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Mörtel

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Mischung aus Sand, Zement und Wasser zur Verbindung von Mauersteinen (Frage 2b)

Die Mischung aus Sand, Zement und Wasser zur Verbindung von Mauersteinen heißt im größten Teil von Deutschland und Österreich sowie in der Schweiz Mörtel. Das Wort geht auf das lat. mortarium zurück, das zunächst ein Gefäß bezeichnet (auch das Wort Mörser stammt hiervon her). Die Bezeichnung wird schon von den Römern auch für die in diesem Gefäß transportierte Masse verwendet – vgl. frz. mortier, engl. mortar und span. mortero, die noch die beiden Bedeutungen ‘Mörser’ und ‘Mörtel’ nebeneinander haben – und wie andere lat. Fachtermini für den Hausbau aus Stein in die germanischen Sprachen übernommen. Die Form Mörter besteht noch bis ins 17. Jh. (DWB), durch Dissimilation kommt es zu Mörtel mit -l. Im Westen Deutschlands ist dagegen vielfach, z. T. ausschließlich, Speis (Spies) üblich. Auch dies ist ein lateinisches Lehnwort, das jedoch erst über die Klosterkultur eingeführt worden ist (mittellat. spēsa, älter spensa aus lat. expēnsa (pecunia) ‘das ausgegebene Geld, der Aufwand’). Als Femininum mit der Bedeutung ‘Nahrung, Essen’ hat es sich allgemein etabliert, darüber hinaus haben sich jedoch andere Bedeutungsvarianten entwickelt (s. a. Frage 2c); eine spezifische Gruppe solcher Varianten stellen die Fachwörter aus dem Bau- und (Glocken-) Gießerhandwerk und dem Bergbau dar, die sich alle auf eine Grundbedeutung ‘Mischung, Legierung’ beziehen lassen, die auch im Nordgalloromanischen bezeugt ist (DWB, Pfälz. Wb.). Als Maskulinum der Speis ist das Wort als Bezeichnung für den Mörtel im Westen Deutschlands eingebürgert und dominiert dort (außer im nördlichen Rheinland und Ruhrgebiet und im Rhein-Main-Raum) noch heute. In Ostbelgien und angrenzend sowie einmal an der niederländischen Grenze wurde in dieser Bedeutung die dialektale Form Spies mit undiphthongiertem i gemeldet.
In Südtirol und teilweise auch in Kärnten wird dagegen das Wort Malta/Malte benutzt, das aus dem Italienischen stammt (ital. malta ‘Mörtel’, über das Lat. aus dem griech. máltha, das eine Mischung aus Wachs und Pech zum Bestreichen von Schreibtafeln bezeichnete).