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Paradigmen der literarischen Moderne in Italien


Titel: Paradigmen der literarischen Moderne in Italien (HS) auch für Magisterstudierende Romanische Literaturwissenschaft Italienisch geeignet; auch für nicht-modularisiertes Lehramtsstudium (Gymnasium Italienisch) geeignet
Dozent(in): PD Dr. Kian-Harald Karimi
Termin: Fr. 11.45-13.15
Gebäude/Raum: 2127
Modulsignatur: BacIta24-LW, Nr.2 WBIta, Nr.3 MaRom03, Nr. 1 GyIta23-LW, Nr.2


Inhalt der Lehrveranstaltung:

Die italienische Literatur erfährt mit dem Risorgimento (1796-1915) eine Sonderentwicklung, die sie zunächst von der Englands und Frankreichs zu unterscheiden scheint. Dass sie sich dennoch nicht nur der Moderne öffnete, sondern diese auch mit wichtigen Paradigmen versah, ist nicht zuletzt auch diesem weitreichenden historischen Prozess zuzuschreiben. Vor dem Ersten Weltkrieg liegt das sich einigende Land im Einflussbereich anderer europäischer Mächte, wie der österreich-ungarischen Donaumonarchie und Deutschland. Deren Einflüsse tragen dazu bei, dass sich die italienische Literatur nicht darauf beschränkt, die nationale Wiedererstehung des Landes zu begleiten. Einflüsse der Psychoanalyse und des Vitalismus werden dabei ebenso aufgenommen wie das Bewusstsein, dass das Kunstwerk auf sprachlichen Konstruktionen beruht, die es zu vergegenwärtigen gilt. Zu wichtigen literarischen Paradigmen der italienischen Moderne gehören zweifellos Autoren wie Italo Svevo mit Una vita (1892) und La coscienza di Zeno (1923), Luigi Pirandello mit Il fu Mattia Pascal (1904), Sei personaggi in cerca d’autore (1921) sowie Alberto Moravia mit Gli indifferenti (1929) und La noia (1960). So unterschiedlich diese Texte auch sein mögen, so sehr werden sie doch beherrscht von dem Motiv verfehlter Rollenzuschreibungen, derer sich die Individuen ebenso zu erwehren beginnen wie jenen Konventionen aus einer verblichenen Zeit, die sich wie eine schwere Last auf ihr Hier und Jetzt legen. Der Selbstmord als Versuch, sich endgültig aus dieser Enge zu befreien, wird hier ebenso zum Thema gemacht wie eine Sexualität, die ihr wenigstens zeitweilig zu entgehen vermeint.

Aufgabe dieses Seminars wird es sein, die genannten Texte als Zeugen einer literarischen Moderne zu lesen, deren Veränderungen sich auch in die Struktur von Erzählung bzw. Darstellung einschreiben. Eine ausführliche Bibliographie wird zu Beginn der Veranstaltung nachgereicht bzw. im Internet veröffentlicht. Anmeldungen sind unbedingt durch eine kurze Mail an meine Adresse augsburg2010@aol.com erbeten.


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: ab dem 4. Semester
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Literaturwissenschaft Italienisch
Nummer der Lehrveranstaltung: 0
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: HS - Hauptseminar
Leistungspunkte: 5-8
Prüfung: Referat / Hausarbeit
Semester: SS 2010