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eh/sowieso

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eh/sowieso (Frage 7)

Auf die Frage, welches Wort man in einem Satz wie „Gib’s auf, es nützt ... nichts!“ in dem jeweiligen Ort normalerweise benutzt, antwortete die überwiegende Mehrheit im gesamten Sprachgebiet eh. Dies ist insofern erstaunlich, als noch bei einer Umfrage in den 1980er Jahren auf die selbe Frage eh fast ausschließlich von Informanten aus Österreich und Süddeutschland (bis hinauf nach Hessen und Sachsen) gemeldet wurde (Wortatlas der dt. Umgangssprachen). In der Schweiz und Norddeutschland wurde damals vorwiegend sowieso genannt. Dies ist in diesen beiden Gebieten zwar immer noch verbreitet, erscheint aber oft als Zweitvariante (Minderheit der Meldungen). Sehr häufig wurde damals in den beiden deutschen Staaten und in der Schweiz auch doch angegeben; in unserer Umfrage nannten nur wenige Informanten diese Variante.
Uns kam es allerdings auf die Entwicklung von eh und sowieso an, und dabei zeigte sich, dass – wie bei halt und eben (vgl. Karte eben/halt) – die kürzere süddeutsche und österreichische Variante immer beliebter wird. Die in der früheren Umfrage von zwei österreichischen Informanten geäußerte Beobachtung, dass das dt. sowieso gerade in den städtischen Ugs. Österreichs immer mehr zunehme, bestätigt sich nach unseren Daten nicht. Dafür gab ein(e) Informant(in) aus Freiberg in Sachsen an, eh sei erst seit zehn Jahren gebräuchlich. Dies lässt vermuten, dass eh (wie auch halt) erst seit der ‚Wende‘ in den östlichen deutschen Bundesländern Verbreitung gefunden hat – nachdem süddeutsch-österreichische Kurzwörter wie eh und halt sich zunächst in den nördlichen ‚alten‘ Bundesländern ausgebreitet haben.