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Amerika in Augsburg. 60 Jahre deutsch-amerikanische Alltagskultur


Titel: Amerika in Augsburg. 60 Jahre deutsch-amerikanische Alltagskultur
Dozent(in): Peter Bommas
Termin: Freitag, 21.10., 11.11., 25.11., 16.12., 20.01. und 03.02., jeweils von 12-16 Uhr
Gebäude/Raum: 2127


Inhalt der Lehrveranstaltung:

„Amerika“ – das ist seit den 50er Jahren eine geistige Konstruktion. Bis heute haben wir es mit verschiedenen Amerikabildern zu tun, in die über Jahrhunderte geprägte und einander wechselseitig beeinflussende Stereotype, Vorstellungen und Bewertungen des „Amerikanischen“ eingingen und noch eingehen (vgl. die aktuelle Diskussion um Michael Moores Filme, den Irakkrieg, George Bush Jun. und amerikanischen Hiphop). Ausgehend von zeitgenössischen Zuordnungen soll versucht werden, die Bedeutungsschichten herauszuarbeiten, die im Alltag mit den Amerikanismen verbunden wurden bzw. werden. Es geht um Fragen wie: Warum signalisierten einem 17-jährigen Oberschüler 1957 Kaugummi, Jeans und Musikboxen „Zügellosigkeit“? Was drückten aber gleichzeitig „halbstarke“ Jungarbeiter mit diesen Insignien ihrer Kultur aus? Was bedeutete der Widerstand von Eltern, Lehrern und Jugendschützern in den 50er und 60er Jahren gegen eine zunehmende „Amerikanisierung“? Wie verarbeiteten die Heranwachsenden deren Reaktionen? Welche Züge der amerikanischen Lebensweise imponierten ihnen und wie versuchten sie sich diese zu Eigen zu machen? Wie findet dieser Prozess seine Fortsetzung in den 70er und 80er Jahren? Wie zeigt sich die durchgehende Ambivalenz von politisch-ökonomischer Anpassung und gleichzeitig geistig-kultureller Distanz zu diesem „Amerika“? Wo schlagen sich solche Entwicklungen regional und lokal nieder?

Mit derartigen Fragen verbindet sich ein Perspektivenwechsel gegenüber dem gängigen Verständnis von „Amerikanisierung“:  kein einheitlicher Prozess, sondern ein „semiotischer Krieg“ im Alltag, nicht eine Prägung von außen, sondern eine kreative Verarbeitung, Umwandlung und Aneignung der angebotenen Haltungen, Handlungsmuster und Lebensformen - Stichwort „Bricolage“ und „Selbst-Amerikanisierung“! Diesen Bedeutungen und Sinngebungen soll nachgespürt, Zeitzeugen sollen befragt, Dokumente und Artefakte sichergestellt werden. Oral History, Fotografie, Film, Tonträger und architektonisch-städtebauliche Entwicklung werden gleichermaßen eine Rolle spielen.


Literatur zur Lehrveranstaltung:

Kaspar Maase, BRAVO Amerika, Hamburg 1992 (Schriftenreihe des Hamburger Instituts für Sozialforschung)


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: Grundstudium
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Europäische Ethnologie/Volkskunde
Nummer der Lehrveranstaltung: 05704
Beginn der Lehrveranstaltung: Freitag, 21.10.
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: V - Vorlesung
Semester: WS 2005/06