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DFG-Projekt am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Augsburg


Deckblatt-001 (Large)

Kurzbeschreibung:

In einem Zeitraum von drei Jahren sollen über 1000 Originalurkunden des Zeitraums von 1099 bis 1424 erschlossen werden. Diese befanden sich bis zur Säkularisation im Besitz des Augsburger Domkapitels und werden heute im Staatsarchiv Augsburg aufbewahrt. Das Domkapitel war im Mittelalter nicht nur als bischöfliches Wahl- und Ratskolleg an der Diözesanverwaltung beteiligt, sondern es war auch ein bedeutender weltlicher Herrschaftsträger mit beträchtlichem Grundbesitz in und außerhalb der Region Schwaben. Pfründen des Domkapitels waren daher sehr begehrt und wurden im späteren Mittelalter von gelehrten und aristokratischen Eliten zunehmend unter Einschaltung der päpstlichen Kurie in Avignon oder Rom umworben. Daraus resultiert eine europäische Relevanz des zu bearbeitenden Urkundenbestandes.

Für die Gesamtzahl der Urkunden werden so genannte „Regesten“ angefertigt. Dies bedeutet, dass sie formal und inhaltlich nach einem speziell entwickelten Schema genau beschrieben werden. Zu klären sind dabei die Ausstellungsdaten und die Identität aller Orts- und Personennamen, deren Schreibweise in den Urkunden von dem heute Üblichen zumeist abweicht. Außerdem werden relevante bibliographische Hinweise ermittelt. Durch ein mehrgleisiges Publikationskonzept mit Digital- und Printmedien wird gewährleistet, dass künftige Forscher die von ihnen benötigten Informationen finden können, ohne die oft langatmigen Urkundentexte oder gar den ganzen Urkundenbestand durcharbeiten zu müssen. Von besonderer Bedeutung wird ein ausführliches Register der Orts- und Personennamen sein.

Eine kleinere Auswahl von Urkunden des Bestandes hat den Charakter von Statuten, mit denen das Domkapitel seine eigenen korporativen Angelegenheiten zu regeln suchte, aber auch seine soziale Identität als Gemeinschaft adeliger und ritterbürtiger Männer gegen das Augsburger Bürgertum abgrenzte. Es sind Schlüsseltexte zur Sozialgeschichte des Augsburger Domkapitels im Kontext der allgemeinen Geschichte von Kirche, Reich und Region. Sie werden deshalb ergänzend zu den Regesten auch in einer kommentierten Volledition veröffentlicht.