Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel

E-Mail: Sabine.Doering-Manteuffel@phil.uni-augsburg.de
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Telefon (weitere): +49 821 598 - 5486 (Sekretariat)
Raum: 3075
Sprechzeiten: Dienstag, 10-12 Uhr


 doeringmanteuffel                                                                   

Werdegang

Geb. 1957 in Bonn - Dr. phil. 1984 Universität zu Köln - Dr. phil. habil. 1993 Universität Mainz - Univ.-Prof. 1995 Universität Augsburg

Arbeitsschwerpunkte

Okkultismus und Esoterik, Propaganda und Pressewesen, Agrargeschichte

Die Europäische Ethnologie/Volkskunde verfolgt in Forschung und Lehre breite Interessen. Die europäische Geschichte sowie die transatlantischen Beziehungen werden unter dem Gesichtspunkt der Epochenbildung betrachtet. Langfristiges Ziel ist eine theoretische Bestimmung epochaler Wandelvorgänge unter Einbezug ungleichzeitiger Entwicklungen, wie man sie etwa im Nebeneinander von okkulten Weltanschauungen und aufgeklärten Weltbildern ausmachen kann. Was hat Europa zu dem gemacht, was es heute ist, und was es in Zukunft sein wird? Das sind nicht nur die großen Linien der Politik, die wichtigsten philosophischen Werke oder zentrale Erfindungen wie der Buchdruck und der Kompaß. Europa ist auch das Produkt widerstreitender Lebensmuster, vorgreifender Ideen oder nachlaufender Traditionen. Die vielen indikatorischen Felder, auf denen man das erkennen kann, reichen von der Nahrung bis zur Frömmigkeit, von Festen und Bräuchen bis zur Arbeitswelt. Ein besonderes Augenmerk richten wir auf die verschiedenen Gattungen der Mündlichkeit und Schriftlichkeit, über welche Ideen und Weltanschauungen vermittelt werden. Der zeitliche Rahmen bewegt sich daher von Gutenberg bis Gates, also vom Beginn der Frühen Neuzeit bis Heute, und umschließt kulturelle Äußerungen kleiner Gruppen genauso wie Massenkulturbewegungen des 20. Jahrhunderts.  

Aktuell abgeschlossen: Das Okkulte. Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung. Siedler-Verlag, München 2008

"Das Schattenreich ist das Paradies der Phantasten. Hier finden sie ein unbegrenztes Land, wo sie sich nach Belieben anbauen können."  Immanuel Kant, Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik. 1766.

Übersetzung ins Koreanische, erschienen im Verlag Woongjin Think Big. Seoul 2009                                                    Übersetzung ins Französische bei Editions de la maison des Sciences de  l'Homme, Paris

 

Pressestimmen:

"Sabine Doering-Manteuffel hat einen der schönsten empirischen Beiträge zur anhaltenden Diskussion um die Dialektik der Aufklärung vorgelegt - sprachlich bravourös, in hermeneutischer Anschmiegsamkeit an den oft sperrig-stacheligen Gegenstand - ein wissenschaftliches Glanzstück im Streit der Weltbilder." (Tilman Allert, Neue Zürcher Zeitung)

"Dat briljant geschreven en tegelijkertijd zeer leesbare boek hoort in handen van ieder die veel van de frappante grote lijnen ... nu eens chronologisch en overzichtelijk voor zich wil hebben, want juist daar heeft Sabine Doering-Manteuffel acribisch voor gezorgd." (Heinz Wallisch, All Art is quite Useless, Amsterdam)

"Die Augsburger Ethnologin und Kulturhistorikerin Sabine Doering-Manteuffel hat sich auf der Grundlage eines breiten und intensiven Quellenstudiums in ganz Europa in das Halbdämmer der Moderne begeben, wo unter dem Baum der Aufklärung ein wucherndes Schattengewächs des Okkulten gedeiht. ... Sabine Doering-Manteuffel ist ein großer Wurf gelungen: Die Vernünftigen sollten auf der Hut sein. Die Entzauberung der Welt war am Ende vielleicht auch nur ein Traum." (Michael Jeismann, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Für ihre Hauptthese finden sich überwältigend viele Belege, aber auch zahlreiche andere Ergebnisse verdienen die Aufmerksamkeit des Lesers. Die Einblicke in die Mentalität und Medialität des Okkulten ... sind durchweg fein beobachtet und wunderbar erzählt." (Andy Hahnemann, Der Tagesspiegel, Berlin)

"Sabine Doering-Manteuffel, Professorin für Europäische Ethnologie an der Universität Augsburg, hat jetzt über den Teufel als Medienvirtuosen ein Buch geschrieben, das ihn beherzt von der Gutenbergära bis ins Internet verfolgt. [...] Immer, wenn dieses Buch sich Zeit nimmt, einzelne Geschichten zu erzählen, ist es am besten ..." (Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung)

"Das ebenso provokante wie kurzweilige Buch der Augsburger Ethnologin verfolgt die Erfolgsgeschichte des Okkulten vom Zeitalter der Pestzüge bis in die Google-Ära. Stets waren und sind es die Massenmedien, die den Unsinn erst epidemieartig verbreiten ..." (Oliver Pfohlmann, Frankfurter Rundschau)

"...sollen diese Überlegungen zutreffen, dann befinden wir uns auf direktem Weg in ein neues heidnisches Zeitalter ..." (Ralf Hanselle, Das Parlament)

"Die Einschätzung des großen Aufklärers Immanuel Kant, das Schattenreich sei das Paradies der Fantasten, schickt sie ihrer grandiosen Untersuchung voran. ... Diesem Pfad folgt die mediengeschichtlich gewiefte Autorin bis ins Internet, das sie als das aktuelle okkultistische Medium ansieht. Wer Weltverschwörungen und weiteren grenzwertigen Bullshit zwischen Kornkreisen und Gehirnwaschstraßen im Netz gewärtigt, wird ihr unbedingt beipflichten." (Hendrik Werner, Welt-Online - Literarische Welt)

"Das neue Buch von Sabine Doering-Manteuffel steht in der Forschungsliteratur zum Okkultismus ohne Parallele da. ... Doering-Manteuffel beweist, daß man bestens lesbare Bücher schreiben kann, ohne die Standards der Fachwissenschaft zu kompromittieren. Sowohl ihr Stil als auch ihr Anmerkungsapparat entsprechen höchsten Ansprüchen." (Johannes Dillinger, Oxford, für H-Soz-u-Kult)

"Doering-Manteuffels Grundüberlegung ist dabei so einfach wie bestechend ... Die Geburt der modernen Esoterik, so die Autorin, läßt sich in der selben Zeit verorten, in der Bildung und Wissenschaft in Europa aufblühten. Sie ist ihr Schatten, der ihr bis heute folgt. ... Im Gegensatz zum Buch sei die Cyberworld bereits in sich selbst okkult. Der Teufel steckt nach Meinung der Autorin nämlich nicht nur im Detail, er steckt vor allem in der digitalen Matrix." (Der Standard, Wien)

"Darum seien hier Bücher vorgestellt, die dem interessierten Laien helfen, sich in jenen geheimnisvollen Schattenwelten zurechtzufinden. Zur Einführung eignet sich hervorragend das wissenschaftlich fundierte und zugleich brillant geschriebene Buch der Ethnologin Sabine Doering-Manteuffel ..."(Olaf Schmidt, Literatur)

"Kühn in manchen Schlußfolgerungen, aber hochinteressante Lektüre" (Der Patriot, Lippstadt)

 

Rundfunkrezensionen und Features: WDR, Deutschlandradio Kultur, Schweizer Radio DRS, mdr, ORF, Radio Bremen, swr, BR-alpha, Saarländischer Rundfunk

Auszeichnungen:

September 2008: Historisches Sachbuch des Jahres, ausgewählt von der Zeitschrift DAMALS, 3. Platz in der Kategorie "Einzelstudien". Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse Herbst 2008

Platz 5 der SZ-Bestenliste im Mai 2008

Platz 4/5 der Top Ten Sachbücher des Monats - Mai 2008 präsentiert von Süddeutsche Zeitung, Buchjournal, Börsenblatt, Norddeutscher Rundfunk

Perlentaucher, Frühjahr 2008, gewählt unter die 25 umstrittensten, am besten und am häufigsten besprochenen Bücher der Saison

Januar 2008: Shortlist (beste 5 in den Geisteswissenschaften) der "Wissenschaftsbücher des Jahres 2008" des Österreichischen Buchhandels und des Wissenschaftsministeriums in Wien

April 2009 "Geisteswissenschaften International" - ausgezeichnet mit dem Preis für Übersetzungsförderung ins Englische, gestiftet von der Fritz Thyssen Stiftung, dem Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und dem Auswärtigen Amt

In Vorbereitung (Auswahl):

Okkultismus. Eine Einführung. Reihe Beck-Wissen. C. H. Beck-Verlag München. (voraussichtliches Erscheinen 2010)

Lampe aus! Vorhänge zu! Und die Heilung ist erfolgt. Über das Nachtwandeln - ein Streifzug durch das enzyklopädische Wissen der Neuzeit. Festschrift für Wolfgang Brückner. (voraussichtlich 2010)

Survival of occult practices and ideas in modern common sense. In: Public Understanding of Science. London School of Economics. (2010/2011)

Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche. In: "Große Werke der Literatur" Bd. XI, hg. von Günther Butzer und Hubert Zapf. 2009

 

Beiträge für die Süddeutsche Zeitung:

Willkommen im scream team. Kürbisse im Garten des Trocadéro. Warum Europa Halloween feiert. 31.10. 2001

Doktor Allwissend. Der Volkskundler Thomas Hengartner erhält den Leibniz-Preis. 5.3.2002

Drei Schwestern: Geierwally, Brunhild, Nora. Ikonen des weiblichen Mythologismus. 8.8.2003

Anrüchige Zeichenforschung. Kritik an Manfred Gerners Runendeutung am Fachwerkbau. 13.03.2004

Wir schließen. Alles raus! Die Bachelor-Studiengänge bedrohen die Fachwissenschaften. 8.7.2004

Wie man sich wendet. 1383 Seiten "Handbuch der Kulturwissenschaften". 10.2.2005

Gehn wir aufi, es brummelt schon die Kuh. Zur Herbstsaison der Wanderer: Ein Blick in die kulturpessimistische Alpenliteratur, die bis heute nachwirkt. 13.9.2005

Wir sind das Volk. Der Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger wird achtzig. 16.9.2006

Liebe ist ein Knoten. Die Kunst der Anthropologie - zum Tod von Clifford Geertz. 2.11.2006

Schönheit statt Interesse. Die neugegründete Zeitschrift für Kulturwissenschaften. 23.5.2007

Orgasmus und Okzident passen nicht zusammen. Der französische Historiker Richard Muchembled erzählt von den Schicksalen der Lust im Abendland. 26.6.2008

Jede Stadt hat eine besondere Art, Hühner aufzuschneiden. Man irrt rasch, wenn man sich auf sein Gefühl verläßt. Christoph Antweiler fragt, was Menschsein ausmacht, was die Menschheit zusammenhält. 5.11.2009