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Geschichte


VORLESUNGEN
05 600
EKG
Die athenische Demokratie
HS II, Di 12-14
Weber G.
Die Entstehung der Demokratie sowie deren Ausgestaltung und Sicherung, untrennbar verknüpft mit der Geschichte Athens im 5. und 4. Jahrhundert, zählt zu den bedeutendsten Phänomenen europäischer Geschichte, in dessen Tradition wir heute noch stehen. Die Vorlesung behandelt zum einen die historische Entwicklung, wie es zur Ausbildung dieser neuen Verfassungsform kam, welche Voraussetzungen dafür bestanden und wie die schrittweise Weiterentwicklung vor sich ging. Zum anderen wird ein Überblick über diejenigen Institutionen gegeben, die für das ‘Funktionieren’ der Demokratie wesentlich waren.

Literatur:
J. Bleicken, Die athenische Demokratie (1994); M.H. Hansen, Die athenische Demokratie im Zeitalter des Demosthenes (1995); E.W. Robinson, Ancient Greek Democracy (2004); K. Stüwe – G. Weber, Antike und moderne Demokratie (2004).

05 601
EKG
Das frühe Mittelalter (6. - 11. Jhd.) - Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Wertesystem
HS II, Do 10-12
Kaufhold M.
Die Vorlesung behandelt die Epoche des frühen Mittelalters, in der sich jene enge Verbindung von Königsherrschaft und christlicher Kirche ausbildete, die erst in der Mitte des 11. Jahrhunderts in Frage gestellt wurde. Die Ausbildung des Frankenreiches unter den Merowingern und Karolingern, die Teilungen dieses Reiches, die Zeit der Ottonen und frühen Salier werden vorgestellt. Das Hauptinteresse gilt den politischen, religiösen und kulturellen Vorgängen, die im Europa des frühen Mittelalters die Ausbildung der großen Königreiche Frankreich, England und des Reiches vorbereiteten. Es war ein sehr vielgestaltiges Europa, in dem ein islamisches Spanien und ein ottonisches Kaisertum mit der Heimat in Sachsen, ein heidnisches Dänemark und ein römisches Papsttum mit sehr geringer Fernwirkung nebeneinander bestanden. Die Vorlesung soll die Besonderheiten dieser unterschiedlichen Kulturen und Herrschaftsformen vorstellen und die Entwicklung skizzieren, die bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts allmählich für eine europäische Annäherung sorgte.

Einführende Lektüre:
A. Angenendt, Das Frühmittelalter. Die abendländische Christenheit von 400-900, 2. Aufl. Stuttgart 2001; K.-P. Jankrift, Das Mittelalter. Ein Jahrtausend in 12 Kapiteln, Ostfildern 2004; M. Grant, Die Welt des frühen Mittelalters, Ostfildern 2003.
Anforderungen für Scheinerwerb: Für EKG-Studierende: regelmäßige Teilnahme

05 658
EKG
Europa im 18. Jahrhundert
Institut für Europäische Kulturgeschichte / Alte Universität, Eichleitnerstraße 30, Raum 104, 1. Stock Do, 21. Okt., 4. Nov., 18. Nov., 2. Dez., 16. Dez., 13. Jan., 27. Jan., 10. Feb.
Papenheim M.
Das 18. Jahrhundert galt in der Historiographie lange als das Jahrhundert der Aufklärung und des Durchbruches einer „modernen" Kultur – säkularisiert und sich an den Naturwissenschaften orientierend. An Stelle der Ständegesellschaft begann sich die moderne bürgerliche Gesellschaft zu etablieren. Das 18. Jahrhundert avancierte zum Lieblingsjahrhundert aller Aufklärer und Rationalisten. Von dieser vereinfachten Sicht hat sich die Geschichtswissenschaft jedoch schon lange verabschiedet und ein erheblich komplexeres Bild des europäischen 18. Jahrhunderts entwickelt. Es war auch das Jahrhundert eines neuen Mystizismus, eines nur schwer überwindbaren hermetischen Naturverständnisses und streckenweise einer Refeudalisierung. Anstatt nun dieses Jahrhundert jedoch vorschnell, wie es gerade ihm immer wieder angetan wird, nach vorwärts- und rückwärtsweisenden Momenten ungeachtet ihrer Einbettung in soziale und politische Einheiten zu beurteilen, gehen wir in dieser Vorlesung einen anderen Weg: Wir untersuchen verschiedene sich teilweise überlappende kommunikative Strukturen, ihre mediale Organisation und das Bild, das sie von sich und ihrer Umwelt entwarfen. Im Einzelnen werden wir uns beschäftigen mit 1) die Landschaft und das Klima, 2) die Straße und der Platz, 3) das Haus, der Stall und das Bett, 4) der Gutshof, das Dorf und die Stadt, 5) der Hof und die Behörde, 6) das Parlament, 7) der Jahrmarkt, die Messe, der Hafen und die Poststation, 7) das Wirthaus, das Bordell und das Café-Haus, 8) das Hospital, das Armenhaus, die Besserungsanstalt und das Gefängnis, 9) die Garnison und das Heerlager, 10) die Kathedralen, die Kirche, die Pfarrei und das Kloster, 11) die Universität, die Akademie und das Labor, 12) die Schule und das Kolleg, 13) das Haus des Philosophen, der Salon und die Zeitungsredaktion, 14) der Club und die Loge, 15) der Friedhof und das Denkmal. - Nach der zweistündigen Vorlesung wird jeweils eine gemeinsame Quellenlektüre stehen. Hierbei werden auch propädeutische Fragen zur Geschichtswissenschaft behandelt.

Einführende Lektüre: Eine Bibliographie wird den TeilnehmerInnen zu jedem Themenblock ausgehändigt.
Anforderungen für Scheinerwerb: regelmäßige Teilnahme

05 602
EKG
Europa und das Dritte Reich
HS II, Di 10-12
Wirsching A.
Die Vorlesung behandelt den Aufstieg des NS-Regimes und den Wandel der internationalen Beziehungen während der dreißiger Jahre. Methodisches Leitmotiv wird dabei der Wechsel der Perspektiven sein. Die Verhältnisse in Deutschland, die Frage einer europäischen Neuordnung und nicht zuletzt der Übergang des NS-Regimes von der verdeckten Aggression zum offen Expansionismus werden aus der Perspektive insbesondere Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und der Sowjetunion gezeichnet.

Einführende Lektüre:
Horst Möller, Europa zwischen den Weltkriegen (Oldenbourg Grundriss der Geschichte), München 1998.
Charles Bloch, Das Dritte Reich und die Welt, Paderborn 1993 (zuerst frz. 1986).

05 603
EKG
Politik und Gesellschaft im Königreich Bayern (1806-1918)
HS 2107, Mi 10-12
Kießling R.
Der Zyklus der Überblicksvorlesungen zur Landesgeschichte erreicht das 19. Jahrhundert: die Zeit des Königreichs Bayern von 1806 bis 1914/18. Im Zentrum der Darstellung steht dabei selbstverständlich nicht der touristisch ausgebeutete 'Märchenkönig' Ludwig II., sondern eine strukturgeschichtliche Analyse: Zum einen geht es um die Entstehung des modernen Bayern in der Ära Montgelas, die Verfassung von 1818 und die Probleme ihrer Weiterentwicklung vom Vormärz über die Revolution von 1848/49 bis zur Reichsgründung von 1870/71. Zum anderen sollen die wichtigsten Aspekte des Strukturwandels behandelt werden: die fortschreitende Urbanisierung und die Ausbildung von ersten Zentren einer Industrialisierung. Schließlich werden die Entstehung der politischen Parteien und die Probleme einer verzögerten Parlamentarisierung und Demokratisierung in der Zeit des Prinzregenten und am Vorabend des Ersten Weltkrieges zu thematisieren sein.

Einführende Lektüre:
- Wilhelm Liebhart, Königtum und Politik in Bayern, Frankfurt/Main u.a. 1994
- Manfred Treml, Königreich Bayern (1806-1918), in: Ders. (Hg.), Geschichte des modernen Bayern, München 1994, S. 13-145

05 604 Geschichtsdidaktik im Überblick III
HS III, Mo 14 - 16
Filser K.
Der letzte Teil der dreiteiligen Vorlesungsreihe, der einen Überblick über die Geschichtsdidaktik anbietet, beschäftigt sich mit folgenden Schwerpunkten:
1. Theoretischer Schwerpunkt: Politische Bildung, Zeitgeschichte, Frauen- und Geschlechtergeschichte in der historischen Bildung
2. Methodischer Schwerpunkt: Problem- und Handlungsorientierung des Geschichtsunterrichts, Unterrichtsprinzipien
3. Medienschwerpunkt: Arbeiten mit Geschichtskarten
4. Besondere Aufgaben historischen Lernens: Regionalgeschichte
Die Vorlesung gehört zu den Pflichtveranstaltungen für die Studierenden der Lehrämter und ist Gegenstand der mündlichen Prüfung für das Erste Staatsexamen.

Empfohlene Lektüre zur Einführung:
Erste Begegnungen mit Geschichte. Grundlagen historischen Lernens, 2 Bände, hg. von Waltraud Schreiber, Neuried 1999 [die entsprechenden Kapitel!]

KOLLOQUIEN
05 605
EKG
Kolloquium für Examenskandidaten, Magistranden und Doktoranden (persönliche Anmeldung erforderlich!)
Raum 2019, Dienstzimmer, Di 18-20 (14-tägig)
Weber G.
Das Kolloquium dient zum einen der Präsentation von Teilen/Aspekten fortgeschrittener wissenschaftlicher Arbeiten – Staatsexamens- und Magisterarbeiten sowie Promotionen - im Fach Alte Geschichte, zum anderen sollen gemeinsam aktuelle Forschungsansätze aus allen Bereichen des Faches diskutiert werden.

Persönliche Anmeldung erforderlich!

05 606 Altertumswissenschaftliches Kolloquium
HS III, Di 18-20 (14-tägig)
Weber G. /
Kockel V. /
Lausberg M.
In vierzehntägiger Folge berichten Wissenschaftler aus Augsburg und von anderen Universitäten oder Forschungsstätten über ihre neuen Arbeiten auf dem Gebiet der Altertumswissenschaften. Den Studenten der Universität und interessierten Hörern aus Augsburg wird so eine vielfältige Ergänzung zum normalen Semesterprogramm geboten. Besondere Aushänge geben eine Einführung zum jeweiligen Thema.
05 658
EKG
Stipendiatenkolloquium
Weber W.E.J.
 
05 607
Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden
Raum 2128, Di 18-20
Wirsching A.
Das Kolloquium richtet sich an Studenten fortgeschrittener Semester, Examenskandidaten und Doktoranden. Es bietet die Möglichkeit, eigene Arbeitsprojekte vorzustellen.

Interessenten sind jederzeit willkommen.

05 608 Landesgeschichtliches Kolloquium
Raum 2128, Do 18-20, 14-tägig
Kießling R.
Wie bereits in den vergangenen Semestern zielt die Veranstaltung zum einen als "Ober-seminar" darauf, laufende Examensarbeiten vorzustellen und zu diskutieren, zum anderen als "Kolloquium" ein Forum für aktuelle Forschungen herzustellen. Es wendet sich deshalb auch an alle diejenigen in und außerhalb der Universität, die an landesgeschichtlichen Fragen interessiert sind.

Das Programm wird rechtzeitig per Anschlag bekanntgegeben

05 609
EKG,
NNG,
Didaktik
Doktoranden- und Examinandenkolloquium
Bibliothek des Instituts für Europäische Kulturgeschichte, Fr 10 - 12
Weber W. E. J.
 
05 610
EKG
Quellentexte zur Entstehung des Kurfürstenkollegs II: Die Festlegung des Wählerkreises bis zur Goldenen Bulle (13./14. Jh.).
Raum 2129, Mi 10-12
Kaufhold M.
Der Lektürekurs widmet sich der Lektüre und der Diskussion zentraler (lateinischer) Texte, die den Weg zur Ausbildung des eigentümlichen Gremiums von 7 Kurfürsten für die Wahl des deutschen Königs im späten Mittelalter erkennen lassen. Im zweiten Teil wird es um die Festschreibung des Wahlverfahrens gehen. Nachdem sich die Vorstellung von einer Mehrheitswahl allmählich durchsetzte (2. Hälfte 13. Jh.), galt es, den Kreis der Wähler so festzulegen, dass bei Uneinigkeit über einen Kandidaten eine Mehrheitsentscheidung möglich war. Diese Festlegung gelang nach verschiedenen krisenhaften Wahlvorgängen erst in der Goldenen Bulle von 1356.

Einführende Lektüre:
Eine sehr hilfreiche Zusammenstellung der Texte bietet: Bernhard Schimmelpfennig (Hg.), Die deutsche Königswahl im 13. Jahrhundert 1-2, Göttingen 1968 (Historische Texte Mittelalter 9-10); eine noch immer gute Einführung bietet angesichts der unübersichtlichen Fülle der Literatur noch immer die rechtsgeschichtliche Darstellung von Heinrich Mitteis, Die deutsche Königswahl. Ihre Rechtsgrundlagen bis zur Goldenen Bulle, 2. Aufl. Brünn.München-Wien 1944. Vgl. auch Hauptseminar.
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme
Teilnahmevoraussetzungen: Fähigkeit und Bereitschaft zur Arbeit mit lateinischen Quellen.

SEMINARE
05 611
EKG
Eco & History. Mensch und Umwelt in der Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart
Raum 2127, Mi 8.30-10
Weber G.-/
Weber W.E.J.
Ökologische Krisen sowie Erscheinungen des lokalen und globalen Umweltwandels (z.B. Klimawandel, Überbevölkerung, Ressourcenübernutzung, Entwaldung, Umweltverschmutzung, Landschaftsdegradation) sind in der Menschheitsgeschichte nichts Außergewöhnliches. Neuartig sind jedoch die zunehmend verstärkende Intensität und das Ausmaß des Wandels, hervorgerufen durch das menschliche Handeln und Wirtschaften. Im Seminar werden "ökologische Krisen" aus historischer Zeit und Erscheinungen ökologischen Wandels an ausgewählten Beispielen behandelt. Dabei soll v.a. folgenden Fragen nachgegangen werden: Wie haben Menschen in der Verganenheit ihre Umwelt gesehen? Wie haben sie ihre Umwelt durch ihr Handeln verändert? Wie haben sie auf natürliche und anthropogen verursache Umweltveränderungen reagiert? Lassen sich aus der Betrachtung der Vergangenheit Folgerungen für die gegenwärtigen und zukünftigen Umweltveränderungen ableiten?

Einführende Literatur (Pflichtlektüre):
K.-W. Weeber, Smog über Attika. Umweltverhalten im Altertum (1990); E. Olshausen - H. Sonnabend, Naturkatastrophen in der antiken Welt (1998); W. Siemann (Hg.), Umweltgeschichte. Themen und Perspektiven (2003); D. Groh (Hg.), Naturkatastrophen. Beiträge zu ihrer Deutung, Wahrnehmung und Darstellung in Text und Bild von der Antike bis ins 20. Jahrhundert (2003).
Anforderungen für einen qualifizierten Seminarschein:
Regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit, Hausaufgaben, Referat/Hausarbeit.

05 612 Multimedia im Geschichtsunterricht
Raum 2129, 1. Sitzung: 25.10.2004, Mo 10 - 12
Die Termine der weiteren Sitzungen werden in der 1. Sitzung mit den Teilnehmern abgesprochen!
- Blockveranstaltung -
Erber R.
Wie kann moderner Geschichtsunterricht ablaufen? Wie binde ich die "Neuen Medien", Internet und CDs in meinen Unterricht ein? Lohnt sich der Aufwand überhaupt?
Diese Fragen sollten Sie haben und die Bereitschaft in praktischem Umgang mit dem Computer nach Antworten zu suchen.
Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit aktuellen CDs und verschiedenen Web-Sites wollen wir zu konkreten, lehrplanrelevanten Themen gemeinsam Material entwickeln, das im Unterricht eingesetzt werden kann. Dabei stehen zwei Aspekte im Mittelpunkt, Materialbeschaffung /-auswahl (woher bekommt man’s, was eignet sich für den Unterricht) und didaktische Überlegungen (was sind die Lernziele, und mit welchen Methoden erreiche ich diese). Aus diesen theoretischen Vorüberlegungen sollen Unterrichtsszenarien entwickelt werden und die dazu notwendigen digitalen Materialien erstellt werden.
Man muß kein Computercrack sein, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können. Bei Bedarf können die Grundkenntnisse in HTML und Powerpoint in Form eines Crashkurses vermittelt werden. Wichtig ist Interesse an der Sache und die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme.

Robert Erber ist ehemaliger Lehramtsstudent und heute Projektleiter verschiedener CD-ROM-Entwicklungen des Klett-Verlags in Stuttgart.
Anmeldung im Sekretariat des Lehrstuhls (bzw. über E-mail: r.erber@klett-mail.de)

Einführende Literatur: Literaturliste im Sekretariat (Raum 2021)
Anforderungen für Scheinerwerb:  Anforderungen für Scheinerwerb: Referat und schriftliche Hausarbeit, kontinuierliche Mitarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Aktive Mitarbeit, Bereitschaft zur Teamarbeit

05 613 Das Medium Bild in der Vermittlung von Geschichte
Raum 1004, Fr 10 - 12
Filser K.
Geschichte kann man auch sehen! Bilder spielen sowohl in der Geschichtswissenschaft als auch in der Geschichtskultur eine immer wichtiger werdende Rolle. Wer Bilder zur Konstruktion und Vermittlung von Geschichte benutzt, muss wissen, ob er Bildquellen (zeitgleiche Bilder) oder "Geschichtsbilder" vor sich hat.
Im Seminar werden unterschiedliche Bildgattungen vorgestellt und auf ihre didaktische Relevanz untersucht. Eingeplant sind die Begegnung mit Originalen in bayerischen Museen und Archiven.

Einführende Literatur: Michael Sauer, Bilder im Geschichtsunterricht, Seelze 2000.
Anforderungen für Scheinerwerb: Referat und schriftliche Hausarbeit, kontinuierliche Mitarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Besuch einer Vorlesung in Geschichtsdidaktik

05 614 Geschichtsdidaktik im Unterricht: Begleitseminar zum Praktikum für das Lehramt am Gymnasium
Raum 1004, Di 14 - 16
Filser K.
Das Seminar ist als Begleitveranstaltung zu dem im WS 2004/05 stattfindenden Praktikum konzipiert. Behandelt werden grundlegende methodische Verfahrensweisen, didaktische Prinzipien zur Planung, Durchführung und Analyse von Geschichtsunterricht sowie die Unterrichtsplanung im Fach Geschichte.
Die Teilnahme ist für Praktikanten des Wintersemesters 2004/05 obligatorisch.

Einführende Literatur:
Joachim Rohlfes, Geschichte und ihre Didaktik, 2. Aufl. Göttingen 1997.
Michael Sauer, Geschichte unterrichten. Eine Einführung in die Didaktik und Methodik, Seelze-Velber 2001.
Teilnahmevoraussetzungen: eine bereits besuchte geschichtsdidaktiktische Veranstaltung

05 615 Theorie und Didaktik des Geschichtsunterrichts. Begleitseminar zum Praktikum am Gymnasium
Raum 1004, Di 16.30 - 18
Freyberger B.
Nach einer grundlegenden Erarbeitung allgemein- und geschichtsdidaktischer Kenntnisse (Lernen im Unterricht, Phasen einer Unterrichtsstunde, Möglichkeiten der Motivation, Formen unterrichtlicher Quellenarbeit, Medieneinsatz, Problem der didaktischen Reduktion etc.) sollen die Teilnehmer konkrete Unterrichtsreihen bzw. -einheiten, die sie im studienbegleitenden Praktikum umsetzen, gemeinsam planen und auswerten.

Literaturhinweise:
Margarete Dörr, Unterrichtsplanung: Ziele, Inhalte, Methoden, Medien, Baden-Baden 1991
Hubert Meyer, Unterrichtsmethoden II. Praxisband, Frankfurt/M. 81996
Hans-Jürgen Pandel, Gerhard Schneider (Hg.), Wie weiter? Zur Zukunft des Geschichtsunterrichts, Schwalbach/Ts. 2001
Joachim Rohlfes, Geschichte und ihre Didaktik, Göttingen 2. Aufl. 1997
Michael Sauer, Geschichte unterrichten, Seelze-Velber 2001
Bernd Schönemann/Uwe Uffelmann/Hartmut Voit (Hg.), Geschichtsbewußtsein und Methoden historischen Lernens, Weinheim 1998
Wilhelm Wittenbrach, Schulpraktikum, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1985
Anforderungen für die Praktikumsbestätigung:
Regelmäßige Teilnahme und Ausarbeitung eines Unterrichtsentwurfs
Teilnahmevoraussetzungen: Teilnahme am Praktikum

05 616 Theorie und Didaktik des Geschichtsunterrichts. Begleitseminar zum Praktikum
Raum 1004, Di 10 - 12
Kotte E.
Nachdem zu Beginn des Semesters grundlegende allgemein- und geschichtsdidaktische Kenntnisse erarbeitet worden sind, sollen die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im studienbegleitenden Praktikum übernommenen Unterrichtsreihen bzw. Unterrichtseinheiten gemeinsam geplant und ausgewertet werden.

Literaturhinweise:
Margarete Dörr: Unterrichtsplanung: Ziele, Inhalte, Methoden, Medien. In: Hans Süssmuth (Hg.): Geschichtsunterricht im vereinten Deutschland. Auf der Suche nach Neuorientierung (Teil II), Baden-Baden 1991, S. 38-65.
Hilbert Meyer: UnterrichtsMethoden II. Praxisband. Frankfurt/M. 81996.
Michael Sauer: Geschichte unterrichten. Seelze-Velber 2001.
Werner Wiater: Unterrichten und Lehren in der Schule. Eine Einführung in die Didaktik. Donauwörth 1993.
Wilhelm Wittenbruch: Schulpraktikum. Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1985.
Anforderungen für die Praktikumsbestätigung:
Regelmäßige Teilnahme und Anfertigung einer Praktikumsakte
Teilnahmevoraussetzungen: Teilnahme am Praktikum

05 617 Nationale Europavorstellungen im Geschichtsunterricht
Raum 2129, Mi 12 - 14
Kotte E.
Der Begriff der Europäischen Integration setzt voraus, dass über die Zielvorstellung eines geeinten Europa weitgehende Übereinstimmung besteht. Tatsächlich aber sind in den Bevölkerungen der einzelnen europäischen Staaten höchst unterschiedliche Europavorstellungen festzustellen, die sich aus Geschichtsbildern, gegenwärtigen Erfahrungen und zukünftigen Erwartungen zusammensetzen. Die weitgehend friedlichen Revolutionen in Mittel- und Osteuropa ermöglichten nicht nur einen Systemwechsel in bereits existenten Ländern, sondern auch die Wiedererrichtung bereits in vergangenen Jahrhunderten autonomer Staaten sowie staatliche Neugründungen. Zur Legitimierung der neuen Systeme wurden alte Geschichtsmythen reaktiviert, mit deren Hilfe die Verortung in einem zusammenwachsenden Europa ermöglicht werden soll. So entstanden national prädisponierte Europabilder (die übrigens auch in Westeuropa noch nicht überwunden sind), aus denen ebenso Zugehörigkeits- wie Abgrenzungsbedürfnisse erkennbar werden. Diese historisch orientierten Europabilder sind als Elemente nationaler Geschichtskulturen genuiner Untersuchungsgegenstand geschichtsdidaktischer Forschung. Die seit mehr als zwei Jahrzehnten geforderte "europäische Dimension" der Bildung verlangt die Thematisierung dieser divergierenden Europavorstellungen im Geschichtsunterricht, um Probleme und Chancen der europäischen Integration für nachwachsende Generationen transparent zu machen und auf dem Wege des interkulturellen Lernens Fremdverstehen zu ermöglichen.

Literaturhinweise:
Jeismann, Karl-Ernst: Geschichtsbilder: Zeitdeutung und Zukunftsperspektive. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 51-52 (2002). S. 13-22.
Klunkert, Susanne: Europabilder in Mittel- und Osteuropa. Vom Wunschbild zum Abbild der europapolitischen Realität. In: S. Klunkert/B. Lippert/H. Schneider (Hg.): Europabilder in Mittel- und Osteuropa. Neue Herausforderungen für die politische Bildung. Bonn 1996. S. 231-247.
Speth, Rudolf: Europäische Geschichtsbilder heute. In: P. Bock/E. Wolfrum (Hg.): Umkämpfte Vergangenheit. Geschichtsbilder, Politik und Vergangenheitspolitik im internationalen Vergleich. Göttingen 1999. S. 160-175.
Anforderungen für den Leistungsnachweis (Schein):
Referat und Hausarbeit (zum selben Thema möglich)
Teilnahmevoraussetzungen: Anmeldung in den Sprechstunden unbedingt erforderlich

05 618 Zeitgeschichte
Raum 2127, Do 10 - 12
Weber W. E. J.
Zeitgeschichte wird im Rahmen der meisten Lehrpläne und Schulbücher nach wie vor als die Epoche seit 1918 oder 1933 definiert, obwohl (bewußt) diese Zeit erlebende und mit gestaltende bzw. mit erleidende Zeitzeugen kaum noch zur Verfügung stehen sowie nach 1945 beginnende bzw. eingetretene historische Prozesse bzw. Ereignisse unsere Gegenwart viel direkter prägen. Das Seminar möchte sich daher auf diese seit 1945 aufgekommenen Phänomene konzentrieren. Es kombiniert einen entsprechenden Überblick, der gemeinsam erarbeitet werden soll, mit Einblicken in besonders bedeutsame Sachverhalte, so etwa den Kalten Krieg im Ganzen, den Vietnamkrieg, die Europäische Einigung, den Zusammenbruch des Ostblocks und die deutsche Wiedervereinigung, ferner entsprechende innenpolitische und kulturhistorische Phänomene. Was geboten werden soll, ist mithin eine Einführung für den Lehrer- und Schulbedarf, der in die Lage versetzt, mit einem eher vernachlässigten Abschnitt des Weges zur Gegenwart besser zu Rande zu kommen.

Einführende Literatur (Pflichtlektüre):
Zur Einführung ist die Lektüre mehrerer einschlägiger, selbst gewählter Überblicksdarstellungen gefordert: (1.) eines Artikels zur deutschen Zeitgeschichte in einem gängigen enzyklopädischen Lexikon (z.B. Brockhaus Enzyklopädie; nicht kleinere Ausgaben oder gar Schüler-Lexika!); (2.) der entsprechenden Abschnitte in einer Gesamtdarstellung der deutschen Geschichte bis zur Gegenwart; (3.) der entsprechenden Abschnitte einer Gesamtdarstellung zur europäischen Geschichte. Jede Darstellung soll im Hinblick auf seine Aussagen über die Zeit nach 1945 stichwortartig zusammengefaßt werden. Die schriftliche Überprüfung dieser Pflichtleistung ist vorbehalten!
Anforderungen für Scheinerwerb: Aneignung der Pflichtlektüre (gflls. schriftliche Überprüfung vorbehalten!), regelmäßige Teilnahme, Referat und schriftliche Hausarbeit

GRUNDKURSE
05 620 Grundkurs zur Römischen Geschichte
HS III, Di 14-16
Freyberger B.
In der Veranstaltung für Studierende niedriger Semester und Examenskandidaten werden die Grundzüge römischer Geschichte von den Anfängen bis in die sog. Völkerwanderungszeit dargestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei die wichtigsten Ereignisse in Innen- und Außenpolitik: Anfänge Roms (Mythos vs. Geschichte) im Rahmen italischer Frühgeschichte (Indogermanische Wanderungen, Etrusker und Griechen), außenpolitische Expansion (Herrschaftsbildung in Italien) und innenpolitische Stabilisierung („Ständekämpfe"), Herausbildung der „klassischen" Republik (Gesellschaftsstruktur, Mittelmeer-Expansion), Krise und Niedergang der Republik (v.a. „große Einzelne"), Formierung und Selbstverständnis des Principats, Organisation und Stabilisierung des Imperium Romanum, politisch-gesellschaftlicher Wandel in der Spätantike, Ende Roms und Übergang zum Mittelalter).

Dabei werden auch prägende Strukturelemente römischer Politik und Gesellschaft einfließen: das Phänomen des Aufstiegs und Niedergangs Roms, die Institutionalisierung und Legitimierung der Monarchie, Principat vs. Dominat sowie Konstanten gesellschaftlicher Entwicklung (Rolle der Familie, der Religion, der „mores" etc.).

Einführende Lektüre:

  • G. Alföldy, Römische Sozialgeschichte, Wiesbaden 31984.

  • H. Bellen, Grundzüge der römischen Geschichte, 2 Bde Darmstadt 1994/98.

  • K. Bringmann, Römische Geschichte, München 41998.

  • K. Christ, Die Römer. Eine Einführung in ihre Geschichte und Zivilisation, München 31994.

  • Ders., Römische Geschichte. Einführung, Quellenkunde, Bibliographie, Darmstadt 31994.

  • W. Dahlheim, Die griechisch-römische Antike, Bd. 2: Rom, Paderborn u.a. 31997.

  • H.-J. Gehrke, Kleine Geschichte der Antike, München 1999.

  • A. Heuss, Die Römer: eine historische Bilanz, in: K. Büchner (Hg.), Latein und Europa, Stuttgart 1978, 313-339.

  • Ders., Römische Geschichte, Paderborn 61998.

Anforderungen für Scheinerwerb: Klausur oder Kurzessay (nach Vereinbarung)

05 621
EKG
Einführung in die Geschichte der Frühen Neuzeit. Teil II: Vom Westfälischen Frieden bis zum Ende des Alten Reiches (1648-1806)
Raum 2127, Do 12-14
Werkstetter Ch.
Dieser Grundkurs wendet sich besonders an Studienanfänger/innen, aber auch an Studieren­de, die sich noch im Grundstudium befinden und sich auf die Zwischenprüfung vorbereiten. Ziel der Veranstaltung ist es, Sie mit den Grundlinien der deutschen Geschichte der zweiten Hälfte der als 'Frühe Neuzeit' bezeichneten Epoche von 1500 bis 1800 vertraut zu machen: Sie sollen einen Überblick über die aus der Perspektive des Reiches wichtigsten politischen Ereignisse in Europa erhalten, Einblick in die innere Entwicklung des Reiches vom Westfälischen Frieden bis zum Ende des Alten Reiches bekommen sowie zentrale Schlüsselbegriffe und Deutungsmodelle der Frühneuzeitforschung kennenlernen. Am Ende des Semesters erhalten Sie die Möglichkeit, Ihren Kenntnisstand durch die Teilnahme an einer Klausur zu überprüfen.

Einführende Lektüre: Johannes Burkhardt, Das größte Friedenswerk der Neuzeit. Der Westfälische Frieden in neuer Perspektive, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 49 (1998), S. 592-616. Heinz Duchhardt, Altes Reich und europäische Staatenwelt 1648-1806 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, Bd. 4), München 1990. Helmut Neuhaus, Das Reich in der Frühen Neuzeit (Enzyklopädie deutscher Geschichte, Bd. 42), München 1997. Georg Schmidt, Geschichte des Alten Reiches. Staat und Nation in der Frühen Neuzeit 1495-1806, München 1999. Anette Völker-Rasor (Hg.), Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Frühe Neuzeit, München 2000.
Anforderungen für Scheinerwerb: regelmäßige und aktive Teilnahme, Klausur
Teilnahmevoraussetzungen: Anmeldung im Sekretariat (R. 2023) begrenzte Teilnehmer/innenzahl: max. 35 Personen!

05 622
EKG
19./20. Jahrhundert III: Weimarer Republik – totalitäre Diktaturen – NS-Machtergreifung
HS 2107, Mo 8.30-10
HS III, Mi 13-14
Dotterweich V.
Schwerpunktmäßig werden folgende Themen der deutschen und europäischen Geschichte behandelt:
1. Die Revolution von 1918/19
2. Die Krisenjahre der Weimarer Republik 1919-1923
3. Versailles: Deutsche Außenpolitik 1919-1933
4. Die Weimarer Verfassung und das Scheitern der Weimarer Demokratie
5. NS-Bewegung, Machtergreifung und Gleichschaltung
6. Mussolini und der italienische Faschismus
7. Entstehung der Sowjetunion und Stalinismus
8. Strukturen totalitärer Herrschaft

Grundkurse wollen Kenntnisse im epochalen Zusammenhang vermitteln, zum Verständnis historischer Grundbegriffe beitragen und - in einem weiteren Sinn - auf die Abschlußprüfungen vorbereiten. Sie stellen selbständige, in sich abgeschlossene Seminarveranstaltungen für Studienanfänger und fortgeschrittene Semester dar.

Einführende Lektüre:
Eberhard Kolb
, Die Weimarer Republik (Oldb. Grundriß 16), 5. Auflage 2000
Andreas Wirsching, Die Weimarer Republik (EDG 58), 2000
Klaus Hildebrand, Das Dritte Reich (Oldb. Grundriß 21), 6. Aufl. 2003
Manfred Hildermeier, Die Sowjetunion 1917-1991 (Old. Grundriß 31), 2001

Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme u. Klausur

05 623
EKG
Frühe Neuzeit I: Das Zeitalter der Reformation
HS 2106, Mi 8.30-10
Dotterweich V.
Schwerpunktmäßig werden folgende Themen der europäischen und deutschen Geschichte behandelt:
1. Staat und Staatensystem in Europa um 1500
2. Verfassungsgrundlagen des Alten Reiches
3. Entwicklung des habsburgisch-französischen Gegensatzes
4. Renaissance und Humanismus
5. Martin Luther und die Anfänge der Reformation
6. Die reformatorischen Bewegungen
7. Bäuerlicher Widerstand und Bauernkrieg 1524-26
8. Kaiser Karl V., das Reich und die Auseinandersetzung um Konfession und Libertät 1521-1555

Grundkurse zur Geschichte der Frühen Neuzeit wollen historische Zusammenhänge in zeitlichen Längsschnitten und Grundbegriffe der historisch-politischen Fachsprache vermitteln. Sie stellen selbständige, in sich abgeschlossene Seminarveranstaltungen für Studienanfänger und für fortgeschrittene Semester dar.

Einführende Lektüre:
Luise Schorn-Schütte,
Die Reformation (Beck Wissen), 2. Aufl. 2000
Heinrich Lutz, Reformation und Gegenreformation (Oldb. Grundriß 10), 4. Aufl. 1997
Johannes Burkhardt, Das Reformationsjahrhundert (Kohlhammer-Pb.), 2002
Günter Vogler, Europas Aufbruch in die Neuzeit 1500-1650 (UTB), 2003

Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme u. Klausur

HAUPTSEMINARE
05 624
EKG
Eco & History. Mensch und Umwelt in der Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart
Raum 2127, Mi 8.30-10
Weber G.-/
Weber W.E.J.
 
05 625
EKG
Kritik und Krise der athenischen Demokratie
Raum 2129, Mo 16-18
Weber G.
Der Weg Athens zur Demokratie hat in den vergangenen Jahren eine intensive Forschungstätigkeit erfahren. Dabei wird leicht vergessen, dass die Athener, vor allem die Elite der Stadt, keineswegs einhellig mit dieser Staatsform sympathisierten. In diesem Zusammenhang sind die beiden oligarchischen Umstürze von 411/10 und 404-401 bedeutsam, da sie – freilich unter verschiedenen Vorzeichen – Vorbehalte und Gegenargumente zumindest für kurze Zeit umzusetzen versuchten. Im Seminar sollen diese beiden Episoden der athenischen Geschichte in ihrer unterschiedlichen Überlieferung (Thukydides, Xenophon, attische Redner, Aristoteles) analysiert werden. Ausgangspunkt wird ein oligarchisches Pamphlet sein – im übrigen die älteste erhaltene Prosaschrift in der griechischen Literatur –, in dem ein unbekannter Oligarch während des Peloponnesischen Krieges erstmals Position gegen die Demokratie bezog: Zu fragen ist hier vor allem, welche Elemente aus diesem Gedankenkreis tatsächlich in die politische Praxis umgesetzt wurden.

Bitte beachten: Aufgrund eines Forschungsfreisemesters wird im SS 2005 voraussichtlich kein Hauptseminar in Alter Geschichte angeboten!

Literatur:
G.A. Lehmann, Oligarchische Herrschaft im klassischen Athen. Zu den Krisen und Katastrophen der attischen Demokratie im 5. und 4. Jahrhundert vor Chr. (1997); H. Heftner, Oligarchen, Mesoi, Autokraten. Bemerkungen zur antidemokratischen Bewegung des späten 5. Jh. v. Chr. in Athen, in: Chiron 33 (2003), 1-41.
Anforderungen für einen qualifizierten Scheinerwerb:
Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit, Hausaufgaben, Referat/Hausarbeit.
Teilnahmevoraussetzungen:
Griechischkenntnisse sind hilfreich, aber keine Bedingung zur Teilnahme

05 626
EKG
Die Formierung des Kurfürstenkollegs 1256/57 - 1411
Raum 2127, Do 18-20
Kaufhold M.
Das Kurfürstenkolleg, das in der Goldenen Bulle von 1356 einen definierten „Verfassungsrang" erhielt, war eine zentrale Institution des spätmittelalterlichen Reiches. Die Ausbildung dieser Gruppe von 7 Königswählern hatte eine längere Vorgeschichte, deren Interpretation in der historischen Forschung sehr kontrovers diskutiert wird. Waren die sieben Wähler die letzten aus dem größeren Kreis der Fürsten, die sich noch für die Wahl interessierten, nachdem sich die anderen desinteressiert abgewandt hatten? Oder waren sie ein repräsentatives Wählergremium, das seine Wahlentscheidung stellvertretend für alle Fürsten des Reiches traf? Im Hauptseminar sollen die entscheidenden Stationen auf dem Weg zur Formierung dieses Wahlgremiums und die begleitende zeitgenössische Wahrnehmung auf das Selbstverständnis und den Charakter des Kreises der Königswähler hin untersucht werden. Es ist eine Untersuchung, die in das Zentrum der Verfassung und der politischen Ordnung des spätmittelalterlichen Reiches führt.

Einführende Lektüre:
H. Mitteis, Die deutsche Königswahl. Ihre Rechtsgrundlagen bis zur Goldenen Bulle, 2. Aufl. Brünn-München-Wien 1944; M. Becker, Der Kurfürstenrat
K.-F. Krieger, König, Reich und Reichsreform im Spätmittelalter, München 1992 (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 14)
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme, schriftliche Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Die erfolgreiche Teilnahme an einem Mittelalter- Proseminar, Lateinische Sprachkenntnisse. Persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

05 627
EKG
Die Völkerwanderung und die Reiche der Burgunder, Langobarden, Ostgoten, Westgoten sowie der Vandalen
Raum 2129, Mo 14-16
Kreuzer G.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die wissenschaftliche Forschung häufig mit der Völkerwanderung beschäftigt und manche populären Vorstellungen und Wunschbilder des 19. und 20. Jahrhunderts korrigiert.Außer einer Untersuchung der stilisierten Herkunftssagen der fünf Völker, der Geschichte ihrer Züge bis zur endgültigen Seßhaftwerdung, soll vor allem danach gefragt werden, warum gerade sie zum Teil recht langlebige Reiche auf dem Boden des römischen Reiches bilden konnten und nicht die Skiren, Rugier, Heruler und Gepiden. Die wichtige Rolle der Hunnen, deren Ansturm (375) erst die Völkerwanderung auslöste, und mit denen sowohl römische wie germanische Heerführer gelegentlich paktierten, wird auch berücksichtigt werden müssen.

Einführende Lektüre:
Walter Pohl, Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration, Stuttgart/Berlin/Köln 2002.
Klaus Posen, Die Völkerwanderung (Beck`sche Reihe 2180) München 2002.
Anforderungen für Scheinerwerb: regelmäßige Teilnahme, schriftliche Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Zwischenprüfung, Lateinkenntnisse, Anmeldung in der Sprechstunde

05 628
EKG
Hochstapler, Wunderheiler und Magier an Fürstenhöfen der Frühen Neuzeit
Raum 1087, Fr, 17.12.2004, 15 – 18
Fr, 14.01. – So, 16.01.2005, 15 – 18
Fr, 28.01. – So, 30.01.2005, 15 – 18
Papenheim M.
Die Entstehung einer Kultur der Esoterik und der Hermetik seit dem 15. Jahrhundert hat nach Andreas Gestrich auch entscheidend die Vorstellungen von Politik und Herrschaft bestimmt. An die Stelle einer transparenten Politik trat das Geheimnis, die Arcana Imperii. Der Herrscher übt - von den normal Sterblichen weit entfernt - mit großer Weisheit gesegnet die Herrschaft aus. Ähnlich wie Gott für den Menschen nicht völlig zu verstehen ist, so ist auch die Politik des irdischen Herrschers nicht unmittelbar für jedermann einsehbar. Monika Neugebauer-Wölk hat nun betont, dass es zu dieser Kultur von Herrschaft auch gehörte, dass der Herrscher sich mit Personen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten umgab. Deshalb finden wir an den europäischen Fürstenhöfen seit der Frühen Neuzeit immer wieder Wundermänner und charismatische Persönlichkeiten, aber auch Scharlatane und Abenteurer mit großem Einfluss. Die Vorstellung von der "magischen" Entourage des Herrschers hat sich bis in die Gegenwart in vielfacher Gestalt sogar erhalten. Der Science-Fiction-Held Perry Rhodan hat eine Truppe von Mutanten um sich - oder um wieder in die reale Welt zurückzukehren: Der Okkultist Eliphas Levi und der Sexualpathologe Rasputin hatten großen Einfluss am Russischen Zarenhof. Auch demokratisch legitimierte Regierende suchen oft den Rat von Wahrsagern und Magiern. In diesem Hauptseminar werden wir den geistesgeschichtlichen Wurzeln dieses Phänomens nachgehen, eine theoretische Definition dieses "hermetischen" Herrschertyps erarbeiten und eine Typologie von Wundermännern bei Regenten aufstellen. Die Veranstaltung ist ausdrücklich auch für Studienbeginner geeignet. Hilfsmittel und Literatur werden zur Verfügung gestellt bzw. bekanntgegeben. Erwartet werden regelmäßige Mitarbeit. Das Seminar kann wahlweise als Veranstaltung der Frühen Neuzeit und der Neueren und Neuesten Geschichte besucht werden.

Einführende Lektüre:
Gestrich, Andreas, Absolutismus und Öffentlichkeit. Politische Kommunikation in Deutschland zu Beginn des 18. Jahrhunderts, Göttingen 1994
Neugebauer-Wölk, Monika, Esoterik in der Frühen Neuzeit. Zum Paradigma der Religionsgeschichte zwischen Mittelalter und Moderne, in: Zeitschrift für Historische Forschung, 27, 2000, 321, 364.
Anforderungen für Scheinerwerb: Teilnahme an allen drei Seminarblöcken, Referat und schriftliche Hausarbeit

05 629
EKG
Bayern – Böhmen. 1848 bis 1989. Entwicklung einer Nachbarschaft.
Raum 2129, Do 16-18
Eiber L.
Entwicklung der Beziehungen zwischen Bayern und Böhmen auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet mit Schwerpunkt im 20. Jahrhundert

Einführende Lektüre:
Frank Boldt/Rudolf Hilf, Bayerisch-böhmische Nachbarschaft, München 1992 (LZfPB)
Markus Mauritz, Tschechien, München 2002
Ferdinand Seibt, Deutschland und die Tschechen. Geschichte einer Nachbarschaft in der Mitte Europas, 3. Aufl. München 1997
Anforderungen für Scheinerwerb: Referat, Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Abgeschlossenes Grundstudium, Listeneintrag im Sekretariat (Raum 2006)

05 630
EKG
Britisch-Nordamerika und die USA in der internationalen Politik 1783-1867
Einführungsveranst.: Raum 1012, Mi. 15.12.2004, 18 - 21
Raum 1005, Fr, 14.01.05, 16-21,
Raum 1005, Sa, 15.01.05, 10-16
Raum 1005, Fr, 28.01.05, 16-21
Raum 1005, Sa, 29.01.05, 10-16
Kronenbitter G.
Der amerikanische Unabhängigkeitskampf endete 1783 mit der Anerkennung der Souveränität der USA durch die frühere Kolonialmacht Großbritannien im Frieden von Paris. Britisch-Nordamerika, der nach 1783 weiter unter der Herrschaft Londons stehende Kolonialbesitz, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Teil des "Zweiten Britischen Empire". Ein Großteil dieser Gebiete fand im British North America Act 1867 zu einem Dominion Kanada zusammen. Damit stabilisierte sich auch dauerhaft die politische Gliederung Nordamerikas. Insbesondere die Konkurrenz bei der Westexpansion des Siedlungsraums und Verwicklungen in innenpolitische Krisen des Nachbarn belasteten nach 1783 immer wieder die Beziehungen zwischen Britisch-Nordamerika und den USA. Handelspolitische Streitigkeiten und machtpolitische Rivalität zwischen dem Empire und den Vereinigten Staaten bargen zusätzliches Konfliktpotential und führten 1812 bis 1814 sogar zum Krieg. Im Zentrum der Veranstaltung steht daher die Frage nach dem Zusammenhang von kontinentaler und internationaler Politik bis 1867.

Einführende Lektüre:
Grundwissen und Literaturhinweise zur Geschichte Britisch-Nordamerikas und der USA im späten 18. und im 19. Jahrhundert z.B. in Jürgen Heideking, Geschichte der USA, 2., überarbeitete Aufl., Tübingen 1999, Willi Paul Adams, Die USA vor 1900. München 2000 und Udo Sautter, Geschichte Kanadas. Von der europäischen Entdeckung bis zur Gegenwart, 2. Aufl., München 1992. Zum britischen Empire eingehend die Bände II, III und V (Kapitel 4, 5 und 8) der Oxford History of the British Empire, Literaturangaben bei Peter Wende, Großbritannien 1500-2000, München 2001 (S. 181, 195, 203-205)
Anforderungen für Scheinerwerb: aktive Mitarbeit, Referat, Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: abgeschlossenes Grundstudium; Listeneintrag im Sekretariat (Raum 2006)

05 631
EKG
Massenmedien und Kulturkritik im 20. Jahrhundert
Raum 2128, Do 10-12
Wirsching A.
Das Vordringen „neuer Medien" ist ein Grundmotiv der Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts und hat stets zu ausgedehnten Diskussionen um ihren Sinn und Zweck, ihre Vorteile und Gefahren geführt. Dies gilt für das Erscheinen des Films zu Beginn des 20. Jahrhunderts ebenso wie für die Auseinandersetzung um die sogenannte „Schund- und Schmutz-" Literatur, aber auch über neue Formen der Massenpresse, das Fernsehen und – in jüngster Zeit – den Computer. In dem Seminar werden wir uns weniger mit den technischen Gegebenheiten selbst als mit dem kulturkritischen bzw. -affirmativen Diskurs um die „neuen Medien" beschäftigen und dabei im diachronen Vergleich historische Kontinuitäten und Diskontinuitäten aufzuspüren suchen.

Einführende Lektüre: Wird zu Beginn des Seminars mitgeteilt
Anforderungen für Scheinerwerb: regelmäßige aktive mündliche Mitarbeit, Übernahme von Thesenpapieren, Kurzreferaten etc., schriftliche Hausarbeit.
Teilnahmevoraussetzungen: Abgeschlossenes Grundstudium; Listeneintrag im Sekretariat (Raum 2006)

05 632
EKG
Aspekte der Aufklärung in Süddeutschland
Raum 2129, Do 14-16
Kießling R.
Wenn man dem Reisebericht Friedrich Nicolais glauben schenken will, dann war das katholische Süddeutschland im ausgehenden 18. Jh. ein Hort der finstersten Reaktion, selbst die evangelischen Reichsstädte wurden nur bedingt als Ausnahmen akzeptiert. Hatte er die katholische Ausprägung von Aufklärung übersehen? Heute bewerten wir die Dinge differenzierter und weniger polemisch: den Anteil der Klöster und reichsstädtischen Schulen am Wissenschaftsbetrieb der Zeit, die Auffächerung der publizistischen Medien, die Entstehung einer neuen diskursiven (bürgerlichen) Öffentlichkeit, z.B. durch gelehrte Gesellschaften und Freimaurerlogen, aber auch die "Nachtseiten" der rigorosen Kulturbrüche bis hin zur Adaption von Elementen des aufgeklärten Absolutismus. Das Seminar wird das Problemfeld sowohl theoretisch angehen wie auch an geeigneten Beispielen die verschiedenen Dimensionen konkret analysieren.

Einführende Lektüre:
- Andreas Kraus u.a., Aspekte der Aufklärung in Kurbayern und Ostschwaben, in : ZBLG 54 (1991), S. 1-298
- Winfried Müller, Die Aufklärung, München 2002
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme, Referat und schriftliche Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Zwischenprüfung

PROSEMINARE
05 634
Z 11/12
EKG
Proseminar zur Alten Geschichte und Provinzialrömischen Archäologie III: Siedlungswesen im römischen Deutschland - zugleich Hilfswissenschaftliche Übung
Raum 2129, Mi 18-20
Bakker L.
Das römische Siedlungswesen wird anhand exemplarisch zu behandelnder Städte, Kleinstädte, Dörfer, gewerblicher Produktionsorte, villae rusticae (Bauernhöfen) auf dem Lande sowie Heiligtümern erarbeitet. Lage und innere Struktur der Siedlungen mit typischen Grundrissen und Gebäuden, den Friedhöfen, die wirtschaftliche Basis und die Geschichte der jeweiligen Ansiedlung von der frühen Kaiserzeit bis zum Ende der Spätantike werden erschlossen; dabei stehen das römische Südwestdeutschland und Bayern im Vordergrund. Als Ausgangspunkt der Siedlungsgeschichte werden die Militär-"Siedlungen" (Legionslager und Kastelle) kurz betrachtet.

Einführende Lektüre:
Dietwulf Baatz, Fritz-Rudolf Herrmann, Die Römer in Hessen, Stuttgart 1982.
Heinz Cüppers, Die Römer in Rheinland-Pfalz, Stuttgart 1990.
Wolfgang Czysz u.a., Die Römer in Bayern, Stuttgart 1995.
Philipp Filtzinger, Dieter Planck, Bernhard Cämmerer, Die Römer in Baden-Württemberg, Stuttgart 31986.
Tillmann Bechert u.a., Die Römer in Nordrhein-Westfalen, Stuttgart 1987.
Die Römer in Schwaben, Hg. v. Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (Ausstellungskatalog Augsburg, Arbeitsheft 27), München 21985.
Anforderungen für Scheinerwerb: Ausführliches Referat mit schriftlicher Kurzfassung oder Hausarbeit; regelmäßige Teilnahme!
Teilnahmevoraussetzungen:  Lateinkenntnisse; Studierende ohne Lateinkenntnisse werden gebeten, bei mir vorzusprechen. Teilnehmerbeschränkung auf 25 Personen notwendig!

05 635
EKG
Demosthenes und seine Zeit
Raum 2127, Do 8.30-10
Diefenbach
Das umfangreiche Redencorpus des athenischen Rhetors Demosthenes (384 – 322 v. Chr.) erlaubt einen überaus facettenreichen Einblick in unterschiedliche Aspekte der athenischen Demokratie des 4. Jahrhunderts v. Chr.: Institutionen und Funktionsweisen des politischen Systems, soziale Verwerfungen, außenpolitische Konfliktlagen. Im Seminar wird es darum gehen, sich - ausgehend von den Reden des Demosthenes und damit in quellennaher Herangehensweise - diese Felder zu erschließen und ein Bild des demosthenischen Athen zu gewinnen.

Einführende Lektüre:
G. A. Lehmann, Demosthenes von Athen, München 2004; M. H. Hansen, Die Athenische Demokratie im Zeitalter des Demosthenes, Berlin 1995
Anforderungen für Scheinerwerb:
Regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit, Hausaufgaben, Referat/Hausarbeit.
Teilnahmevoraussetzungen: Lateinkenntnisse; Griechischkenntnisse nützlich (aber keine Bedingung zur Teilnahme); Bereitschaft zur Lektüre von Sekundärliteratur in modernen Fremdsprachen

05 636
EKG
Aristoteles, Staat der Athener
Raum 2128, Di 16-18
Weber G.
Das Proseminar soll eine Einführung in die wissenschaftlichen Arbeitsmethoden der Alten Geschichte geben. Als Beispiel dient die von Aristoteles verfasste Schrift über die Verfassung der Athener, die am Ende des vergangenen Jahrhunderts auf einem Papyrus gefunden wurde und damit als einzige der 158 von Aristoteles zusammengestellten Verfassungen griechischer Stadtstaaten überliefert ist. Entsprechend der Aufteilung des Werkes soll im ersten Teil des Seminars auch unter Heranziehung anderer antiker Quellen die Entstehung und Ausformung der Demokratie vom Ende des 7. bis zum Ende des 5. Jh. v.Chr. behandelt werden; der zweite Teil ist in gemeinsamer Lektüre der Untersuchung der überaus bemerkenswerten Institutionen und der Vielzahl von Amtsträgern sowie konzeptionellen und praktischen Problemen gewidmet, auf welche die Athener bei aller Stabilität und Kontinuität ihrer Verfassung zu reagieren versuchten – mit unterschiedlichem Erfolg.

Textausgabe (Anschaffung erforderlich): Aristoteles, Der Staat der Athener, übers. u. hrsg. v. M. Dreher (Reclams UB 3010), Stuttgart 1993.
Literatur:
J. Bleicken, Die athenische Demokratie (1994); M.H. Hansen, Die athenische Demokratie im Zeitalter des Demosthenes (1995); M.H. Chambers, The Athenaion Politeia after a Century, in: Transitions to Empire. Essays in Greco-Roman History, 360-146 B.C. (1996), 211-225.
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit, Hausaufgaben, Referat/Hausarbeit.
Teilnahmevoraussetzungen: Lateinkenntnisse; Griechischkenntnisse sind hilfreich, aber keine Bedingung zur Teilnahme

05 637
EKG
Friedrich II
Raum 2128, Mo 14-16
Kaufhold M.
Der Staufer Friedrich II. ist eine schillernde Figur. Er gelangte erst nach heftigen Rückschlägen auf den deutschen Thron, entschied sich aber, seinen Herrschafts- und Lebensmittelpunkt im Königreich Sizilien zu nehmen, dessen Krone er von seiner Mutter Konstanze geerbt hatte. Friedrich II. war ein sehr herrschaftsbewußter Kaiser, führte gegen den Willen des Papstes einen Kreuzzug, regierte sein Königreich Sizilien mit einem neuen Rechtscodex, der bis in das 19. Jh. Gültigkeit behielt, ist für sein Interesse für den Islam und die Wissenschaft seiner Zeit berühmt geworden und starb 1250, nachdem ihn der Papst 5 Jahre zuvor als Kaiser abgesetzt hatte. Das Proseminar soll anhand der Geschichte Friedrichs II. in die Grundbegriffe der mittelalterlichen Geschichte einführen.

Einführende Lektüre:
W. Stürner, Friedrich II, Bd. 1-2, 2. Aufl. ########## (sehr detailliert); H. M. Schaller, Kaiser Friedrich II. Verwandler der Welt, Göttingen 1964; K. v. Eickels / T. Brüsch (Hg.), Friedrich II. Leben und Persönlichkeit in Quellen des Mittelalters, Düsseldorf 2000.
Hinweis: Nur wenige Werke über die Mittelalterliche Geschichte haben in der Öffentlichkeit eine solche (durchaus problematische) Wirkung entfaltet, wie das Werk von E. Kantorowicz, Kaiser Friedrich II, Berlin 1927 (zahlreiche Nachdrucke). Für die Geistesgeschichte der späten Weimarer Zeit und für die mittelalterliche Geschichte ist es eine sehr aufschlussreiche Lektüre.
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme, das Absolvieren eines kürzeren schriftlichen Wissenstests Anfang Juni, Verfassen einer schriftlichen Hausarbeit.
Teilnahmevoraussetzungen: Keine, persönliche Anmeldung in der Sprechstunde.

05 638
EKG
Die Entstehung des deutschen Reiches
Raum 2127, Mi 12-14
Krüger
Seit wann gab es ein „deutsches" Reich? Anhand dieser nicht eindeutig zu beantwortenden Leitfrage führt das Proseminar in Quellen und Forschungsmethoden der Mittelalterlichen Geschichte ein. Inhaltliche Schwerpunkte sind die karolingischen Reichsteilungen im 9. Jahrhundert, das Ostfrankenreich unter Konrad I., das Königtum Heinrichs I., die ottonische renovatio imperii und die Außenwahrnehmung des Salier-Reiches als regnum teutonicum im 11. Jahrhundert.

Einführende Lektüre:
Gerd Tellenbach, Die Entstehung des deutschen Reiches, München 31943; Carlrichard Brühl, Die Geburt zweier Völker. Deutsche und Franzosen (9.-11. Jahrhundert), Köln 2001; Joachim Ehlers, Die Entstehung des deutschen Reiches (Enzyklopädie deutscher Geschichte 31), München 1994
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme, Kurzreferat, kurzer Wissenstest, schriftliche Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Persönliche Anmeldung in der Sprechstunde, Raum 2015, dienstags ab 16 Uhr

05 659 Zusätzliche Veranstaltung!
Die Fugger – Geschichte der Familie und ihres Unternehmens
Raum 1006, Mi 12 - 14
Dauser R.
Mit seinem Wort vom Zeitalter der Fugger hat Richard Ehrenberg an der Wende zum 20. Jahrhundert seiner Auffassung von einer geradezu prototypischen Rolle der Familie Fugger in der Wirtschaftsgeschichte des 16. Jahrhunderts einprägsam Ausdruck verliehen. Bis heute wirkt diese Einschätzung in unserem Geschichtsbild nach, auch wenn die Historikergenerationen nach Ehrenberg in der Diskussion um Vorreiter- oder Sonderrolle der Fugger neue Eckpunkte der Bewertung geschaffen haben.
Fuggergeschichte jedoch ist noch wesentlich mehr als Wirtschaftsgeschichte: Mit dem Aufstieg der Familie und ihrer Erhebung in den Adelsstand eröffneten sich neue Handlungsmöglichkeiten – und auch -notwendigkeiten: Neben Entwicklung und Blüte der Firma insbesondere unter Jakob dem Reichen (1459-1525) und Anton Fugger (1493-1560) wird das Seminar über das Jahr 1560 hinaus Vertreter der Familie Fugger auch als Grundherren, Fürstendiener, Politiker, Heerführer und Kirchenfürsten in den Blick nehmen, ihre Beziehungen zu Kunst und Wissenschaft, ihre Rolle in der frühneuzeitlichen Kommunikations- und Mediengeschichte untersuchen. Unverzichtbar ist schließlich auch die Beschäftigung mit den verschiedenen ‚Fugger-Bildern’, die wir aus Fuggerscher Selbst-Präsentation, zeitgenössischer Chronistik und Pamphletistik, aber auch aus populären wie historiographischen Darstellungen bis ins 20. Jahrhundert rekonstruieren können: Sie runden nicht nur die Erschließung der Fuggergeschichte ab, sondern informieren darüber hinaus über Wandel und Konkurrenz der Bewertungsmaßstäbe ihrer jeweiligen Zeit.

Einführende Lektüre:
Burkhardt, Johannes: Kap. „ Im Dienste früher Staatsfinanz: die Fugger", in: Das Reformationsjahrhundert. Deutsche Geschichte zwischen Medienrevolution und Institutionenbildung, 1517-1617, Stuttgart 2002, S. 149-152.
Karg, Franz: Die Fugger im 16. und 17. Jahrhundert, in: Eikelmann, Renate (Hg.): „lautenschlagen lernen und ieben." Die Fugger und die Musik. Anton Fugger zum 500. Geburtstag, Augsburg 1993, S. 99-110.
Kellenbenz, Hermann: Anton Fugger – Persönlichkeit und Werk, Augsburg 2001 (Studienausgabe; Materialien zur Geschichte der Fugger 4).
Pölnitz, Götz Freiherr von: Die Fugger. 6., durchges. Aufl., Tübingen 1999.
Anforderungen für Scheinerwerb: Referat, Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Teilnehmerzahl max. 25; Teilnehmerliste liegt im Sekretariat Raum 2023 aus.

05 639
EKG
„... welchergestalten eine gefährliche ansteckende Seuche eingerissen". Die Pest in der Frühen Neuzeit
Raum 2127, Mi 10-12
Werkstetter Ch.
 
05 640
EKG
Martin Luther und Thomas Müntzer
Raum 2128, Do 14-16
Dotterweich V.
Vor 1989/90 hatte die reformationsgeschichtliche Forschung in Deutschland zwei "Helden": Martin Luther in der Bundesrepublik, in Sachsen/Thüringen Thomas Müntzer. Seit der "Wende" hingegen ist Müntzers Bild merklich verblaßt - zu Unrecht, denn Thomas Müntzer (1488/89-1525) zählt als radikaler Theologe, als erbitterter Gegner Luthers und wegen seiner Rolle an der Spitze des Widerstandes gegen den Fürstenstaat im sächsisch-thüringischen Kerngebiet der Reformation zu den bemerkenswertesten, zugleich auch umstrittensten Gestalten der Reformationsepoche.
Ausgehend von Luthers und Müntzers Flugschriften, die in handlichen Taschenbuchausgaben zugänglich sind, ist es das Ziel des Seminars, Textinterpretation, biographische Darstellung und vergleichende Analyse (M. Luther/Th. Müntzer) miteinander zu verbinden. Warum hatte Luther Erfolg, warum ist Müntzer gescheitert? Anhand dieser Leitfrage führt das Seminar zugleich in zentrale Probleme der reformatorischen Bewegung und der neueren reformationsgeschichtlichen Forschung ein.

Einführende Lektüre:
P. Blickle
, Die Reformation im Reich (UTB-Tb.), 3. Aufl. 2000
R. Schwarz, Luther (UTB-Tb.), 2. Aufl. 1998
E. Wolgast, Th. Müntzer. Ein Verstörer der Ungläubigen, 1981 (Musterschmidt)
H.-J. Goertz, Th. Müntzer. Mystiker, Apokalyptiker, Revolutionär, 1989 (Beck)

Anforderungen für Scheinerwerb: Kurzreferat u. Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Regelmäßige Teilnahme u. aktive Mitarbeit

05 641
EKG
Nationalsozialistische Bewegung und NS-Machtergreifung
Raum 2128, Mo 16-19
Dotterweich V.
Keine andere Person der neueren deutschen Geschichte hat eine derartige Machtfülle auf sich vereinigt wie Adolf Hitler. Seit 1934 waren alle Konkurrenten ausgeschaltet. Bereits die Zeitgenossen waren der Auffassung, daß der Nationalsozialismus "mit Hitler stand und fiel" (K. D. Bracher). Dennoch: Die "Führerdiktatur" gründete sich nicht allein auf Hitlers Machtwillen und die Technik der Machtausübung, sondern vor allem auch auf die Zustimmung, die der Nationalsozialismus in Deutschland fand.
Wer waren diejenigen, die der NSDAP als Mitglieder und Hitler als Wähler zuliefen? Die vor 1933 den Nationalsozialismus zur Massenbewegung machten und später das NS-System "mittrugen"? Die als SA- und SS-Leute, als Blockwart oder Gauleiter den "Führerwillen" erfüllten? Welche Struktur hatte die nationalsozialistische Bewegung und mit welchen Mitteln gelang ihr die Zerstörung der Weimarer Republik?
Das Seminar verbindet politikgeschichtliche, biographische und sozialgeschichtliche Betrachtungsweise. Es arbeitet exemplarisch, an konkreten Beispielen. Als Einführungsveranstaltung angelegt, macht es anhand von Quellen und wissenschaftlicher Literatur mit Methoden, Arbeitsweise und Problemstellungen der neuesten Geschichte vertraut.

Einführende Lektüre:
R. J. Evans,
Das Dritte Reich, Band 1: Aufstieg, 2004 (DVA)
P. Longerich, Geschichte der SA (BSR), ²2003 (Beck)
Martin Broszat, Der Staat Hitlers, 2000 (dtv)

Anforderungen für Scheinerwerb: Kurzreferat, Essay u. Klausur
Teilnahmevoraussetzungen: Regelmäßige Teilnahme u. aktive Mitarbeit

05 642
EKG
Universitäten und Wissenschaft im Dritten Reich
Raum 2129, Fr 10-12
Finger J.
Die Geschichte der mit Wissenschaft und Forschung befaßten Institutionen aber auch das Verhalten einzelner Wissenschaftler während des Dritten Reiches hat in den letzten Jahrzehnten vermehrt die Aufmerksamkeit der Geschichtswissenschaft aber auch einer interessierten Fachöffentlichkeit in den jeweiligen Disziplinen auf sich gezogen – bis in die letzte Zeit immer wieder auch mit lebhaften Kontroversen verbunden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit gehört inzwischen zum selbstverständlichen Tun von Universitäten, Akademien, Forschungseinrichtungen (MPG, DFG etc.) und der einzelnen Disziplinen.
Das Seminar soll die Frage nach nationalsozialistischen Wissenschaftskonzeptionen, der Forschungs- und Hochschulpolitik der Dritten Reiches und den beteiligten Staats- und Parteistellen ebenso stellen, wie jene nach der Gleichschaltung der Institutionen, nach der Instrumentalisierung von Wissenschaft und der persönlichen oder institutionellen Verstrickung.
Das Themenspektrum reicht dabei vom gezielten Ausschluß aus der ‚scientific community’, von Emigration und Verfolgung bis hin zur mehr oder weniger begeisterten Anpassung an die Ideologie und Ziele des Nationalsozialismus, im Extremfall bis zur Beteiligung am verbrecherischen Handeln des Regimes. Zu beachten ist, daß Wissenschaftler mit so verschiedenen Schicksalen zum Teil bruchlos in der Nachkriegszeit an ihre Karrieren aus dem Dritten Reich anknüpfen konnten.
Daneben soll das Seminar eine Einführung in Methoden und Praxis der Geschichtswissenschaft bieten. Die Organisation der einzelnen Sitzungen wird unterschiedlich sein: Neben einführenden Referaten zu einzelnen Personen und Institutionen sollen Berichterstatter und Expertengruppen an Hand von Texten aus der Forschung und von Quellen die Diskussion in den Seminarsitzungen vorbereiten.

Einführende Lektüre:
Klaus Hildebrand, Das Dritte Reich (OGG 17), 5. Aufl., München 1995.
Peter Lundgreen (Hg.), Wissenschaft im Dritten Reich, Frankfurt a.M. 1985.
Frank-Rutger Hausmann (Hg.), Die Rolle der Geisteswissenschaften im Dritten Reich 1933-1945 (Schriften des Historischen Kollegs, Kolloquien 53), München 2002.
Anforderungen für Scheinerwerb: regelmäßige Teilnahme, Übernahme von Funktionen in einzelnen Sitzungen, kurzer Essay zu einer Quelle, schriftliche Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Interesse und lebhafte Mitarbeit. Listeneintrag im Sekretariat (R. 2006), max.
25. Teilnehmer !

05 643
EKG
Die soziale Frage in Deutschland im 19. Jahrhundert
Raum 1004, Mi 10-12
Gotto B.
Die immer machtvoller voranschreitenden Ablösung der alten Stände- und Agrargesellschaft durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen, die die Industrialisierung im 19. Jahrhundert hervorbrachte, rief tief greifende und langfristig wirksame Umbrüche hervor. Ihre gesellschaftspolitische Seite wurde als „Soziale Frage" diskutiert. Im Proseminar soll es darum gehen, weshalb man in Deutschland überhaupt Handlungsbedarf sah, welche Lösungsansätze entwickelt wurden und wer die wichtigsten Akteure waren. Anhand dieses Paradigmas werden exemplarisch verschiedene methodische Zugänge auf die Geschichte des 19. Jahrhunderts erarbeitet und so nah an der Praxis der Studierenden wie möglich historisches Denken und Arbeiten vermittelt. Besonderer Wert soll im propädeutischen Teil darauf gelegt werden, mündlich und schriftlich Sachverhalte darzulegen und im Umgang mit Thesen und Positionen aus der Forschung zu argumentieren.
Um das Thema behandeln zu können, ist ein Überblick über die großen Entwicklungslinien und die wichtigsten Daten des ereignisgeschichtlichen Hergangs des 19. Jahrhunderts unerlässlich. Diese Basiskenntnisse werde ich daher in einer etwa 30minütigen Klausur in der Einführungssitzung abprüfen.

Einführende Lektüre: für die Klausur: Franz J. Bauer, Das „lange" 19. Jahrhundert, Stuttgart 2004 (Reclam-Bändchen) oder Jürgen Kocka, Das lange 19. Jahrhundert, Stuttgart 2001 (Gebhardt, 10. Aufl., Bd. 13) oder Manfred Görtemaker, Deutschland im 19. Jahrhundert, Bonn 1994 (Schriftenreihe der Bundeszentrale für pol. Bildung, Bd. 274); als Einführung in die Thematik: Gerhard Ritter, Soziale Frage und Sozialpolitik in Deutschland seit Beginn des 19. Jahrhunderts, Opladen 1998, S. 1-67.
Anforderungen für Scheinerwerb: außer der 12-15seitigen Proseminararbeit regelmäßige Mitarbeit und Vorbereitung, z.T. schriftliche Hausaufgaben, mehrere Kurzreferate
Teilnahmevoraussetzungen: Eintrag in die Liste im Sekretariat; Bestehen der Eingangsklausur zu grundlegenden Entwicklungen des 19. Jahrhunderts (dafür unbedingt eines der angegebenen Bücher lesen!)

05 644
EKG
Das Parteiensystem der Weimarer Republik
Raum 2128, Mo 12-14
Seefried E.
Kontinuitäten und Brüche kennzeichneten das Parteiensystem der Weimarer Republik. Einerseits löste die Implementierung des parlamentarisch-präsidentiellen Regierungssystems und des Verhältniswahlrechts innerhalb einer demokratischen Verfassungsordnung tiefgreifende Veränderungen des Parteiensystems aus. Die Parteien hatten nun Regierungsverantwortung zu tragen, wobei dem parlamentarischen Prinzip die Machtfülle des Präsidenten entgegenstand. Andererseits entfalteten langfristige, aus der Entstehungsphase des Kaiserreiches herrührende Strukturprobleme wie die Prägung der politischen Kultur durch das konstitutionelle System des 19. Jahrhunderts, die fehlende Regierungserfahrung der Parteien und die Existenz fragmentierter „sozialmoralischer" (M. Rainer Lepsius) Milieus weiterhin Wirkung. Die genannten Strukturprobleme sollten in Verbindung mit den fundamentalen sozialökonomischen Problemlagen zu einer Funktionsschwäche des Parteiensystems führen.
In diesem Seminar sollen zunächst verfassungsrechtliche, politisch-kulturelle und sozioökonomische Grundlagen der Weimarer Republik beleuchtet werden. Ferner gilt das Augenmerk Parteitypologien sowie Entwicklungslinien und Charakteristika der unterschiedlichen Parteien des politischen Spektrums. Im Mittelpunkt steht die Analyse des Parteiensystems, also des Beziehungsgefüges; hierzu sind Fragmentierung, ideologische Distanzen, Koalitionsbildung, Regierungs- und Oppositionspolitik zu untersuchen. Abschließend wollen wir die Bedeutung der spezifischen Ausformung des Weimarer Parteiensystems für das Scheitern von Demokratie und Republik diskutieren.

Einführende Lektüre:
- Eberhard Kolb, Die Weimarer Republik, München 4. Auflage 1998 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 16).
- Heinrich August Winkler, Weimar 1918-1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie, München 1993.
- Andreas Wirsching, Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, München 2000 (Enzyklopädie Deutscher Geschichte, Bd. 58).
Anforderungen für Scheinerwerb: regelmäßige Teilnahme, Referat/Coreferat, schriftliche Hausarbeit
Teilnahmevoraussetzungen: Listeneintrag im Sekretariat

05 645
EKG
Emanzipation und Assimilation – Jüdisches Leben im 19. Jahrhundert am Beispiel Bayerns
Raum 2128, Di 14-16
Kießling R.
Mit der Ausbildung des modernen Staates vollzog sich in Deutschland auch eine grundlegende Veränderung der Existenz der Juden: "Aus dem Ghetto in die bürgerliche Gesellschaft", so formulierte Jacob Katz den Übergang in die neue Phase jüdischer Geschichte. Das bedeutete zunächst und vordergründig die Gewährung der Emanzipationsgesetze wie in Bayern 1813. Freilich war sie begleitet von erheblichen Problemen: So dominierte das sog. Erziehungskonzept, wonach von den Juden die Aufgabe ihrer traditionellen Lebensweise gefordert wurde, ehe ihnen die vollen bürgerlichen Rechte zuerkannt werden sollten. D.h. sie sollten ihre wirtschaftlichen Tätigkeitsfelder – v.a. den 'Schacherhandel' – aufgeben, eine 'Verkirchlichung' ihrer religiösen Praxis wie eine Akkulturation in den Lebensformen akzeptieren – kurz: die Aufgabe ihrer eigenen Identität sollte der Preis für die volle Anerkennung der Rechtsgleichheit sein. Der Prozess vollzog sich in Wellen, begleitet von vielfachen antijüdischen Aktivitäten, bis er schließlich 1871 mit dem Beitritt Bayerns zum Deutschen Reich (scheinbar) abgeschlossen wurde.

Das Proseminar will diese Probleme an entscheidenden Stellen bzw. Beispielen ausleuchten – und an dem Thema auch die handwerklichen Fähigkeiten der Geschichtswissenschaft vermitteln.

Einführende Lektüre:
- Manfred Treml u.a., Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Aufsätze, München 1988
- Shulamit Volkov, Die Juden in Deutschland 1780-1918, München 1994
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme, Referat und schriftliche Hausarbeit

05 646
EKG
Die Revolution von 1848/49 in Bayern
Raum 2128, Mi 14-16
Ullmann S.
Eine tiefe Krise der konventionellen Monarchie, der Ansehensverlust Ludwigs I. (Lola-Montez-Affäre), wirtschaftlich motivierter Protest der Münchner Bevölkerung und die Nachricht von der Februarrevolution in Paris lösten in Bayern die Märzbewegung aus. Die revolutionäre Bewegung führte zum Rücktritt des Königs und mündete in den Reformlandtag unter seinem Sohn Max II., mit dem die bayerische Verfassung in wesentlichen Punkten – wie dem Wahlrecht und der Gesetzesinitiative – modernisiert wurde. Wir werden uns im Seminar einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Konfliktfelder des Revolutionsgeschehens sowie die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergründe erarbeiten – und nicht zuletzt die erzwungenen Ergebnisse kritisch unter die Lupe nehmen.

Einführende Lektüre: Dieter Langewiesche, Die Revolution von 1848/49 im europäischen Kontext. Bemerkungen zu einer Regional- und Lokalforschung in vergleichender Absicht, in: Ders. (Hg.), Demokratiebewegung und Revolution 1847-1849, Karlsruhe 1998, S. 185-195
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige und aktive Teilnahme, Referat und Hausarbeit

PRAKTIKA
05 647 Studienbegleitendes Praktikum für das Lehramt am Gymnasium
Rudolf-Diesel-Gymnasium, Mi 8 - 13
Filser K.
Die Praktika für das WS 2004/2005 sind ausgebucht.

Bitte beachten Sie:

  • Da nicht in jedem Semester Praktika für alle Lehrämter angeboten werden können, ist dringend geboten, sich frühzeitig, nicht aber vor dem 4. Semester, beim Lehrstuhl anzumelden.
  • "Frühzeitig" heißt: Ihre Entscheidung muss bis 15. Januar für das nachfolgende Studienjahr getroffen werden, da nur so gewährleistet werden kann, dass Ausbildungslehrer zur Betreuung des Praktikums freigegeben werden können. Es wird immer schwieriger, Ausbildungslehrer zu bekommen.
  • Die Anmeldung bei den Prüfungsämtern kann erst erfolgen, wenn der Lehrstuhl grünes Licht für die Teilnahme gibt. Es entstehen neuerdings immer wieder ärgerliche Situationen, wenn sich Praktikanten in den Prüfungsämtern anmelden, ohne vom Fachvertreter an der Uni die Genehmigung zur Teilnahme eingeholt zu haben.
  • Erkundigen Sie sich auch rechtzeitig, welche Voraussetzung zu Teilnahme am Praktikum erfüllt werden müssen.
05 648 Studienbegleitendes Praktikum für das Lehramt an Realschulen
Realschule Neusäß, Do 8 - 12
Kotte E.
vgl. 05 647
ÜBUNGEN
05 649
EKG
Lektüre und Interpretation antiker Texte: Tacitus
Raum 2127, Mi 16-18
Diefenbach
Die Schriften des P. Cornelius Tacitus (ca. 55 – nach 113 n. Chr.) sind nicht nur eine zentrale Quelle für die Geschichte der frühen römischen Kaiserzeit, sondern zugleich Exponenten eines spezifischen literarischen Genres, der römischen Historiographie. Ziel dieser Lektüreübung ist es, zu fragen, nach welchen Prinzipien Tacitus Geschichte schreibt und welche Konzepte und Grundannahmen seiner historischen Darstellung zugrunde liegen. Zu diesem Zweck sollen die beiden Hauptwerke des Tacitus, die Annalen und die Historien, kursorisch gelesen werden. Da die Veranstaltung als eine gemeinsame Lektüreübung konzipiert ist, entfallen Referate; vorausgesetzt wird die regelmäßige Vorbereitung längerer Textabschnitte durch alle Teilnehmer.

Einführende Lektüre:
R. Mellor, Tacitus, London/New York 1993; D. Flach, Tacitus in der Tradition der antiken Geschichtsschreibung, Göttingen 1973.
Zur Anschaffung empfohlen ist die lat.-dt. Ausgabe der Historien im Reclamverlag.
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit.
Teilnahmevoraussetzungen: Latein- und moderne Fremdsprachenkenntnisse wünschenswert!

05 651 Training fürs Examen
Raum 1004, Do 18-20
Gottlieb G.
Der Stoff betrifft das gesamte Altertum. Die Teilnehmer sollen sich zu Hause Überblickswissen über eine Epoche oder ein übergreifendes Thema erarbeiten. Die gemeinsamen Veranstaltungen dienen dem Einüben wichtiger Voraussetzungen für die möglichst erfolgreiche Teilnahme an schriftlichen und mündlichen Prüfungen. Es wird nicht darum gehen, Klausuren zu schreiben. Vielmehr sollen das richtige Verständnis für die Bearbeitung der Themen, die Ordnung des Stoffes, das Entwerfen von Gliederungen, die Konzipierung von Einleitung und Schlußteil, sowie die Festlegung von Schwerpunkten eingeübt werden. Während der Sitzungen steht also die gemeinsame Arbeit im Vordergrund. Dabei soll hauptsächlich die Situation simuliert werden, in der man sich zu Beginn eines Klausurtermines befindet.

Einführende Lektüre: Wer sich Überblickswissen bereits vorher erarbeiten will, kann dies mit Hilfe der allseits bekannten Handbücher tun.
Anforderungen für Scheinerwerb: Bei regelmäßiger Anwesenheit und Mitarbeit wird die Teilnahme an dieser Übung bescheinigt.
Teilnahmevoraussetzungen:  Voraussetzung zur Teilnahme ist die schon erfolgte oder bevorstehende Meldung zum Examen.

05 652 Kaiser Diokletian. Vorbereitung einer Augsburger Ausstellung
Institut für Europäische Kulturgeschichte Bibliothek, Di 18-20
Kuhoff W.
Am 1. Mai 305 traten zur gleichen Zeit in Nicomedia in der Nähe des heutigen Istanbul und in Mailand die römischen Kaiser Diokletian und Maximian, die zusammen für rund 20 Jahre das Imperium Romanum regiert hatten, zurück. Sie übergaben die Herrschaft an die bisherigen Thronfolger (Caesares) Constantius und Galerius. Damit endete die erste soge-nannte Tetrarchie, die gemeinsame Regierung von vier Kaisern, die im Jahre 293 von Diokletian begründet worden war. Zuvor hatte er seit dem 20. November 284 allein und seit Ende 285 mit Maximian zusammen als Kaiser gewirkt. Am 1. Mai 2005 jährt sich somit zum 1700. Mal ein bedeutsames Ereignis in der römischen Geschichte, denn nie hatten sich Kaiser zuvor freiwillig in den Ruhestand zurückgezogen. Das Römische Museum in Augsburg besitzt die einzige in deutschen Museen vorhandene Steininschrift, welche als Basis für eine verlorene Statue Diokletians gedient hat; ihre Stiftung kann auf das Jahr 290 datiert werden. Da sich überdies noch zwei Inschriften früherer Kaiser, nämlich für Postumus und Probus aus den Jahren 260 und 281, im selben Museum befinden, darf Augsburg für sich in Anspruch nehmen, am besten in Deutschland über originale Dokumente aus der Zeit des späten 3. Jahrhunderts zu verfügen. Dies bietet den Anlaß, zum angesprochenen Jahrestag im Römischen Museum eine Ausstellung zu veranstalten, die sich der Herrschaft Diokletians und seiner Mitherrscher widmen und deren unterschiedliche Aspekte veranschaulichen will.

Einführende Lektüre:
Kolb, Frank: Herrscherideologie in der Spätantike, Berlin 2001
Kuhoff, Wolfgang: Diokletian und die Epoche der Tetrarchie. Das römische Reich zwi-schen Krisenbewältigung und Neuaufbau (284-313 n. Chr.), Frankfurt am Main 2001
Anforderungen für Scheinerwerb: Aktive Mitarbeit bei der Vorbereitung und Erstellung eines Teiles der Ausstellungsgestaltung

  Quellentexte zur Entstehung des Kurfürstenkollegs II: Die Festlegung des Wählerkreises bis zur Goldenen Bulle (13./14. Jh.).
Raum 2129, Mi 10 - 12
Kaufhold M.
Der Lektürekurs widmet sich der Lektüre und der Diskussion zentraler (lateinischer) Texte, die den Weg zur Ausbildung des eigentümlichen Gremiums von 7 Kurfürsten für die Wahl des deutschen Königs im späten Mittelalter erkennen lassen. Im zweiten Teil wird es um die Festschreibung des Wahlverfahrens gehen. Nachdem sich die Vorstellung von einer Mehrheitswahl allmählich durchsetzte (2. Hälfte 13. Jh.), galt es, den Kreis der Wähler so festzulegen, dass bei Uneinigkeit über einen Kandidaten eine Mehrheitsentscheidung möglich war. Diese Festlegung gelang nach verschiedenen krisenhaften Wahlvorgängen erst in der Goldenen Bulle von 1356.

Einführende Lektüre:
Eine sehr hilfreiche Zusammenstellung der Texte bietet: Bernhard Schimmelpfennig (Hg.), Die deutsche Königswahl im 13. Jahrhundert 1-2, Göttingen 1968 (Historische Texte Mittelalter 9-10); eine noch immer gute Einführung bietet angesichts der unübersichtlichen Fülle der Literatur noch immer die rechtsgeschichtliche Darstellung von Heinrich Mitteis, Die deutsche Königswahl. Ihre Rechtsgrundlagen bis zur Goldenen Bulle, 2. Aufl. Brünn.München-Wien 1944. Vgl. auch Hauptseminar.
Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme
Teilnahmevoraussetzungen: Fähigkeit und Bereitschaft zur Arbeit mit lateinischen Quellen.
05 653 Paläografie des Mittelalters
Staatsarchiv Salomon-Idler-Str. 2, Mo 15-17
Kalesse C.
Anhand der gemeinsamen Lektüre von Originaltexten aus dem 13. bis 15. Jh. soll die Fertigkeit im Lesen von mittelalterlichen Quellen gezielt trainiert werden. Dabei wird der Schwerpunkt in erster Linie auf dem Studium deutschsprachiger Texte liegen. Zur Vervollständigung des Bildes werden lateinische Archivalien herangezogen. Ergänzende Betrachtungen zur formalen und sprachlichen Gestaltung von Urkunden und Amtsbüchern sollen das Verständnis der Texte erleichtern.

Der Schwierigkeitsgrad wird sich an den Vorkenntnissen der Übungsteilnehmer orientieren. Insofern sind auch Anfänger ohne Vorkenntnisse herzlich willkommen, da gerade ihnen die Übung eventuell bestehende Schwellenängste überwinden helfen und den Einstieg in die Lektüre alter Schriften erleichtern soll.

Einführende Lektüre und Hilfsmittel:

  • Heribert Sturm, Unsere Schrift. Eine Einführung in die Schriftkunde, Neustadt/Aisch 1993
  • Paul A. Grun, Leseschlüssel zu unserer alten Schrift (Grundriss der Genealogie 5), Limburg/Lahn 1984 (Reprint)
  • Karl E. Demandt, Laterculus notarum. Lat.-dt. Interpretationshilfen für spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Archivalien (Veröffentlichungen der Archivschule Marburg 7), 4. Aufl., Marburg 1986
  • Paul Arnold Grun, Schlüssel zu alten und neuen Abkürzungen (Grundriss der Genealogie 6), Limburg/Lahn 1966 (Reprint)
  • Hermann Grotefend, Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit, Hannover 31991
  • Adriano Capelli, Lexicon abbreviaturarum, dizionario di abbreviature latine ed italiane, Mailand 61990
  • Matthias Lexers mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, Stuttgart 1986
  • Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme und Abschlussklausur (Schein für Historische Hilfswissenschaften!)

    05 654
    EKG
    Papstbullen in Augsburg
    Raum 2129, Di 14-16
    Krüger
    Ausgehend von mittelalterlichen Papstbullen aus Beständen des Staatsarchivs Augsburg wird eine Einführung in die Urkundenlehre (Diplomatik) geboten. Darüber hinaus werden - soweit für den Umgang mit Originalurkunden erforderlich - auch Grundkenntnisse in der Paläographie vermittelt. Bei Bedarf kann ein Übungsschein in Historische Hilfswissenschaften erworben werden. Inhaltlich berühren die behandelten Bullen politik-, sozial-, religions- und vor allem besitzgeschichtliche Fragen. Formale Untersuchungen der Papstbullen versprechen Aufschlüsse über verfassungsgeschichtliche Fragen zur päpstlichen Monarchie.

    Einführende Lektüre: Thomas Frenz, Papsturkunden des Mittelalters und der Neuzeit (Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen 2), Stuttgart 1986; Walter E. Vock, Die Urkunden des Hochstifts Augsburg (Schwäbische Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für bayerische Landesgeschichte, Reihe 2a, Bd. 7), Augsburg 1959;
    Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme, Kurzreferat, Abschlusstest

    05 660 Zusätzliche Veranstaltung!
    Die Stadt im Mittelalter
    Raum 1004, Mi 14 - 16
    Krug M.
    Die Übung versteht sich als Lektürekurs zur Stadt im Hoch- und Spätmittelalter. In thematischen Schwerpunkten sollen die Ergebnisse der jüngeren Forschung vorgestellt und diskutiert werden.
    Die Stadt war nicht nur Rechts- sondern auch Lebensraum. Berücksichtigt man dies, kann man zahlreiche Facetten neben der bereits als Topos bekannten „Stadtluft macht frei" (Rechtsgeschichte) finden. Dazu gehören unter anderem die Wirtschafts-, Sozial- sowie Verwaltungsgeschichte. Die Tendenz der neueren Forschungen, mehrere dieser Aspekte zu bearbeiten, zusätzlich zu einer Auswertung der jeweiligen Quellen, soll Schwerpunkt der Übung sein. Vergleichend sollen ältere Arbeiten präsentiert werden.

    Themenschwerpunkte der Übung sind unter anderem Mensch und Umwelt, Stadtentwicklung, Verwaltungsentwicklung.

    Einführende Lektüre: Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Spätmittelalter, Stuttgart 1988.
    Anforderungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme, Kurzreferat
    Teilnahmevoraussetzungen: Listeneintrag im Sekretariat

    05 655
    EKG
    Quellenlektüre zur Vorlesung „Europa und das Dritte Reich"
    Raum 2129, Di 16-18
    Finger J.
    Die Veranstaltung soll das in der Vorlesung „Europa und das Dritte Reich" (Dienstag, 10 – 12 Uhr) erworbene Wissen vertiefen und ein Forum für Fragen und Diskussionen bieten. Durch die Lektüre wegweisender Beiträge aus der Forschung, vor allem aber einer Auswahl von relevanten Quellen soll in die der Forschung zugrundeliegende Quellenlage eingeführt werden. Zugleich wird die Übung dadurch einen Einblick in die Wege und Methoden der Zeitgeschichtsforschung geben.
    Die Übung wird sich im Ablauf (grob) an der parallelen Vorlesung orientieren, manchmal aber eigene Schwerpunkte setzen. Ein Quellen-Reader für das gesamte Semester wird im Verlauf der ersten Sitzungen zur Verfügung gestellt.

    Einführende Lektüre: Literaturhinweise s. Vorlesung „Europa und das Dritte Reich"!
    Anforderungen für Scheinerwerb: regelmäßige Teilnahme,
    Teilnahmevoraussetzungen: Interesse und lebhafte Mitarbeit. Der Besuch der Vorlesung von Herrn Prof. Dr. Wirsching wird empfohlen! Referat/Thesenpapier oder kurzer Essay zu einer Quelle

    05 656 Quellenlektüre zur Vorlesung
    Raum 2129, Do 9-10
    Kießling R.
    Mit dieser Veranstaltung wird der Versuch fortgesetzt, die Effektivität der Vorlesung zu steigern: Jeweils im Anschluss an die dort behandelten Themen soll anhand ausgewählter Quellen das Verständnis vertieft werden; zudem besteht Gelegenheit, die Reflexion über zentrale Thesen einzubeziehen.

    Einführende Lektüre: Eine Zusammenstellung wichtiger Quellen und Texte wird vorbereitet und an die Teilnehmer ausgegeben.

    05 657 Archivkundliche Übung
    Blockseminar, Einführung Di 26.10., 10-12 Staatsarchiv, Salomon-Idler-Str. 2
    Lengger W./
    Ullmann S.
    Die Ortsgeschichte ist ein wichtiges Arbeitsfeld der Landesgeschichte. Ihre Quellen finden sich nicht zuletzt vor Ort, nämlich in Form des älteren und neueren Schriftguts, das in den Gemeinden entstand und dort abgelegt wurde. Im Gegensatz zu den meisten Städten verfügen die kleineren Kommunen in der Regel nicht über die Ressourcen, um eigene funktionsfähige Archive zu unterhalten. So ist die schriftliche Überlieferung der Gemeinden, die in der Regel vom späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht, in vielen Fällen noch nicht erschlossen und steht der Forschung nicht als Quelle zur Verfügung.
    Im Mittelpunkt der Übung soll daher die Erschließung eines kleinen Gemeindearchivs (Unterschneidheim, Ortsteil Unterwilflingen) stehen, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter fachlicher Anleitung zu leisten ist. Mit der Erschließung wird eine der wichtigsten Tätigkeiten des Archivars vorgestellt und ein Überblick über die verschiedenen Quellengattungen geboten. Die Schriftstücke, die wir nach archivischen Grundsätzen ordnen und verzeichnen wollen, vermitteln darüber hinaus vielfältige Einblicke in die Aufgaben und Möglichkeiten, aber auch den Wandel der gemeindlichen Selbstverwaltung in den vergangenen rund 200 Jahren.
    Die Veranstaltung wird voraussichtlich im Januar 2005 in Form eines mehrtägigen Blockseminars vor Ort in Unterwilflingen stattfinden. Die organisatorischen Einzelheiten werden in der Einführungsveranstaltung sowie drei weiteren vorbereitenden Sitzungen im November/Dezember 2004 festgelegt, in denen auch die wichtigsten theoretischen Grundlagen für den anschließenden praktischen Teil vermittelt werden sollen.

    Einführende Lektüre:

  • Eckart G. Franz, Einführung in die Archivkunde, 5. Aufl., Darmstadt 1999

  • Johannes Papritz, Archivwissenschaft. 2. Auflage, Marburg 1983

  • Ulrich Wagner u.a. (Hg.), Kommunale Archive in Bayern, Würzburg 1993

  • Fritz W. Zimmermann, Das Dorfarchiv als Quelle der Dorfverfassung, Dorfgemeinschaft und Dorfkultur, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern 3 (1957), S. 2-8

  • Anforderungen für Scheinerwerb: Teilnahme an den Einführungssitzungen und dem Blockseminar, aktive Mitarbeit, eigenständiger Beitrag im Rahmen der Erschließung
    Teilnahmevoraussetzungen: Paläografie-Kenntnisse (v.a. 19. Jh.) erwünscht