termin: Dienstag, 29.01.2019, 19:00 Uhr (18:00 Uhr Einführung)
Ort: Leopold-Mozart-Zentrum, Konzertsaal
Der Eintritt ist frei.

Ausstellung, 17.01.-20.06.2019: In schwindendem Licht. Jüdische Spuren im Osten Europas (Von Christian Herrmann)

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Jüdischer Friedhof in Gura Homorului, Rumänien (Foto: Christian Herrmann)


Ausstellungseröffnung, 17.01.2019: Konzert des Chores der ehemaligen Synagoge Kriegshaber unter der Leitung von Kantor Nikola David und mit einer inhaltlichen Einführung von Dr. Katharina Haberkorn (Augsburg).

Im Osten Europas, in einem Gürtel zwischen Baltikum und Schwarzem Meer, lebte einst die Mehrheit der europäischen Juden. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie von den deutschen Besatzern und ihren Helfern nahezu vollständig ermordet. Geblieben sind die Spuren früheren jüdischen Lebens: zerstörte oder zweckentfremdete Synagogen, überwucherte Friedhöfe, Grabsteine im Straßenpflaster, Spuren von Haussegen an den Türpfosten.

Die Fotoausstellung richtet ihren Blick auf Spuren jüdischen Lebens in der historischen Region Bukowina und ihren Nachfolgestaaten. Damit wollen wir zur weiteren Auseinandersetzung mit dem jüdischen Erbe der Bukowina anregen, die als das am stärksten multiethnisch und jüdisch geprägte Kronland der Habsburger Monarchie galt.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Augsburg Schwaben statt.

Termin: 17.01.19, 19:00 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg
Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Die Ausstellung ist bis zum 20. Juni 2019 im Bukowina-Institut zu sehen (Montag bis Donnerstag, 8:30 – 15:30 Uhr). Der Eintritt ist frei.

Die europäische Dimension des Holocaust (5): Konflikt und Kollaboration mit dem Achsenpartner: Vom Schutz jüdischer Bürger in den italienisch besetzten Gebieten bis zur Verhaftung der Juden in Italien (1943 – 1945)

Vortrag, 27.11.2018, 19.00 Uhr, von Dr. Sara Berger, Fondazione Museo della Shoah, Rom 

mit einer Einführung von Dr. Andrea Löw, stellvertretende Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin

Die italienische Politik war seit der Einführung der antijüdischen Gesetzgebung 1938 auf den vollständigen Ausschluss der jüdischen Bevölkerung aus der italienischen Gesellschaft ausgerichtet. Dennoch verwehrte sich das faschistische Regime bis 1943 vehement dem mörderischen Kurs des deutschen Bündnispartners, schützte die italienischen Jüdinnen und Juden im Ausland vor Entrechtung und Deportation und lieferte sie aus den italienisch besetzten Gebieten in Südosteuropa und Südfrankreich nicht aus.

Nach der deutschen Besetzung Italiens im September 1943 radikalisierte sich die Judenpolitik des faschistischen Regimes: Während der sogenannten Republik von Salò (Italienische Sozialrepublik, RSI) wurden tausende Jüdinnen und Juden durch italienische Einsatzkräfte verhaftet, in Gefängnissen und Lagern interniert und den Deutschen zur Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz und andere Lager ausgeliefert.

Die Referentin hat den Beitrag zu Italien im 14. Band von Die Verfolgung und Ermordung der Europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland (VEJ) verfasst.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Bukowina-Institutes mit dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und dem Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben.

Ort: Festsaal der Synagoge im Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben
Eintritt: 5,00/3,00 Euro

Vortrag, 12.12.2018: Polens vergessene Verfassungen. Von der Maikonstitution 1791 bis heute

Vortrag, 12.12.2018: Polens vergessene Verfassungen. Von der Maikonstitution 1791 bis heute (Prof. Dr. Maren Röger)

1791 verabschiedeten die polnischen Stände die erste Verfassung Europas, deren Entstehungskontext und Bedeutung kaum bekannt ist. Der Vortrag stellt die Grundideen des Textes vor und beleuchtet dessen Nachgeschichte über einen langen Zeitraum: Wie wurde während der polnischen Teilungen und der Zweiten Republik an diese Verfassung erinnert? Welchen Stellenwert hat der frühneuzeitliche Text heute? Abschließend stehen aktuelle Diskussionen um die Verfassung und das Verfassungsgericht in unserem Nachbarland im Fokus.

Prof. Dr. Maren Röger ist Geschäftsführerin des Bukowina-Instituts und Juniorprofessorin an der Universität Augsburg, wo sie zur Geschichte Ostmitteleuropas (insbesondere der Bukowina und Polens) forscht.

Termin: 12.12.18, 18.15 Uhr
Ort: Hörsaal II der Universität Augsburg

Vortrag, 29.11.2018: Die Bukowina und das Jahr 1918. Eine Region, ihre Institutionen und ihre Gesellschaft am Übergang

Vortrag, 29.11.2018: Die Bukwowina und das Jahr 1918. Eine Region, ihre Institutionen und ihre Gesellschaft am Übergang
(Prof. Dr. Kurt Scharr, Innsbruck)

Als die Buk5. Bild zu Vortrag Bukowina und 1918 29.11.2018owina 1918 zu Rumänien kam, schrieb die bukowinische Zeitschrift Monitorul Bucovinei: „Se va întroduce timpul de Bucureşti înaintându-se orarul cu un ceas“ – “Es wird die Bukarester Zeit eingeführt und die Uhr um eine Stunde vorgestellt”. Für die Bukowina, die bis dahin zur Habsburgermonarchie gehört hatte, markierte die Einführung der osteuropäischen Zeit und die Ausrichtung auf die Hauptstadt des rumänischen Königreiches mehr als symbolisch den Anbruch einer neuen Zeit. Nach 1918 begann ein komplizierter Prozess der Entflechtung und Umorientierung, der sich über die gesamte Zwischenkriegszeit hinzog. In administrativer Hinsicht war dieser Vorgang bis 1940 weitgehend abgeschlossen, nicht jedoch gesellschaftlich. Der Vortrag betrachtet Neuausrichtung und Anpassung der Bukowina, ihrer Institutionen und Gesellschaft auf den nach 1918 im Entstehen begriffenen rumänischen Zentralstaat. Prof. Dr. Kurt Scharr ist Professor für Österreichische Geschichte an der Universität in Innsbruck. Er ist einer der ausgewiesenen Kenner der bukowinischen Geschichte. Aktuell forscht er über den griechisch-orientalischen Religionsfonds der Bukowina.

Termin: 29.11.2018, 18:15 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, Alter Postweg 97a, 86159 Augsburg

Kooperationsveranstaltung mit FORUMOST.

Vortrag, 12.07.2018: Geblieben als Tschechen, verfolgt als Deutsche: Deutsch-tschechische Kinder in den ersten Jahren der Nachkriegstschechoslowakei


Vortrag, 12.07.2018: Geblieben als Tschechen, verfolgt als Deutsche: Deutsch-tschechische Kinder in den ersten Jahren der Nachkriegstschechoslowakei (Michal Korhel, M.A., Universität Augsburg und Universität Ústi nad Labem)

In der Zwischenkriegszeit waren gemischte Ehen zwischen Deutschen und Tschechen in der Tschechoslowakei nichts Ungewöhnliches und von staatlicher Seite gerne gesehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch standen sie der neuen Politik der „nationalen Säuberung“ im Wege, welche an gemischten Familien und deren Kindern scheiterte, da diese weder deutsch noch tschechisch waren. Ursprünglich sollten sie der Beweis einer gelungenen Integration sein, wurden aber oft in der nach dem Krieg gespaltenen Gesellschaft als potentielle Feinde und Verräter empfunden. Wieso aber die meisten von ihnen dennoch in der Tschechoslowakei bleiben durften und was für Konsequenzen daraus resultieren, sind die Hauptfragen, welche im Vortrag beantwortet werden.

Michal Korhel hat (Neuere) Geschichte in Berlin, Jena und Moskau studiert. Derzeit ist er Doktorand der Universitäten in Augsburg und Ústí nad Labem sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter im Marie Skłodowska-Curie Innovative Training Network „Children Born of War – Past, Present and Future“. In seiner Forschung beschäftigt er sich hauptsächlich mit deutsch-tschechischen Kindern in Politik und Gesellschaft der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg.

Termin: 12.07.2018, 18:15-19:45 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, Alter Postweg 97a, 86159 Augsburg

Vortrag, 03.07.2018: Die Juden Bulgariens zwischen Deportation und Überleben


Die europäische Dimension des Holocaust – Eine Vortragsreihe des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben in Kooperation mit dem Bukowina-Institut an der Universität Augsburg

Teil III: Die Juden Bulgariens zwischen Deportation und Überleben (Referentin: Souzana Hazan, Jüdisches Kulturmuseum-Augsburg-Schwaben)

1941 trat Bulgarien dem Dreimächtepakt bei, um im Gegenzug Unterstützung für seine Gebietsansprüche gegenüber den Nachbarstaaten zu erhalten. Auch ohne einen traditionellen Antisemitismus hatte die bulgarische Führung bereits vor diesem Schritt eine antijüdische Gesetzgebung erlassen, die sie in den Folgejahren weiter ausbaute. Im März 1943 lieferte Bulgarien 11.300 Juden aus den besetzten Gebieten in Mazedonien und Thrazien an das Deutsche Reich aus, von denen keiner überlebte. Die Deportation der Juden aus dem Kernland wurden jedoch angesichts von Protesten und der sich abzeichnenden deutschen Kriegsniederlage gestoppt. So überlebten 49.000 bulgarische Juden den Krieg. Der Vortrag zeichnet die Geschichte in ihrer Entwicklung nach und geht der Frage nach den Handlungsspielräumen und sich wandelnden Motiven der bulgarischen Führung nach. Er geht auch auf die Nachkriegsgeschichte, als sich das sozialistische Bulgarien zum einem „Land der Retter“ stilisierte.

Termin: 03.07.2018, 19:00 Uhr
Ort: Festsaal der Synagoge Augsburg, Halderstr. 6-8, 86150 Augsburg
Eintritt: 5,00/3,00 Euro

Vortrag, 20.06.2018: Stand der Holocaustforschung


Vortrag, 20.06.2018: Stand der Holocaustforschung (Prof. Dr. Frank Bajohr, IfZ München)

Im Rahmen eines Vortrages wird Prof. Dr. Frank Bajohr über die aktuellen Ansätze der Holocaust-Forschung sprechen und die Haupttendenzen hervorheben.

Prof. Dr. Frank Bajohr studierte Geschichte, Sozial- und Erziehungswissenschaften an der Universität Essen. Seine Forschungsinteressen liegen in der Geschichte des Holocaust und der NS-Zeit, sowie in der Geschichte des Antisemitismus. Aktuell ist Prof. Dr. Bajohr wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Holocaust-Studien im IfZ München.

Termin: 20.06.2018, 18:15-19:45 Uhr
Ort: Universität Augsburg, Raum D 2128

Kooperationsveranstaltung mit dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte (Prof. Dr. Dietmar Süß).

Vortrag, 19.06.2018: Die Verfolgung und Ermordung der slowakischen Juden


Die europäische Dimension des Holocaust – Eine Vortragsreihe des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben in Kooperation mit dem Bukowina-Institut an der Universität Augsburg

Teil II: Die Verfolgung und ermordung der slowakischen Juden (Referentin: Barbara Hutzelmann, München)

Die von Hitlers Gnaden 1939 gegründete Slowakische Republik war einer der engsten Verbündeten des nationalsozialistischen Deutschlands. Mittels umfassender antisemitischer Gesetze schloss die slowakische Regierung die etwa 89.000 Jüdinnen und Juden vollständig aus der Gesellschaft aus, entrechtete und beraubte sie. Ohne deutschen Druck erklärte sich die Slowakei zur Deportation der jüdischen Bevölkerung bereit – zwischen März und Oktober wurden fast 58.000 slowakische Juden in die Vernichtungslager und in die Gettos im Distrikt Lublin verschleppt, nur wenige von ihnen überlebten. Nach dem Ausbruch des slowakischen Nationalaufstandes im Herbst 1944 rückten aufgrund des Hilfsansuchens der slowakischen Regierung Wehrmacht und SS-Einsatzkommandos in das Land ein und verfolgten erbarmungslos die noch lebende jüdische Bevölkerung und deportierten tausende bis April 1944 in die deutschen Konzentrationslager.

Termin: 19.06.2018, 19:00 Uhr
Ort: Festsaal der Synagoge Augsburg, Halderstr. 6-8, 86150 Augsburg
Eintritt: 5,00/3,00 Euro

Ausstellungseröffnung, 18.06.2018: Tragische Erinnerungsorte – Geschichten aus Nordböhmen


Ausstellungseröffnung, 18.06.2018: Tragische Erinnerungsorte – Geschichten aus Nordböhmen. Mit einem Einführungsvortrag von Maja Konstantinović (Antikomplex).

Antikomplex, eine NGO in Tschechien, wurde mit dem Ziel gegründet, zur kritischen Auseinandersetzung mit der tschechischen Geschichte beizutragen. Das Team hat bereits mehrere, sehr gelobte Ausstellungen realisiert.

Schüler nordböhmischer Gymnasien haben im Jahre 2010 eine Wanderausstellung kreiert, die seitdem europaweit tragische Erinnerungsorte in Nordböhmen vorstellt und dabei die schicksalshaften Ereignisse in der Region von 1938 bis 1945 zur Geltung bringt. Geschichten der Orte Aussig, Komotau, Postelberg, Kaaden, Saaz zielen darauf ab, das Zusammenleben Tschechen und Deutscher zu Kriegszeiten zu veranschaulichen und Probleme, Gewalttaten und -akte kritisch zu beleuchten und historisch auszuarbeiten.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Montag, 18. Juni, wird Maja Konstantinović von Antikomplex einen einführenden Vortrag zur Wanderausstellung „Tragische Erinnerungorte“ halten.

Termin: 18.06.2018, 18:00 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg

Die Ausstellung ist bis Samstag, 15. September 2018 im Bukowina-Institut an der Universität Augsburg zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Vortrag, 17.05.2018: Deutsch in der Prärie – Bukowinadeutsche und Deutschböhmen im Mittleren Westen der USA


Vortrag, 17.05.2018: Deutsch in der Prärie – Bukowinadeutsche und Deutschböhmen im Mittleren Westen der USA (Prof. Dr. Alfred Wildfeuer, Universität Augsburg)

Vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich Bukowinadeutsche auf den Great Plains im Mittleren Westen der USA an. Ein Siedlungsschwerpunkt lag dabei in Ellis County/Kansas. Noch heute ist eine Gruppe dieser Siedler – die Deutschböhmen – sprachlich in diesem County präsent. Bekannt für Ellis ist zudem die Bukovina Society of the Americas, die auf vielfältiges und langjähriges Vereinsleben zurückblicken kann. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Siedlungsgeschichte, die sprachlichen Verhältnisse und in die Aktivitäten der Bukovina Society. Daneben setzt sich der Beitrag mit der Frage auseinander, ob Ellis/Kansas als eine historische deutsche Sprachinsel zu bezeichnen ist.

Prof. Dr. Alfred Wildfeuer studierte Anglistik und Germanistik für Lehramt an Realschulen an der Universität Regensburg und am Royal HollowayCollege der University of London. 2013 habilitierte er im Fach Deutsche Sprachwissenschaft an der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaftender Universität Regensburg und ist seit Oktober 2014 Professor für Variationslinguistik und DaZ/DaF an der Universität Augsburg. Seit Dezember 2015 ist er Leiter der Arbeitsstelle FORUMOST der Universität Augsburg und seit 2017 Vorstandsmitglied im Bukowina-Institut.

Termin: 17.05.2018, 18:15 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, Alter Postweg 97a, 86159 Augsburg

Kooperationsveranstaltung mit FORUMOST.

Vortrag, 15.05.2018: Die Vernichtung von Juden und Roma durch die Armee Rumäniens im Zweiten Weltkrieg


Die europäische Dimension des Holocaust – Eine Vortragsreihe des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben in Kooperation mit dem Bukowina-Institut an der Universität Augsburg

Teil 1: Die Vernichtung von Juden und Roma durch die Armee Rumäniens im Zweiten Weltkrieg (Referentin: PD Dr. Mariana Hausleitner, Berlin)

Rumänien beteiligte sich als Bündnispartner des Deutschen Reiches am Angriff auf die Sowjetunion. Während der Rückeroberung von Bessarabien und der Nordbukowina, die Rumänien 1940 an die Sowjetunion abtreten musste, ermordeten deutsche und rumänische Sondereinheiten Zehntausende Juden. Seit Oktober 1941 wurde über eine Viertelmillion Juden aus Bessarabien und der Bukowina in die Südukraine deportiert. Ein Drittel starb im rumänischen Besatzungsgebiet Transnistrien an Hunger und Mangelkrankheiten. Auch die Hälfte der etwa 22.000 nach Transnistrien deportierten rumänischen Roma kam dort um. Kurz vor der Katastrophe von Stalingrad machte Antonescu eine Kehrtwende. Trotz vorheriger Absprache wurden im Oktober 1942 die verbliebenen Juden Rumäniens nicht an die SS zur Vernichtung ausgeliefert. Die rumänische Regierung sondierte insgeheim die Bedingungen für einen Waffenstillstand. Im Vortrag sollen die Gründe für die Kehrtwende in der rumänischen Politik analysiert werden.

Termin: 15.05.2018, 19.00 Uhr
Ort: Festsaal der Synagoge Augsburg, Halderstr. 6-8, 86150 Augsburg
Eintritt: 5,00/3,00 Euro

Podiumsdiskussion, 09.05.2018: Stadt- und Literatursprachen in der Bukowina und Galizien


9. Mai 2018, 18. 30 Uhr s.t., Bukowina-Institut, Alter Postweg 97A, Augsburg

Vier Sprachen / Viersprachenlieder / Menschen / die sich verstehn?
Wie Rose Ausländer, die in einer deutschsprachigen jüdischen Familie im rumänischen Czernowitz zur Welt kam, thematisieren viele Dichter aus der Bukowina und Galizien das multikulturelle und mehrsprachige Erbe dieser Regionen. Was die einen als Idylle einer kulturell fruchtbaren Situation der Mehrsprachigkeit beschrieben, galt anderen als Zentrum des sogenannten Sprachenkampfes. Im Zentrum der Podiumsdiskussion steht das Mit-, Neben- und Gegeneinander der Sprachen in den urbanen Zentren Galiziens und der Bukowina nach der Wende zum 20. Jahrhundert.

Nach einer Einführung von Carmen Reichert (Universität Augsburg) diskutieren Natalia Blum-Barth (Komparatistin an der Universität Mainz) und Stefaniya Ptashnyk (Sprachwissenschaftlerin an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften).

Kooperationsveranstaltung mit dem IKGS München und dem Projekt „Nationalsprache(n) derJuden“ (Prof. Bannasch/Wildfeuer) an der Universität Augsburg.

Moderation: Enikő Dácz (IKGS, München).

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Vergangene Veranstaltungen