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Lemberg und Czernowitz: Multikulturelle Städte im Osten Europas

Foto von Lwiw (Lemberg): Lestat (Jan Mehlich) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, <https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2276299>.

Lemberg und Czernowitz waren einst die Hauptstädte der östlichsten und am stärksten multiethnisch geprägten Kronländer der Habsburger Monarchie. Ukrainer/Ruthenen, Polen, Rumänen, Deutschen und Juden sowie weitere Ethnien lebten dort bis zum Zusammenbruch der Monarchie zusammen. Im „Zeitalter der Extreme“ (Eric Hobsbawm) veränderte sich der Charakter der Städte deutlich: Zwangsumsiedlungen und Holocaust veränderten die Bevölkerungsstruktur. Die zahlreichen Grenzverschiebungen führten schließlich dazu, dass die architekturhistorisch imposanten Städte heute Teil der Ukraine (im westlichen Teil) sind und den Namen Ľviv bzw. Černivci tragen.
Unsere Exkursion führt uns zum einen auf die Spuren des multikulturellen Erbes im Stadtraum. „Im Raume lesen wir die Zeit“ (Karl Schlögel), d.h. wir legen die Zeitschichten der Habsburger Monarchie, der polnisch bzw. rumänisch geprägten Zwischenkriegszeit, der Besatzungen im Zweiten Weltkrieg und der Judenvernichtung, sowie der Sowjetisierungspolitik nach 1945 offen. Wir treffen uns dazu mit Zeitzeugen und Historikern. Zum anderen interessiert uns die Gegenwart dieses politisch nicht zur Ruhe kommenden Landes, weshalb wir mit ukrainischen Studierenden und Akteuren der Zivilgesellschaft ins Gespräch kommen wollen. Die Teilnahme an der Exkursion ist gekoppelt an die Belegung des Proseminars „Vergessene Kulturlandschaften: Galizien und Bukowina in Geschichte und Erinnerung“ oder des Hauptseminars „Yiddishland“: Jüdische Kultur und Geschichte in Ostmitteleuropa.