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Mädchen (Pl.)

AdA_Runde8_F5e_water1

Plural der Varianten von Mädchen (Frage 5e)

Es gibt im Deutschen für einheimische Substantive neben dem sogenannten Nullplural (z. B. die Schüler) acht verschiedene Weisen, den Plural zu bilden: Dafür stehen fünf Pluralendungen (-e, -n, -en, -er, -s) sowie Kombinationen von Pluralendungen mit dem Umlaut zur Verfügung (ohne Endung + Umlaut: die Väter, -e + Umlaut: die Bänke, -er + Umlaut: die Blätter). Abgesehen von semantisch begründeten Doppelformen (z. B. die Bänke vs. die Banken) begegnen auch regional unterschiedlich verwendete Pluralvarianten. Die regionale Vielfalt der Pluralformen für einzelne Substantive oder auch für Namen war schon Thema in früheren Erhebungsrunden (AdA, Runde 3, Fragen 2a-b; AdA, Runde 5, Fragen 20a-c; AdA, Runde 7, Fragen 7a-c). Dabei zeigte sich, dass Varianten mit -s-Plural im gesamten deutschen Sprachgebiet zu hören sind, Varianten auf -n (z. B. die Zimmern, die Tunneln) aber etwa eher im Süden. Diese Beobachtung bestätigt sich auch am Beispiel der Pluralformen für verschiedene Varianten von Mädchen – die in einer der folgenden Runden noch einmal separat abgefragt werden. In Bezug auf die Pluralendungen zeigt die Karte aber schon viererlei:
1. Am weitesten verbreitet sind Plurale mit Nullendung (z. B. Mädchen).
2. Formen mit -n-Endung sind eher im Süden üblich, siehe vor allem das bairisch-österreichische Mad(e)ln (hier mit dunkelvioletten Kreuzsymbolen markiert).
3. Die einzige Form mit -s-Plural, Mädels wird aus dem gesamten Sprachgebiet gemeldet (mit weitgehender Ausnahme von Luxemburg, der Schweiz, Südtirol und Baden-Württemberg); besonders üblich scheint es (bei der jüngeren Sprachbevölkerung?) in Sachsen, im Rhein-Main-Gebiet und in vielen Orten Bayerns und Österreichs zu sein.
4. Eine spezifische dreisilbige Form (vgl. auch Karte Trüffel) ist in Luxemburg üblich: Medercher.