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Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Augsburg


Willkommen im Finsteren Mittelalter

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Das Lehrstuhlteam / Photo: Klaus Satzinger-Viel

Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte
Philologisch-Historische Fakultät
Universität Augsburg
Universitätsstraße 10
86159 Augsburg
Telefon: ++49 (0)821-5985540

Die Forschung des Lehrstuhls richtet sich auf eine 1000jährige Epocheeuropäischer Geschichte (ca. 500 – 1500 n. Chr.). Es gilt, Spezialisierungen so zu verbinden, dass sie im Zusammenspiel ein Verständnis des Mittelalters und seines besonderen Beitrags zur europäischen Geschichte befördern. Das Forschungsinteresse richtet sich auf die politische Geschichte, die Kultur- und Kirchengeschichte und in jüngerer Zeit auch auf die Wirtschaftsgeschichte. Sie werden in einer Verbindung von archivgestützter Quellenarbeit und vergleichender Interpretation in europäischer Perspektive analysiert. 

Im Zentrum stehen dabei die Akteure des Mittelalters (Männer und Frauen) und ihre Bemühungen, sich in einer komplexen, unsicheren und uns vielfach fremden Umwelt zu behaupten. Die konkreten Forschungen gelten den Quellen und der Geschichte des Bistums Augsburg von seiner Entstehung bis in das 15. Jahrhundert, der Auswertung des Archivs des „Finanzministers“ der deutschen Könige und der Entstehung politischer Gesellschaften in Deutschland, England und Frankreich in vergleichender Perspektive (beides im späten Mittelalter). 

Die Arbeit mit den Beständen der Augsburger Archive galt der Ausbildung einer eigenen reichsstädtischen Schriftlichkeit im späten Mittelalter und der Rolle dieser Überlieferung im städtischen Leben und für die Regierung der Stadt. Dabei stehen die regionalen Augsburger Untersuchungen in einer vergleichenden Perspektive, um die Ursachen der Veränderungen präziser zu fassen. Die Erschließung der Urkunden des Augsburger Domstiftsarchivs lässt die personalen Verbindungen allmählich hervortreten, in denen sich die Entscheidungsträger der Augsburger Diözese im hohen und späten Mittelalter bewegten, und erlaubt so die Einordnung alltäglicher und bedeutender Entscheidungen in bislang wenig fassbare familiäre und Besitzstrukturen. Die Einbindung in einen globalen Horizont wurde für die Zeitgenossen des 14. Jahrhunderts durch die grausame Erfahrung der Pest evident. Die Untersuchung richtet sich auf die Frage, ob diese „Globalisierungserfahrung“ den Verschriftlichungs- und Kontrollschub befördert hat, der in der Überlieferung des 14. Jahrhunderts erkennbar ist und der eine Parallele in den modernen bürokratischen Erfahrungen hat.

Die Forschungen am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte sollen neue Fragestellungen und neue Arbeitsfelder erschließen und sie sollen den interessierten Studierenden die Möglichkeit geben, ihren eigenen Forschungsbeitrag zu leisten oder vorzubereiten. Im Rahmen der universitären Lehre möchten wir die Studierenden neben der Vermittlung von Grundkenntnissen über die Epoche für die Herausforderung gewinnen, die eigenen Fragestellungen an das Mittelalter heranzutragen und  sie darin unterweisen, diese Fragestellungen mit eigener Kompetenz zu bearbeiten. Dabei kommt sowohl der angeleiteten als auch der selbständigen Quellenarbeit eine zentrale Rolle zu.

Unsere Forschungsarbeit zielt daher auf: