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Entstehung einer Reportage – von der Idee bis zur Postproduktion


Dozent(in): Max Rachals
Termin: Freitag, 19.6. und 26.6., 14.00-18.00 Uhr, und Samstag, 20.6. und 27.6., 10.00-17.00 Uhr, Vorbesprechung: 21.04.2009, 16:30 Uhr, Raum 4056
Gebäude/Raum: Wird bekannt gegeben
Anmeldung: Stud-IP


Inhalt der Lehrveranstaltung:

Obwohl manche es gerne wären: Fernsehjournalisten sind weder Filmemacher noch Spielfilmregisseure! Weiter müssen sie begreifen, dass sie ihren journalistischen Auftrag nicht mehr alleine erledigen können, da Bilder, die lediglich im Kopf vorhanden sind, nicht gesendet werden können! Sie arbeiten deshalb z. B. während der Dreharbeiten mit Kamera- und Tonleuten und für die Nachbearbeitung mit Cuttern zusammen an einem Beitrag. Die Autoren entwickeln einen Drehplan und verschriftlichen die Vorstellungen von den Bildern, die ihre Geschichte erzählen sollen. Und spätestens hier ist ein echtes Team gefragt: Sechs Augen und Ohren sehen und hören mehr, finden viel eher die außergewöhnlichen Einstellungen und erkennen viel leichter die spannenden Situationen, die einen Beitrag zu etwas Besonderem werden lassen ‑ die mitleiden, mitlachen, miterleben lassen. Fernsehen ist das einzige Medium, das durch die Verknüpfung mehrerer Informationsebenen (Bild, Originalton, Kommentar, Musik) das Abbild eines Erlebnisses vermitteln kann. Eine Fernsehreportage kennzeichnet den Verzicht auf Inszenierung, die Suche nach dem Authentischen und die Offenheit während des Arbeitsprozesses, wobei Nähe, Spannung und Unmittelbarkeit wesentliche Elemente dabei sind.

Der erste Teil des Blockseminars vermittelt die theoretischen Grundlagen der TV-Reportage – und den Weg von der Idee zum fertigen Film. Dabei werden die verschiedenen Produktionsprozesse und ihre „Basics“: von der Themenfindung und Recherche über die Drehplanung und -durchführung, die Postproduktion bis hin zum Texten behandelt. Der Dozent, der selbst erfahrener Autor und Regisseur ist, gibt interessante Einblicke in die Theorie und Praxis von dokumentarischen Fernsehproduktionen. Anhand von Filmbeispielen zeigt er die Unterschiede der journalistischen Genres im TV-Bereich, Bericht, Feature, Dokumentation, Reportage (bis zur modernen Form der Reportage, der „Dokusoap“), auf. Im zweiten Teil planen und realisieren die Studierenden Dreharbeiten für kleine Fernsehreportagen. Gemeinsam entwickeln sie eine Idee zu einem Treatment, das sie dann im Dreier-Team mit klarer Rollenverteilung (Autor-Kamera-Ton) umsetzen. Inhaltlich sind die Studierenden dazu aufgefordert, in ihrem Lebensumfeld Geschichten zu folgenden zwei, ethnologisch relevanten, Themenkreisen zu suchen:

1. Kleidungsstile – und ihre Bedeutung,

2. Interkulturelle Familien – Konflikte und individuelle Lösungsversuche.

Das erarbeitete Material wird anschließend gemeinsam gesichtet und insbesondere im Hinblick auf die Kriterien bzw. Erfordernisse einer TV-Reportage analysiert.


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: Grundstudium
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Europäische Ethnologie/Volkskunde
Nummer der Lehrveranstaltung: 0
Beginn der Lehrveranstaltung: Verpflichtende Einführungsveranstaltung am Dienstag, 21.04.2009, Raum wird bekannt gegeben
Dauer der Lehrveranstaltung: keine Angabe
Typ der Lehrveranstaltung: PS - Proseminar
Semester: SS 2009