Suche

Forschung und Projekte am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft

 


Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben (SBS)

Prof. Dr. Werner König

Der SBS hat es sich zur Aufgabe gemacht, die geographische Verteilung der Dialekte Bayerisch-Schwabens zu dokumentieren. Der Atlas, der 13 Bände zu Lautung, Grammatik und Wortschatz umfasst, liefert eine wertvolle Grundlage zu weiteren sprachwissenschaftlichen, sprachgeschichtlichen, landeskundlichen und historischen Forschungen. Das erhobene Material wird auf Sprachkarten dargeboten, auf denen die verschiedenen dialektalen Varianten durch Symbole wiedergegeben werden.

Ausführliche Informationen


DFG-Projekt: Neue Dialektometrie mit Methoden der stochastischen Bildanalyse

Prof. Dr. Werner König, Prof. Dr. Stephan Elspaß

In diesem Projekt wird mit Hilfe der mathematischen Morphologie und räumlichen Statistik eine neue Methodologie für die Analyse von räumlich aufgelösten sprachlichen Daten entwickelt. Dazu wird ein komponenten-basierter Software-Ansatz erarbeitet. Das breite Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten des zu entwickelnden Systems soll vor allem an der Frage des Zusammenhanges zwischen sprachlichen Struktureigenschaften und Verbreitungstypologie erprobt werden. Grundlage für die Arbeit sind die Daten des an der Universität Augsburger entstandenen „Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben“ (mit über 2.700 Karten in 14 Bänden), an denen auch die Methoden entwickelt und die Programme erprobt werden sollen. Das Material des SBS wird dabei quantifizierend bearbeitet, und zwar nach Methoden, die über das, was es zurzeit in der dialektologischen Forschung gibt, erheblich hinausgehen.

Ausführliche Informationen


Lehr- und Arbeitsbuch Mittelhochdeutsch

Dr. Oliver Ernst, Dr. Klaus Vogelgsang (Akadem. Rat am Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters der Universität Augsburg)

Einführung in die historische Grammatik des Deutschen – sprachwissenschaftlich (besonders: Vergleich mit dem Neuhochdeutschen) und altgermanistisch (Übersetzungstraining) ausgerichtet – in 14 Kapiteln mit Lehrtext, tabellarischer Kurzgrammatik und kommentierten Übersetzungsaufgaben.

Reihe UTB basics (Narr-Verlag)

Ausführliche Informationen


Die Glossierung des Clm 6293 (Gregor der Große, Dialoge) der BSB München

Oliver Ernst

Das Projekt verfolgt das Ziel einer kompletten Neuedition dieser wichtigen Glossierung sowie die eingehende sprachlich-funktionale Analyse des Wortmaterials. Die Arbeit am Projekt ist bereits abgeschlossen. Die Edition und Untersuchung wird derzeit für die Veröffentlichung vorbereitet.

Ausführliche Informationen


Datenbank Althochdeutsche Griffelglossen (DAGG)

Dr. Oliver Ernst

Das Projekt verfolgt als Ziel die Erfassung und Bereitstellung aller bislang edierten und untersuchten volkssprachigen Griffelglossen in einer elektronischen Datenbank, die in erster Linie eine grammatische Auswertung erleichtern aber auch grundsätzlich weiterführende Gesamtuntersuchungen ermöglichen soll. Hierfür erfasst werden neben Angaben zur Datierung und Lokalisierung der Glossen auch entsprechende Daten der handschriftlichen Überlieferungsträger.

Ausführliche Informationen


Althochdeutsche Glossen Uuiki

D. Oliver Ernst, Dr. Markus Schiegg

Das Althochdeutsche Glossen Uuiki beschäftigt sich mit der Dokumentation neuerer Forschungen zur althochdeutschen Glossographie. Es soll dem Austausch und der Bündelung von Informationen insbesondere zu Handschriften mit Griffelglossen dienen. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Zahl der bekannten Griffelglossenhandschriften mehr als verdoppelt (von 70 Handschriften im Jahre 1996 auf über 170 momentan). Die an unterschiedlichen Stellen publizierten Nachträge und Korrekturen führten dazu, dass die Forschungslage zu den einzelnen Griffelglossenhandschriften mittlerweile nur noch schwer zu überschauen ist.

Der aktuelle Forschungsstand zu althochdeutschen Griffelglossen soll in diesem Wiki durch eine komplette und "mitwachsende" Liste der Griffelglossenhandschriften dokumentiert werden. Die zu den einzelnen Handschriften gegebenen Informationen basieren auf der aktuellen Forschungslage und sollen v.a. auch die weitere Beschäftigung mit den Glossierungen erleichtern. Deshalb wird auch insbesondere auf die Mitteilung noch nicht identifzierter Griffeleintragungen Wert gelegt, wo dies aus der zugrundegelegten Forschungsliteratur ersichtlich wird.

Ausführliche Informationen


Kosenamen in Paarbeziehungen

Dr. Jan-Claas Freienstein

Kosenamen erfüllen eine Funktion, die uns so wichtig ist, dass wir uns scheinbar unökonomisch verhalten: Wir verleihen jemandem, der bereits einen Namen trägt, einen weiteren Namen, den Kosenamen. Häufig verwenden wir dabei Wörter in einer besonderen Weise; wir meinen kein Tier, wenn wir Spatzl sagen, und es geht nicht ums Vermögen, wenn wir den anderen Schatz nennen. Warum also verwenden wir Kosenamen?

Zum Projekt


Pragmatik der Negation

Dr. Jan-Claas Freienstein

Habilitationsprojekt

Die sprachwissenschaftliche Forschung zur Negation gilt als äußerst umfangreich und kaum überschaubar, und Probleme der Negation zählen wohl zu Recht zu den besonders schwierigen Gegenständen unseres Faches. Im Gefolge des bis in die Philosophie der Antike zurückreichenden Interesses an der Negation sind elaborierte sprachbezogene Negationstheorien entstanden, zu denen morphologisch-syntaktische, logisch-semantische und handlungstheoretische Ansätze zählen. Gleichwohl steht eine empirisch fundierte Beschreibung der Negation aus, so dass bereits die Zusammenstellungen von ‚Negationsträgern‘, wie sie in den einschlägigen Grammatiken angeboten werden, erhebliche Abweichungen aufweisen.

Ausführliche Informationen


Zensierte Briefe in Patientenakten psychiatrischer Anstalten des 19. Jahrhunderts. Neue Quellen für die Historische Soziolinguistik

Dr. Markus Schiegg

In psychiatrischen Anstalten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts existierte die Praxis, Briefe von bzw. an die Patienten zu zensieren. Sollte der Kontakt zu den Angehörigen unterbunden werden, wurden die Briefe in den Patientenakten verwahrt, wo sie meist noch heute liegen – so auch im Archiv des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren, das alle Akten der psychiatrischen Anstalt Irsee (gegründet 1849) und Kaufbeuren (gegründet 1876) aufbewahrt hat. Mit diesen Quellen kann im Bereich der Historischen Soziolinguistik und der 'Medical History from Below' Neuland betreten werden.

The patients’ files of the 19th century sanatoria Kaufbeuren and Irsee  contain a treasure of primary materials – letters from the patients, which had never been delivered to their addressees, but had been kept by the institution. This tragic instance is a lucky stroke for Historical Sociolinguistics as well as Medical Humanities.

Ausführliche Informationen/ Detailed information


Phraseme in sozialen Kleingruppen: Genese, Verwendung, formale Charakteristika

Christian Pfeiffer,

Ziel der Studie ist es, anhand von Papier- und Onlinefragebögen Informationen zur Entstehung und zum Gebrauch von Phrasemen in sozialen Kleingruppen zu erheben. Als phraseologisch gelten gemeinhin stabile Wortverbindungen, die in einer bestimmten Sprachgemeinschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt bekannt und gebräuchlich sind. Während der Terminus Sprachgemeinschaft in der bisherigen Forschung meist auf größere Sprechergruppen und deren Varietäten bezogen wurde, geht es im laufenden Projekt um die Darstellung der Phraseologie besonders kleiner Sprechergruppen (Familien, Vereine, Freundeskreise, Arbeitsgemeinschaften etc.). Es ist zu beobachten, dass sich gerade in solchen Gruppen häufig polylexikalische Zeichenfolgen zu einer Art Phrasem verfestigen, dessen Semantik und Verwendungsbedingungen nur innerhalb der jeweiligen Kommunikationsgemeinschaft bekannt sind. Die Fragebogenerhebung ermöglicht eine systematische Analyse solcher ‚Kleingruppenphraseme‘, insbesondere im Hinblick auf ihre Entstehungskontexte, ihre Gebrauchsbedingungen und etwaige formale Charakteristika. Grundsätzlich steht zu vermuten, dass die entsprechenden Wendungen – ebenso wie andere gruppenspezifische Zeichen – einen wichtigen Beitrag für den inneren Zusammenhalt der Gruppe und die Abgrenzung gegenüber Nichtzugehörigen leisten.