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Sommersemester 2006


ALTE GESCHICHTE, KLASSISCHE ARCHÄOLOGIE UND KLASSISCHE PHILOLOGIE

13.06.2006

Priv.-Doz. Dr. Christian Kunze (Bonn)
Zwischen Griechenland und Rom - zur Deutung der Bildnisse des Kaisers Hadrian.

Die Regierung des Kaisers Hadrian von 117 bis 138 n. Chr. gilt als ein entscheidender Wendepunkt der römischen Kaiserzeit. Kennzeichnend ist insbesondere das Bemühen des Kaisers um die kulturelle Einheit des Reiches, wobei er vor allem die kulturellen Traditionen Griechenlands zu neuem Leben zu erwecken suchte. Dies hat ihm schon zu Lebzeiten den Ruf eines ?Philhellenen? eingebracht. In dem Vortrag wird versucht, den Kaiser ausgehend von seiner physischen Erscheinung, mit einem bestimmten, auch ideell gekennzeichneten Milieu des kaiserzeitlichen Rom zu verbinden. Dabei wird zu zeigen sein, daß die Herkunft Hadrians aus eben diesem besonderen Milieu die kulturellen Interessen des Kaisers in ein neues Licht rücken und in manchen Punkten besser verständlich machen können.

27.06.2006 Priv.-Doz. Dr. Monika Bernett (München)
Die Stadt im Judentum des Hellenismus

In der Forschung wird immer wieder betont, welch hoher Stellenwert der Stadt im Hellenismus zukommt. Man spricht von der Polis als ?Exportschlager?, wodurch sich politische Integration und griechische Kulturbildung in den hellenistischen Reichen nahezu wie von selbst vollzogen hätten. Es ist zu fragen, ob dies auch für die Juden in- und außerhalb Judäas so zutrifft. Denn im vor- und nachexilischen Schrifttum wird die Stadt fast durchwegs kritisch gesehen und gilt als Sitz ungerechter und übermächtiger Herrschaft, als Ort von übermäßigem Konsum und Ausbeutung. Wie reagierte das hellenistische Judentum auf die Erfahrung der Polis als Bürgerstadt, wie stellt sich eine ?Stadtgeschichte? der Juden im Hellenismus dar?

11.07.2006 Dr. Christian Ronning (München)
relegatus statuis et imaginibus honorari non prohibetur ? Zum Umgang mit Verbannten n der römischen Kaiserzeit

In der Kaiserzeit wurden die unterschiedlichen Formen der ?Verbannung? (exilium, interdictio, relegatio, deportatio) sukzessive in den Strafkatalog des römischen Rechtes integriert. Doch eine Durchsicht der einschlägigen Stellen in der fachwissenschaftlichen und literarischen Überlieferung zeigt, daß offenbar weithin Unsicherheit über die konkreten Rechtsfolgen bestand. Welchen Status besaß also der Verbannte, welche Regeln galten für den Umgang mit ihm? Welche rechtlichen und sozialen Verpflichtungen erloschen auf beiden Seiten, welche lebten hingegen fort? Welche Auswirkungen ergaben sich etwa für die Geschäftsfähigkeit des Betroffenen? Noch problematischer und konfliktträchtiger scheint die Restitution gewesen zu sein, die ebenfalls mitsamt der überlieferten Lösungsansätze in den Blick genommen werden soll. Ziel ist es, den sozialen und politischen Ort, die Praxis sowie die Funktionen dieses Rechtsinstituts näher zu bestimmen ? in einer Zeit, in der sich die Juristen des Themas längst bemächtigt hatten und ihm mit ihrem ganz eigenen Diskurs zu Leibe rückten.

25.07.2006 Prof. Dr. Detlev Wannagat (Rostock)
Architektur der Macht. Das Zeus-Olbios-Heiligtum im Rauhen Kilikien

Das nahe der türkischen Südküste gelegene Dorf Uzuncaburç birgt die Ruinen eines bedeutenden Zeusheiligtums hellenistischer Zeit. Ein wesentlicher Faktor für die Blüte des Heiligtums war die politische Machtkonstellation: Die Priester des Zeus-Olbios verfügten nicht nur über die sakrale Autorität, sondern hielten auch die politische Herrschaft über ein Gebiet von ca. 30 x 30 km Ausdehnung in Händen. Vor diesem Hintergrund ist die Monumentalisierung des Heiligtums zu verstehen, sowohl Aufstieg wie Ende dieser spezifischen Herrschaftsform spiegeln sich anschaulich in der Architektur wider.
Die antike Ruinenstätte wurde im 19. Jahrhundert entdeckt und zunächst vor allem epigraphisch erschlossen, die Dokumentation der Ruinen blieb nach verschiedenen Ansätzen hingegen in den Anfängen stecken. Seit 2001 wird dieses Desiderat von einer internationalen Forschergruppe erarbeitet, deren neueste Ergebnisse im Zentrum des Vortrags stehen.

Die Vorträge finden jeweils um 18 Uhr c.t. im Hörsaal III, Universitätsstraße 10 statt.

Kontakt und weitere Informationen:
Prof. Dr. Valentin Kockel
Klassische Archäologie - Philologisch-Historische Fakultät der Universität Augsburg - 86135 Augsburg
Telefon: 0821/598-5549 - e-mail: valentin.kockel@phil.uni-augsburg.de

Prof. Dr. Valentin Kockel Prof. Dr. Marion Lausberg Prof. Dr. Gregor Weber