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Betonung

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"Kaffee" (Betonung) (Frage 23a)

In Deutschland kommen beide Betonungsvarianten des Worts „Kaffee“ vor: die Betonung auf der ersten und die Betonung auf der zweiten Silbe (entsprechend der Betonung des entlehnten frz. Worts café). Insgesamt wird aber eher die „eingedeutschte“ Betonung auf der ersten Silbe bevorzugt; im Norden (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) ist das die fast ausschließlich verwendete Variante. Auch in der Schweiz betont man eher auf der ersten Silbe. In Österreich und Südtirol hingegen wird fast ausschließlich die zweite Silbe betont. Gegenüber dem Stand der in den 1970er Jahren erhobenen Karte des WDU (1977, Kt 2-110) hat sich die Betonung auf der zweiten Silbe (vor allem als Zweitmeldung) leicht nach Norden ausgebreitet, was eventuell damit zu tun hat, dass die Werbung diese fremder und damit „feiner“ klingende Form bevorzugt.

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"Tabak" (Betonung) (Frage 23b)

Wenn man von einigen wenigen Meldungen absieht, die klare Ausnahmen sind, kann man verallgemeinernd sagen, dass Tabak in Deutschland und der Schweiz auf der ersten, in Österreich und Südtirol dagegen auf der zweiten Silbe betont wird.
Im DWB (Bd. 21, Sp. 2) ist noch ausschließlich Betonung auf der zweiten Silbe (wie im span. tabaco, von dem das dt. Wort kommt) angegeben. Die Karte im WDU (1977, Kt 2-109) zeigt demgegenüber einen Nord-Süd-Gegensatz in Deutschland: Südlich des Mains entfällt dort noch fast die Hälfte der Meldungen auf Tabák. Daraus ist in der neuen Karte nun ein klarer Gegensatz nationaler Aussprachevarianten geworden.

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"Tunnel" (Betonung) (Frage 23c)

Im gesamten deutschsprachigen Raum wird die Betonung von Tunnel auf der ersten Silbe gegenüber der Betonung auf der zweiten Silbe vorgezogen. Das Wort kommt von engl. tunnel, das seinerseits auf das Frz. (altfrz. tonnel ‘Tonnengewölbe, Fass’) zurückgeht. Die Endbetonung erklärt sich in diesem Fall also nicht aus der Herkunftssprache Englisch, sondern wohl mit Analogie zu direkt aus dem Frz. entlehnten Wörtern wie Hotel, Rondell u. ä. sowie der Rolle des Französischen im früheren Eisenbahn-Vokabular (Billet, Coupé – auch das Wort Waggon ist aus dem Engl. entlehnt, wird aber nach frz. Muster ausgesprochen). Nach WDU (1977, Kt 2-111) dominierte noch in den 1970er Jahren südlich des Mains zumeist klar die Endbetonung, in Österreich fast ohne Ausnahme. Heute ist sie auch in Süddeutschland und Österreich offenbar nur noch hier und da zu hören; lediglich in Südtirol ist dies die einzige übliche Betonungsvariante (während im Ital. die Betonung auf der ersten Silbe liegt).