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Nachruf Dr. Johanna Stöger


Dr. Johanna Stöger (1957-2018)

Dr. Johanna Stöger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fach Klassische Archäologie, ist in der Nacht vom 18.08.2018 am Chiemsee nach schwerer Krankheit friedlich im Kreis ihrer Familie verstorben.

Mit besonderem Einfühlungsvermögen und Interesse begleitete sie viele Augsburger Studierende durch wichtige Phasen des Studiums. Es bereitete Hanna Stöger größte Freude, Studierende für das Fach Archäologie zu begeistern. Aufgrund ihres nahbaren Charakters, ihres Erststudiums der Sozialpädagogik und ihres kreativen didaktischen Ansatzes gelang ihr dies stets auf hervorragende Weise: in Seminaren an der Universität Augsburg ebenso wie auf zahlreichen Exkursionen und bei Feldforschungsaufenthalten in Italien.

Wissenschaftlich war Hanna Stöger durch ihr Studium der Archäologie, das sie erst nach einer Familienphase zunächst an der Universität Malta begann und dann mit einer Promotion an der Universität Leiden beendete, bestens international vernetzt. Auch an der Universität Augsburg verband Hanna Stöger ihre Halbzeitstelle mit weiteren internationalen wissenschaftlichen Teilzeitbeschäftigungen, sodass Studierende und Kolleg*innen von ihren vielen internationalen Gästen an der Fakultät profitierten. Dank ihres Engagements ergaben sich zahlreiche interdisziplinäre und wissenschaftlich inspirierende Dialoge im Rahmen von Workshops und Gastvorträgen, von denen mehrere in denkwürdiger Erinnerung bleiben werden.

Vor allem stand die Hafenstadt des antiken Rom, Ostia, im Zentrum von Hanna Stögers wissenschaftlichem Interesse: Ausgehend von den urbanen und architektonischen Strukturen untersuchte sie Fragen der Mobilität, der nachbarschaftlichen Verhältnisse und allgemein der räumlichen Bezüge. Ihr innovativer methodischer Zugang zum Material und ihre Expertise im Bereich der digitalen Archäologie führten dazu, dass sie häufig als Projektgutachterin angefragt wurde und auf internationalen Tagungen die entsprechenden Sektionen leitete.

Der Tod von Hanna Stöger lässt uns traurig und betroffen zurück – unsere aufrichtige Teilnahme gilt ihrer Familie.

Meldung vom 22.08.2018