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Vortrag, 09.05.2019: "Der Holocaust in der Ukraine" (Prof. Dr. Dieter Pohl, Klagenfurt)


Der Holocaust in der Ukraine ist bei uns nahezu unbekannt, sieht man einmal vom Massaker von Babi Jar in Kiew, bisweilen auch vom Ghetto Lemberg ab. Aber ein Viertel aller Opfer des Massenmordes an den europäischen Juden stammt aus jenem Gebiet, das heute zur Ukraine gehört. Besonders in der Westukraine befanden sich viele große jüdische Gemeinden, in manchen Kleinstädten machten Juden die Hälfte der Bevölkerung aus. Die Kultur und Traditionen der jüdischen Gemeinden unterschieden sich erheblich, je nachdem, ob sie vorher zu Polen, zur Tschechoslowakei, zu Rumänien oder zur Sowjetunion gehörten. Unmittelbar nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion begann der Massenmord an den Juden in der Ukraine, vor allem zwischen August 1941 und November 1942 wurden nahezu alle jene ermordet, die die deutschen (und rumänischen) Besatzer als Juden ansahen. Im Vortrag soll der Kenntnisstand über den Holocaust in der Ukraine nachgezeichnet, aber auch wichtige Fragen erörtert werden, so nach der Reaktion der Juden und dem Verhalten der nichtjüdischen Gesellschaft unter einer radikalen Besatzung.

Dieter Pohl ist Universitätsprofessor für Zeitgeschichte mit besonderer Berücksichtigung Ost- und Südosteuropas an der Universität Klagenfurt. Er ist einer der renommiertesten Experten auf dem Feld des nationalsozialistischen Judenmords und der Besatzungsherrschaft im östlichen Europa.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Augsburg Schwaben, dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte und dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin statt.

Der Eintritt beträgt 5 Euro; für Studierende ist der Eintritt frei.

Termin: 09.05.2019, 18:15 Uhr
Ort: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, Alter Postweg 97a, 86159 Augsburg

Meldung vom 29.04.2019