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Die Arbeit von Dr. Ch. Schliephake bewegt sich an den interdisziplinären Schnittstellen zwischen Kultur- und Literaturwissenschaft, Kulturgeschichte und Alter Geschichte. Im Mittelpunkt stehen dabei einerseits kulturelle Rezeptionsprozesse der Antike (besonders in Reise- und Entdeckungsliteratur, aber auch in postkolonialen sowie afroamerikanischen Literaturen); andererseits die Untersuchung der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Umwelt in transdisziplinärer und epochenübergreifender Perspektive. In dem sich momentan ausbildenden Paradigma der „Environmental Humanities“ hat Ch. Schliephake einschlägige Forschungen zum Thema Stadtökologie/Urban Ecology vorgelegt und das Verhältnis von Erinnerung, Raum und Umwelt aus der Perspektive der kulturellen Ökologie untersucht.

Aktuelle Projekte:

Sikander’s Footsteps – Travel Writing and the Transcultural Memory of Alexander the Great in the British Empire

Das Buchprojekt (gleichzeitig Dissertation in Alter Geschichte) beschäftigt sich mit Reiseberichten vom 18.-20. Jahrhundert. Im Fokus steht dabei v.a. die sog. North-West Frontier, also das Grenzgebiet zwischen dem heutigen Indien, Pakistan und Afghanistan und die Geschichte jener Abenteurer, Entdecker und Forscher, die sich in der Zeit der britischen Kolonisierung in dieses Gebiet aufgemacht haben, um in den „Fußstapfen Alexanders des Großen“ zu reisen (ein Topos der Zeit). Die Reisenden unternahmen dabei zwar den Versuch, in ihren Schriften das Britisch Empire zu legitimieren, wobei die kulturelle Erinnerung an Alexander eine wichtige Rolle spielte. Dennoch wird gerade in der Begegnung mit dem Fremden, mit indigenen Traditionen zu Alexander und den Verfehlungen der Kolonialmacht vor Ort die Brüchigkeit der ursprünglichen Ideologie deutlich.

Ecocriticism, Ecology, and the Cultures of Antiquity (Herausgeber; erschienen Frühjahr 2017 in der Ecocritical Theory and Practice Series bei Lexington Books)

Der erste internationale und interdisziplinär ausgerichtete Sammelband, der die Erforschung der Antike mit den gegenwärtigen Paradigmen des Ecocriticism und der Kulturökologie zusammenbringt, versammelt eine Reihe renommierter Experten auf dem Gebiet der kulturwissenschaftlichen Umweltforschung und Umweltgeschichte mit Althistorikern, Altphilologen und Nachwuchswissenschaftlern. Er beschäftigt sich einem aktuellen Problem: Denn bislang stellt die Erforschung des Umweltverhaltens im Altertum noch weitestgehend ein Desiderat dar – zumindest was ihre Implikationen für unsere modernen Verständnisse von Ökologie und Umweltkrise angeht. Obgleich sich mittlerweile das Paradigma der „Environmental Humanities“ auszubilden beginnt, fehlen häufig Untersuchungen, die vormoderne Epochen in den Blick nehmen und danach fragen, welches „Wissen“ eigentlich antike Gesellschaften von der Umwelt hatten und inwiefern neuer Umwelttheorien von diesem Wissen profitieren können bzw. inwiefern umgekehrt durch die Anwendung neuer kulturwissenschaftlicher Theoreme auf antike Texte neues Wissen über diese generiert werden kann.

Weitere Arbeitsfelder: