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DFG-Projekt "Der Ethnologische Atlas Europas"


Ansprechpartner

Prof. Dr. Friedemann Schmoll (friedemann-eugen.schmoll@uni-jena.de)

DFG-Projekt „Der Ethnologische Atlas Europas. Zur Wissenschaftsgeschichte der Europäischen Ethnologie 1920-1980“
(Laufzeit Oktober 2009 bis September 2011)

Das Forschungsprojekt soll einen Beitrag leisten, die Wissenschaftsgeschichte der Volkskunde / Europäischen Ethnologie aus spezifisch nationalen Einbindungen auszulösen und systematisch um Fragestellungen nach Internationalisierungsprozessen auszurichten. In der Untersuchung sollen internationale Entwicklungen auf dem Feld der Europäischen Ethnologie analysiert werden. Als neuer Forschungsansatz werden diese nicht aus der Perspektive bestimmter nationaler Fachtraditionen, sondern multiperspektivisch aus dem Blickfeld der beteiligten Akteure (Disziplinen) beschrieben. Im Untersuchungszeitraum des 20. Jahrhunderts stellte Europäische Ethnologie keine geschlossene Disziplin, sondern eine offene Sammelbezeichnung unterschiedlicher volkskundlicher und kulturanthropologischer Wissenschaften mit jeweils nationaler Prägung dar. Da Konzepte einer Europäischen Ethnologie im 20. Jahrhundert inhaltlich vehement von kulturräumlichen Fragestellungen stimuliert wurden und sich forschungspraktisch um ethnokartographische Projekte organisierten, sollen internationale Wissenschaftsentwicklungen modellhaft am Projekt des Ethnologischen Atlas für Europa untersucht werden. Dabei stehen folgende Leitfragen und Problemstellungen im Mittelpunkt:

  1. Was bedeutet Internationalisierung vor dem Hintergrund der je nationalen Generierung der beteiligten Disziplinen?

  2. Welche Rolle spielen Kontinuität und Wandel von Europa-Konzepten für die nationale und internationale Resonanzfähigkeit?

  3. Warum entzündeten sich Internationalisierungsbemühungen dezidiert an kulturräumlichen Fragestellungen?

  4. Wie vollzogen sich in einem internationalen wissenschaftlichen Kommunikationsraum auf dem Feld der Europäischen Ethnologie Prozesse der disziplinären Genese sowie der theoretischen und methodischen Standardisierung?