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Der Vers im Drama und Theater der Moderne.


Habilitation von Jörg Wesche


"Man sollte wirklich alles, was sich über das Gemeine erheben muß, in Versen, wenigstens anfänglich konzipieren." - Diese von Schiller an das Drama gerichtete Forderung wird in der Moderne kaum auf Zustimmung stoßen. Seit der Jahrhundertwende steht das Theater unter Geboten der Selbstbefreiung von Autor und Text. Das Literaturtheater konkurriert mit postdramatischen Spielformen. In dieser Situation entwickelt indessen der Vers eine bisher wenig gesehene Produktivität. Seine Stimme und Schrift vermittelnde Zwischenstellung kann in die dialektische Spannung von Literarisierung und Entliterarisierung eintreten. Die Studie untersucht die Möglichkeiten ästhetischer Aktivierung des Verses im modernen Drama und Theaters. In einem weiten Bogen kommen dabei Autoren wie Hofmannsthal, Schnitzler, Benn, Kaiser, Brecht, Jahnn, Hacks, Müller, Jandl oder Ostermaier in den Blick. Als Grundlage der Einzelstudien entwirft sie darüber hinaus eine allgemeine Ästhetik des Dramenverses als Bauform und Zeichenträger im Spannungsfeld von Literatur- und Theaterwissenschaft.