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Behältnis für Schreibutensilien

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Behältnis für Schreibutensilien (eckig, mit Schlaufen) (Frage 12a)

Für ein von Schülern gebrauchtes Behältnis für Schreibutensilien, das flach und rechteckig ist und Schlaufen für die Stifte etc. hat, sagt man in Österreich neben dem dort vorherrschenden Wort Federpennal (lt. Kluge ursprünglich nur Pennal ‘Federbüchse’, zu lat. penna ‘Feder’) auch Federschachtel. In Südtirol hört man die Bezeichnung Griffelschachtel, die auch in Vorarlberg bekannt ist. Die Schweizer benutzen das aus dem französischen stammende Etui. In Deutschland ist das Kartenbild um einiges bunter: Am verbreitetsten ist die Bezeichnung Federmappe (-mäppchen/-mapperl), die in den meisten Gebieten Deutschlands verwendet wird. Daneben gibt es aber noch einige weitere Varianten. So benutzt man Etui (wie in der Schweiz) bzw. Schuletui vor allem am Niederrhein, in Westfalen und im südlichen Niedersachsen. Im hohen Norden und Nordosten Deutschlands ist in erster Linie die Bezeichnung Federtasche gebräuchlich. Im südlichen Rheinland, in Rheinland-Pfalz, im Saarland wird das Behältnis einfach Mäppchen oder – in Baden-Württemberg – Mäpple genannt. Aus Sachsen werden darüber hinaus noch drei weitere Formen gemeldet: Federkästchen aus dem westlichen Sachsen, Schiefermappe aus der Mitte und Schieferkästchen aus dem Osten.

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Behältnis für Schreibutensilien (rund, ohne Schlaufen) (Frage 12b)

Für ein Behältnis, das wie ein kleiner, länglicher Beutel aussieht und in dem alle Utensilien ungeordnet liegen, hat man in vielen Gebieten kein anderes Wort als für den oben beschriebenen Gegenstand: In der Schweiz sagt man auch hierzu Etui, in Südtirol Griffelschachtel, in Österreich Federpennal oder (seltener) Federschachtel, und im Norden und Nordosten Deutschlands Federtasche. Vom Niederrhein und aus Westfalen wurde zum Teil auch noch (Schul-) Etui gemeldet und aus dem westmitteldeutschen Raum teilweise auch noch Mäppchen, aber diese Belege erscheinen im Vergleich zur Karte mit den Bezeichnungen zu dem rechteckigen Behältnis (s. o.) doch deutlich verstreuter. Auffällig ist im Vergleich aber z. B., dass Federtasche nicht nur im Nordosten, sondern (auch weniger stark) in fast allen ostdeutschen Bundesländern – auch etwa in Sachsen und Thüringen – verbreitet ist. Dort konkurriert dieses Wort jedoch mit der Variante Federmappe (-mäppchen), die auch im Westen verbreitet ist – nicht jedoch im Süden. Im Süden Deutschlands, vereinzelt auch im Westen, kennt man nämlich das Behältnis vor allem unter der Bezeichnung Schlampermäppchen. Ein relativ neues Wort scheint Faulenzer (-rolle/-mäppchen) zu sein, das hier und da im Norden und Westen des deutschen Sprachgebiets verwendet wird.