Suche

Auto-Scooter

f2_12

Auto-Scooter (Frage 12)

Für das ‘Fahrgeschäft auf dem Rummel/Rummelplatz/Jahrmarkt/auf der Kirmes etc. bei dem man in einem kleinen Zweisitzer über eine rechteckige Fläche fährt’ gibt es nach dem Variantenwörterbuch des Deutschen vier Bezeichnungen: Boxauto im deutschen Südwesten, Scooter im restlichen Deutschland, Autodrom in Österreich und Putschauto in der Schweiz. Diese Verteilung findet sich grob auch in unserer Karte wieder, allerdings finden sich darüber hinaus weitere Bezeichnungen.
Der Auto-Scooter ist vom englischen scooter abgeleitet, wo es sowohl einen ‘Kinderroller’ als auch einen ‘Motorroller’ bezeichnet (Im Deutschen kann Skooter/Scooter übrigens auch ein Boot mit Kufen zum Segeln auf dem Wasser wie auch auf Eisflächen sein.). Auto-Scooter scheint sich als Selbstbezeichnung von Fahrgeschäften auf den meisten deutschen Jahrmärkten/Rummelplätzen sowie im Sprachgebrauch in den meisten deutschen Gebieten durchgesetzt zu haben. Früher sah man oft Auto-Selbstfahrer; die Bezeichnung Selbstfahrer ist heute nur noch an einigen Orten am Niederrhein und in Westfalen üblich. In Baden-Württemberg und in der Pfalz sagt man tatsächlich Box-Auto, aus dem Moselgebiet wurde eine weitere Variante, nämlich Knuppauto, gemeldet.
Die Karte zeigt sehr schön, dass es in den anderen deutschsprachigen Ländern jeweils eigene Varianten gibt: In Österreich fährt man, wie im Wörterbuch angegeben, Autodrom; dies kann aber auch eine ‘(ovale) Rennstrecke für Motorradveranstaltungen’ bezeichnen. Im Wörterbuch bisher nicht verzeichnet ist die Südtiroler Variante Puffauto. Aus der Schweiz wurde uns Putschauto gemeldet. Die Bezeichnung Putschauteli ist nach Auskunft unserer Gewährsleute etwa in Luzern, Küssnacht, Kerns gebräuchlich, Putschibahn in Zürich, Zug, Staufen, Schwyz. Lautähnlich sind weitere Schweizer und Vorarlberger Varianten wie Tütschibahn und Tütschauto. Die meisten dieser Bezeichnungen verweisen auf das zum Vergnügen dieses Fahrgeschäfts gehörende Aufprallen der kleinen Fahrzeuge.
Interessant ist der Zusammenhang der schweizerdeutschen Bezeichnungen mit dem in politischen Kontexten verwendeten Wort Putsch: Zugrunde liegt das schweizerische Dialektwort putsch, das ‘Knall, heftiger Stoß, Puff, Aufprall’ bedeutet, und seit dem Zürcher Putsch 1839 als Bezeichnung für einen ‘plötzlichen, handstreichartigen Umsturz(versuch)’ Verbreitung fand.

(Dank an Stefan Kleiner für den Vorschlag zu dieser Variable!)