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Verdopplung

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Verdopplung (Fragen 19a-19c)

Eine Verdopplung des unbestimmten Artikels in einer Nominalgruppe mit attributivem Adjektiv und vorangehendem Gradadverb (Das ist ein ganz ein lieber Mensch) wird vor allem aus Bayern, Österreich und der Schweiz als geläufig gemeldet (zur Verbreitung in der Schweiz vgl. Steiner).
In manchen Fällen könnte es sich statt um eine Verdopplung des Artikels auch um eine Flexion des Adverbs (analog zur Flexionsendung des Adjektivs) handeln, also um ein ganz ein lieber Mensch oder um ein ganzer lieber Mensch (vgl. Steiner, S. 117). Letzteres, eine Flexion von ganz bzw. von Graddverbien allgemein nach dem Muster des folgenden Adjektivs, wird in Sprachratgebern des 19. Jhs. verschiedentlich getadelt (z. B. Matthias, S. 179 (§ 194)) und war demnach zu dieser Zeit noch geläufig. Die Informanten, die nicht nur die standarddeutsche Variante angeklickt haben, sind sich aber ganz einig, dass es um eine Verdopplung des Artikels geht, und bestätigt wird dies durch das Beispiel im Neutrum (ein ganz ein schönes), wo die Formen unterscheidbar sind und die Verteilung genauso aussieht wie bei den anderen Beispielen.