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Die Heldenreise und andere Erzählformen: Storytelling bei TV-Reportagen


Dozent(in): Max Rachals
Termin: Vorbesprechung: Donnerstag 29.10.2009, 10:00 Uhr, Raum 4144 Blockseminar: Freitag 27.11., 15:45-20:00 Uhr, Raum 1088; Samstag 28.11., 10:00 - 18:00 Uhr; Raum 1088, Freitag 11.12., 15:45-20:00 Uhr, Raum 4142; Samstag 12.12., 10:00 - 18:00 Uhr, Raum 4142;
Gebäude/Raum: Diverse, s. Termin


Inhalt der Lehrveranstaltung:

Dokumentarische Erzählformen über das reale Leben haben Konjunktur bei öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern. Dabei ist neben dem fernsehjournalistischen Handwerk ein besonderes Know-How für Geschichten, Dramaturgien und Darstellungsweisen gefordert. Das Seminar behandelt die professionelle Entwicklung einer Doku-Story. Der Dozent, selbst erfahrener Autor und Regisseur, gibt interessante Einblicke in die Theorie und Praxis von dokumentarischen Fernsehproduktionen. Anhand von Filmbeispielen zeigt er verschiedene dramaturgische Arbeitsweisen.

Der erste Teil des Blockseminars vermittelt die Grundlagen des Storytellings, insbesondere die Theorie der Heldenreise. Die Erkenntnis, dass literarische Geschichten, Mythen und Märchen bestimmten psychologischen Grundmustern folgen, hat sich erst in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts durchgesetzt. Grundlegend hierfür waren dabei die Einsichten des Mythologen Joseph Campbell, der mit seinem Buch Der Heros in tausend Gestalten die Figur des Helden in ein neues Licht gerückt hat. Laut Campbell weisen die besten Geschichten aller Zeiten bemerkenswerte Gemeinsamkeiten auf. Eine fesselnde Geschichte führt uns an den Horizont der bekannten Welt, und darüber hinaus. Es sind diese Grenzbereiche, die uns faszinieren, und deren Überschreitung Gefahr, aber auch Chance auf Wandlung bedeuten. Am Anfang jeder starken Geschichte steht ein Problem, ein innerer oder äußerer Konflikt, der den Protagonisten aus seiner Selbstgenügsamkeit reißt. Eine gute Geschichte braucht einen guten Helden, und der Held ist immer nur so groß, wie die Aufgabe, der er sein Leben weiht.

Im zweiten Teil des Seminars analysieren die Studierenden selbst verschiedene TV-Dokus und Reportagen – vor allem im Hinblick auf die dramaturgische Erzählweise. Gemeinsam entwickeln sie dann in Kleingruppen eigene Ideen zu Treatments. Die kleinen Drehbücher werden anschließend gemeinsam ausgewertet und auf die dramaturgischen Kriterien bzw. Erfordernisse hin besprochen.


Literatur zur Lehrveranstaltung:

Wird in der Einführungsveranstaltung bekannt gegeben.


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: Grundstudium
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Europäische Ethnologie/Volkskunde
Nummer der Lehrveranstaltung: 0
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: PS - Proseminar
Semester: WS 2009/10