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Fußmatte

f3_14e

Fußmatte (Frage 14e)

Vor nahezu jeder Wohnung liegt eine kleine Matte, die den Besucher dazu auffordert, den Schmutz an seinen Schuhsohlen nicht mit in die gute Stube hineinzutragen. Diese hat aber eine Vielzahl von Namen. In Nord- und Mitteldeutschland dominieren zwei Formen: In den westlichen Gebieten sagt man vorwiegend (Fuß-) Matte (was auch in vielen Orten der Schweiz üblich ist), in den östlichen Gebieten hingegen (Fuß-) Abtreter. Eine eindeutige Ost-West-Trennung gibt es jedoch nicht, an vielen Orten sind beide Formen geläufig.
In Bayern, in Württemberg und in Österreich sagt man bis auf wenige Ausnahmen (Fuß-) Abstreifer bzw. Schuhabstreifer, allerdings konkurriert der (Fuß-) Abstreifer in Österreich mit den Bezeichnungen (Fuß-) Matte und (Fuß-) Abtreter.
Zudem finden sich zahlreiche Varianten, die nur kleinräumig bekannt sind:  In Sachsen kennt man zum Beispiel den (Fuß-) Abstreicher. Weitere seltene Bezeichnungen sind der Schuhputzer bzw. Fußabputzer, die an einigen wenigen Orten in Baden-Württemberg geläufig sind. Türvorleger sagt man hier und da in Österreich und der Schweiz sowie an einigen Orten in Baden-Württemberg.
Dem VWB zufolge ist die Türvorlage eine schweizerdeutsche und die (Fuß-) Tacke eine österreichische Besonderheit. In der Befragung fanden sich jedoch aus Österreich nur wenige Meldungen für das Türdackerl sowie lediglich eine Meldung aus der Schweiz für die Türvorlage. Zudem wurde aus der Schweiz das Bodetechli als Sonderbezeichnung genannt.
Möglicherweise liegen manchen Bezeichnungskonkurrenzen auch verschiedene Gegenstände zu Grunde: einmal eine Art Rost, an dem man vor dem Haus den groben Schmutz abstreift, und einmal eine Art rauer Vorleger aus Stoff oder synthetischem Material, der eher vor Wohnungstüren liegt (Dank an Professor Künzel für den Hinweis!) – gefragt war allerdings nur nach letzterem.