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Zwischen Traum und Technik. Décadence und Konservative Revolution.


Habilitationsprojekt von Andreas Geyer


Die potenzierten Schrecken des hochtechnisierten Ersten Weltkrieges erzwingen neue Wahrnehmungsweisen, die sich den herkömmlichen Begriffen von Wirklichkeit nicht mehr fügen. Der Einbruch des Unheimlichen und Phantastischen, der von der Romantik und später – mit veränderter Akzentsetzung – von den Strömungen des „Fin de siècle“ und der „Décadence“ in immer neuen Anläufen durchgespielt worden war, findet nun sein Pendant im Einbruch von realen Extremsituationen, die wiederum häufig in Wahrnehmungsmodi des Traumhaften und Surrealen beschrieben werden. Diese Erschütterung des Realitätsbegriffes im Weltkrieg bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Forderungen und Utopien einer „Konservativen Revolution“ in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts, die häufig von einem merkwürdigen Oszillieren zwischen realpolitischer und literarisch-ästhetischer, ja mythisch-eschatologischer Ambition geprägt sind. Die Untersuchung legt einen Schwerpunkt auf die Zeit zwischen 1900 und 1939. Sie beschäftigt sich mit dem komplexen Spannungsfeld, das näherungsweise mit zwei Schlagwortpaaren abgesteckt werden kann: Traum / Wirklichkeit und Natur / Technik. Besondere Beachtung finden dabei u.a. der Künstler und Schriftsteller Alfred Kubin und die Dichter und Essayisten Ernst und Friedrich Georg Jünger, an deren Beispiel die skizzierten Zusammenhänge in exemplarischer Weise verdeutlicht werden können.