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Veranstaltungshinweis: Filmvorführung und Diskussion Propaganda in der Provinz - der Kreistag der NSDAP in Aichach 1938 und das Medium Film


Propaganda in der Provinz - der Kreistag der NSDAP in Aichach 1938 und das Medium Film Vorführung mit Erläuterungen und Diskussion Dienstag, 7. Februar 2017, 19 Uhr Thalia-Kino, Obstmarkt 5, Augsburg Eintritt: 5 Euro Veranstalter: „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ e. V., Regionalgruppe Augsburg-Schwaben Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Augsburg

Vom 27. April bis 1. Mai 1938 fand in Aichach ein Kreistag der NSDAP statt, der mehrere Tage dauerte, tausende Besucher anlockte und intensiv medial aufbereitet wurde. Ein knapp dreißigminütiger Film, der während dieses Großereignisses – z.T. in Farbe – gedreht wurde,   wurde dem Stadtmuseum Aichach vor einiger Zeit übergeben. Die   wissenschaftliche Erarbeitung durch die Universität Augsburg zeigte, dass der Film nicht nur für die Geschichte Aichachs, sondern auch für die Geschichte des Nationalsozialismus in Bayern von besonderer Bedeutung ist: Das Haus der Bayerischen Geschichte möchte Auszüge dieses Filmes auch im Museum der Bayerischen Geschichte (Eröffnung 2018) zeigen.   Wegen der Bedeutung des Filmmaterials und des großen Interesses, das   es bei seiner Präsentation in Aichach im November 2016 hervorrief, wollen wir den Film am 7. Februar auch in Augsburg vorstellen und ihn historisch einordnen. Referenten sind Angelika Pilz, die den Film im Rahmen ihrer Magisterarbeit untersucht hat, Prof. Dr. Günther Kronenbitter (Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde) und Christoph Lang (Stadtarchiv Aichach).    Der Film ist in mehrfacher Hinsicht auch für ein Publikum interessant,   dass Aichach nicht oder nicht sehr gut kennt. Die Vereinnahmung ländlicher Traditionen durch die NSPropaganda lässt sich anhand des Filmes studieren - und das in einer Region, die bis 1933 nicht zu den   Hochburgen der Nationalsozialisten gehört hatte. Doch stellt sich  darüber hinaus in einer Zeit, in der kaum mehr Menschen über das  Alltagsleben damals berichten können, auch die Frage, wie man Filmdokumente aus dem Nationalsozialismus mit ihrer propagandistischen Wirkungsabsicht richtig deutet und wie man mit ihnen umgeht.

Meldung vom 06.02.2017