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"Instinktiv lasse ich hier Abstände ..." Bertolt Brechts vormarxistisches Episches Theater.


Habilitation von Jürgen Hillesheim


Seit Beginn der Auseinandersetzung mit dem Werk Brechts galt es als unzweifelhaft, dass das Epische Theater in enger Verbindung zur marxistischen Theorie steht. Es wird anhand ausführlicher Textanalysen der Nachweis erbracht, dass alle grundlegenden Konstanten des Epischen Theaters bereits ausgebildet waren und in Brechts Theaterarbeit zur Anwendung kamen, lange bevor er sich erstmals mit der marxistischen Theorie befasst hatte. Nietzsche und dessen Vorstellungen vom Unorganischen, Fragmentarischen als Phänomen moderner Kunst bilden den wesentlichen "Überbau" der Theatertheorie Brechts. Sein Werk erscheint so frei von jeglicher ideologischer Tendenz, jedem Telos, vergleichbar am ehesten mit dem Albert Camus. Fühlt dessen Sisyphos jedoch Befriedigung in der moralischen Verpflichtung, gegen das Absurde aufzubegehren, so ist im Falle Brechts von Lebensfreude als Objektivierung seines künstlerischen Genius zu sprechen. Die Arbeit ist als Buch erschienen, Würzburg 2011.


Publikation:
Jürgen Hillesheim: "Instinktiv lasse ich hier Abstände ...". Bertolt Brechts vormarxistisches Episches Theater. Würzburg: Königshausen & Neumann 2011.