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Sabine Schwarze / Edeltraud Werner (2006)


Die Sprache gehört zu den wichtigsten kognitiven und kommunikativen Instrumenten des Menschen, das zur Identifizierung und Kategorisierung seiner selbst bzw. von anderen eingesetzt wird. Die traditionelle Rolle von Sprache als nationales Identitätssymbol gerät im Zuge des gegenwärtigen Globalisierungsprozesses zunehmend in Opposition zu anderen Identitätskonstrukten: das sind einerseits transnationale Identitäten, gebunden an einen Superlekt (im Sinne einer transnational verbindlichen lingua franca) sowie andererseits regionale Identitätskonstrukte innerhalb von Sprachgemeinschaften bzw. soziolektale Identitäten, die über Sprachgemeinschaften hinausreichen können. Für den frankophonen Raum, um den es uns hier geht, ergibt sich daraus ein Konfliktpotential, das in diesem Sammelband aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert wird.
Der Band umfasst dreizehn Beiträge, die überwiegend aus Vorträgen der Sektion Identitätsbewahrung und Identitätsbegründung durch Sprache des Freiburger Frankoromanistentages im September 2004 hervorgegangen sind. Theoretische und übergreifende Aspekte der Identitätsfunktion von Sprache behandeln die Beiträge von Ralph Ludwig/Sabine Schwarze, Bernhard Pöll und Edeltraud Werner.
In einem zweiten Themenblock sind die Beiträge von Ursula Reutner, Claudia Polzin-Haumann, Luisa Pla-Lang und Thomas Johnen der sprachlichen Identitätsfrage in Kontaktsituationen mit den "langues de France”, mit Regionalsprachen, gewidmet.
Der dritte Themenblock umfasst Beiträge von Lothar Wolf, André Lapierre, Raymond Mougeon, Beatrice Bagola und Falk Seiler zu Sprache und Identität in der Frankphonie mit einem Schwerpunkt auf Sprachkontaktsituationen in Kanada.

Studien zur Romanistik, Bd. 7
Hamburg 2006
290 Seiten
ISBN 3-8300-1998-X