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Erfrahrungsbericht - Cadiz 2


Erasmus-Studium in Cádiz - Nützliches und Wissenswertes als Starthilfe

Wenn man sich für ein Erasmus-Studium in Cádiz entschieden hat, kann man sich auf eine ganz entspannte Zeit mit anhaltendem Urlaubsflair und in Mitten lebensfroher Menschen einstellen. Damit der Aufenthalt von Anfang an so problemlos und stressfrei wie möglich wird, hier ein paar Tipps:

Grundsätzlich muss man in Cádiz unterscheiden zwischen Neustadt und Altstadt. Die Neustadt liegt auf der Landzunge, die das spanische Festland mit der Altstadt von Cádiz verbindet. Die Altstadt bildet den Kopf der Halbinsel, die man durch das große Stadttor „Puertas Tierras“ betritt. Die Einheimischen, genannt „Gaditanos“, unterscheiden peinlichst genau, ob man aus dem alten Teil der Stadt kommt, also aus „Cádí-Cádí“, oder ob man aus „Puerta Tierra“ ist, was eigentlich nicht nur die Vorstadt, sondern auch den Rest des spanischen Festlandes meint und die Einwohner dieser Zone als „Beduinen“ abstempelt. Die Neustadt von Cádiz ist weniger schön als der alte Teil. Wohin man sieht erheben sich moderne Plattenbauten und riesige Wohnblöcke, wie man sie überall in Spanien finden kann. Der Länge nach grob in zwei Hälften geteilt wird die Neustadt von der großen Hauptstraße, schlicht „Avenida“ genannt. Alles was zwischen der Avenida und dem parallel dazu verlaufenden Strand -dem saubersten Stadtstrand Europas- liegt, ist zum Wohnen meist gut geeignet; auf der anderen Seite, also zwischen Avenida und Hafen, liegen die weniger schönen Viertel, in denen man nicht unbedingt unterkommen möchte. Der Vorteil der modernen Wohnblocks liegt in den vergleichsweise geringen Problemen mit Kakerlaken und anderem Ungeziefer, das vor allem in den höheren Etagen und besonders in der kalten Jahreszeit nur selten zum Vorschein kommt. Auch sonst sind die Jahreszeiten sehr bestimmend für den Alltag der Gaditanos. Während sich im Winter das bunte Treiben auf die Altstadt konzentriert, spielt sich im Sommer das Leben vor allem im neuen Teil von Cadiz ab.

Am Strand wimmelt es zu jeder Tages- und Nachtzeit von Spaziergängern, Joggern, Beachsportlern, lärmenden Kindern und feiernden Grüppchen. Die Geschäfte und Cafes sind bis in die frühen Morgenstunden geöffnet und ganze Familienclans flanieren im Feiertagsoutfit die halbe Nacht und besonders Sonntagnachmittags die Strandpromenade entlang. In der Badesaison gibt es in der Nähe des angesehenen Hotels Playa Victoria, das sich nach dem herrlichen langen Strand der Neustadt benennt, bis spät in die Nacht hinein einen kleinen basarartigen Markt mit vielen Ständen voller Schmuck, Taschen, Gürtel und anderem Schnickschnack. Auch die Bars und Discotheken der Neustadt sind in den Sommermonaten angesagter als die Partymeile der Altstadt. Das wahrscheinlich beste Restaurant am Platz ist das „Arte Serrano“, einen Steinwurf vom Hotel Playa Victoria entfernt. Hier geht es ab 22 Uhr an der Bar zu wie an der Börse, denn die Tapas, die man hier wie in jedem anderen Restaurant besser und billiger an der Bar verzehrt, sind nicht nur lecker sondern auch zu studentenfreundlichen Preisen zu bekommen.

In der Neustadt sind Supermärkte wie Lidl und Plus oder auch die spanischen Ketten Supercerca oder Supersol immer in der Nähe und entlang der Avenida findet man nicht nur das Krankenhaus sondern auch Surfshops, Schuhgeschäfte, Möbelhäuser, Apotheken und alles was man so braucht. Aber auch die Altstadt hat ihre Vorzüge: die engen Gassen lassen den typisch andalusischen Flair entstehen, zu dem auch die kleinen Balkone mit den vielen Blumentöpfen, die obligatorischen Wäscheleinen mit flatternden Wäschestücken und die kleinen versteckten Innenhöfe beitragen, in die man manchmal einen Blick werfen kann. Das Kopfsteinpflaster und die leider oft maroden Häuserfronten, a auffallen, lassenwie sie vor allem in dem alten Stadtviertel La Vin keinen Zweifel an den langen Jahren, die diese Stadt schon auf dem Buckel hat. So werden Studenten in der Altstadt leider oft renovierungsbedürftige Wohnungen angeboten, die durch die engen hohen Gassen sehr dunkel und oft auch sehr laut sind. Vorsicht ist geboten vor Zimmern ohne Fenster, wie sie in den verwinkelten alten Wohnungen gerne angepriesen werden. Wie auch die neuen Wohnungen sind die alten Gebäude im Regelfall nicht mit einer Heizung ausgestattet und im Winter kann es durch die kahlen Steinböden oft eiskalt und durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die schlecht isolierten Fenster empfindlich feucht werden. Bei Regen ist oft Überschwemmung angesagt, denn für die wenigen Regentage macht man sich in Cádiz nicht die Mühe, die oftmals leckenden Fenster, Dächer und Türen abzudichten.

Die Altstadt ist voll von einladenden kleinen und großen Plätzen, wie zum Beispiel der große San Antonio oder der kleine gemütliche San Francisco, wo die zahlreichen Cafés und Bars auf einen „Cafelito“ oder zu schmackhaften Tapas einladen. Richtige spanische Hausmannskost gibt es in dem kleinen Restaurant La Perola, gleich in der Nähe der Plaza San Francisco, wo nicht nur das Essen, sondern besonders die Bedienung echtes Cádiz-Original verkörpert. Es gibt tausende kleine und große Geschäfte, Basare und auch ruhige Fleckchen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Am Anfang läuft man am besten einmal ohne Karte und mit viel Zeit durch die vielen Gassen der verschlungenen Altstadt, die auf den ersten Blick alle gleich aussehen. So im Schlenderschritt lernt man die Stadt wirklich kennen – und verlaufen kann man sich nicht, denn irgendwann steht man doch wieder am Meer. Wer sich aber lieber zuerst einen Überblick über Cádiz verschaffen will, sollte unbedingt den Torre Tavira, den höchsten Aussichtsturm in der Nähe des Marktplatzes besuchen. Hier wird dem Besucher im obersten Zimmer des Turms, der „Cámera Oscura“, ein ganz spezieller Ausblick auf die Stadt geboten, bevor man dann ganz auf die Aussichtsplattform hinaufsteigen kann. Die Hafenseite der Stadt kann ganz interessant sein, denn das geschäftige Treiben rund um die großen Frachtschiffe lässt nie nach. Manchmal laufen auch schöne Segelschiffe den Hafen von Cádiz an und stehlen den großen Fährschiffen die Show. Am Meer entlang lässt sich bequem auf den alten Mauern spazieren, die eine idyllische Aussicht auf die „Bahía de Cádiz“ freigeben, also die Bucht zwischen Cádiz und dem spanischen Festland. Die Küste entlang geht es weiter bis zum leuchtend grünen „Parque Genovés“, einer herrlichen Parkanlage in der es neben zierlich angelegten Blumenbeeten und einer künstlichen Grotte noch viel zu entdecken gibt.

Direkt Gegenüber der Parkanlage liegt die „Faculdad de Filosofia y Letras“ und ein Stückchen weiter die Wirtschaftsfakultät der „Universidad de Cádiz“. Überall in der Stadt findet man die einzelnen Fakultäten der Universität verstreut. Vor dem Eingang der Wirtschaftsfakultät stehen zwei riesige uralte Bäume, die ihre beeindruckenden Wurzeln bis zum gleich gegenüberliegenden Stadtstrand „La Caleta“ ausstrecken. Die Caleta ist der einzige Strand innerhalb der alten Stadtmauern, ein wahres Charakteristikum der Stadt, das bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt ist. Dieser Teil der Stadt verdankt seinem besonderen Flair den Einsatz als Filmkulisse für die Stadt Havanna in einem James-Bond-Movie und auch die Literaturverfilmung „Alatriste“ zeigt Bilder der beliebten Strandbucht. Die Caleta wird gesäumt von zwei alten Festungen, von denen eine (San Sebastián) heute Militärgebiet und daher leider nicht zugänglich, die andere (Santa Catalina) ein Museum mit kostenlosen Kunstausstellungen ist. Bei Ebbe lohnt sich ein Spaziergang auf dem sonst von Wasser bedeckten Meeresboden rund um das Fort San Sebastián – eine ganz ungewöhnliche Facette von Cádiz. Weiter an der Küste entlang liegt die Straße nicht länger am Strand, sondern führt über Klippen an der Rückseite der großen Kathedrale mit ihrer goldglänzenden Kuppel vorbei bis zum nächsten Strandabschnitt Santa Maria del Mar. Viele Katzenliebhaber füttern hier Streuner, die sich den Küstenabschnitt mit den vielen Anglern teilen, die gerne bei einem Schwätzchen ihr Glück versuchen. In der Altstadt selbst gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten – ein Besuch im „Oficina de Turismo“ am Rathausplatz hilft, eine Route zu planen. Das wohl älteste Stadtviertel, El Pópulo lockt mit römischem Theater, windschiefen Gassen und alten Stadttoren. El Pópulo hat sich zum Szeneviertel entwickelt und auch in den Sommermonaten ist diese Zone gut besucht. Auf jeden Fall einen Besuch wert ist die Kathedrale, der man ihre zwei Bauphasen auch als Laie sofort ansieht. Der Platz vor dem eindrucksvollen Bau ist sehr schön aber auch sehr touristisch – daran haben sich auch die umliegenden Restaurants mit ihren Preislisten angepasst. Ein schöner Ort um die Mittagsstunden im Schatten einer Palme zu verbringen ist die Plaza Mina gleich neben San Antonio, die mit einer schönen Grünanlage mit tropischem Flair zu einem Päuschen einlädt. An diesem Platz befindet sich auch das Museum der Stadt, das die lange und bewegte Geschichte der ältesten Stadt Europas mit vielen Artefakten belegt und mindestens einen Besuch wert ist. Die bereits genannte Plaza San Francisco ist vor allem nachts der Treffpunkt der jungen Leute und in den umliegenden Gassen liegen viele Clubs und Bars die auch bis in die frühen Morgenstunden gut besucht sind. Das Rathaus der Stadt ist eines der Gebäude, die auch nachts sehr sehenswert sind, denn es wird atmosphärisch angestrahlt. Bei den verschiedenen Events der jeweiligen Jahreszeiten wird es besonders toll geschmückt. So ziehen beispielsweise im Januar die drei heiligen Könige höchstpersönlich mit großem Prunk in das Gebäude ein. Die a lockt mit kostenlosenProvinzverwaltung an der Plaza d’Espan Kunstausstellungen und die Plaza selbst mit einer schönen Grünanlage und dem herausragenden Denkmal für die Verfassung des Jahres 1812, die in Cádiz unterzeichnet wurde. Etwas weiter gelangt man zur Punta de San Felipe, eine Hafenstraße, in der nachts die Diskomeile der Stadt erwacht – allerdings sollte man diese Gegend mit Vorsicht genießen und nachts nicht unbedingt alleine aufsuchen, denn Alkohol- und Drogenkonsum lassen hier oftmals die Hemmungen für Gewaltbereitschaft verschwinden. Ein ständig hohes Polizeiaufgebot behält aber immer ein Auge auf die feiernden Menschenmassen.

Ein Auslandsemester verlangt auch i mmer ein gewisses Maß an Organisation. Hier ein paar Tipps für die Planung von zu Hause und vor Ort:
Wenn man in Spanien mal zum Arzt muss ist das kein Problem mit einer internationalen Versicherungskarte. Mittlerweile ist dieser neue Kartentyp zwar ohnehin Standard, aber trotzdem sollte man vor der Abreise bei seiner Versicherung nachfragen. Die Medikamente in Spanien sind sehr günstig, eine Erkältung stürzt hier keinen in den Ruin. Die Mieten sind nicht unbedingt niedriger als in Deutschland – das Meer ist hier der entscheidende preistreibende Faktor. Vorsicht ist bei Strandwohnungen geboten, denn diese werden in den Sommermonaten an Touristen als Ferienwohnungen für extrem überhöhte Preise vermietet – in dieser Zeit werden die „Normal“-Bewohner aufgefordert, das Weite zu suchen. Den Rest des Jahres kann man in diesen Wohnungen aber zu normalen Preisen gut wohnen. Mietverträge sind eine Seltenheit, Internet kann meist über die unverschlüsselten W-Lan-Verbindungen der Nachbarn genutzt werden und ein Festnetzanschluss ist nicht unbedingt nötig wenn man mit seinen Lieben zu Hause dann auch über das Internet telefoniert. Wer ein Konto bei der Deutschen Bank hat, muss sich keine Sorgen machen, denn eine DB-Filiale gibt es in jeder größeren spanischen Stadt und es besteht außerdem eine Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bank und der spanischen Post („Correo“), die in fast allen Postfilialen einen gebührenfreien Zugriff auf das deutsche Konto ermöglicht. Wer möchte kann auch ein eigenes spanisches Konto eröffnen. So gibt es spezielle Kontoangebote für unter 25jährige beispielsweise bei der BBVA (Stichwort: Blue Joven).

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Cádiz gut ausgebaut und der Bus ist sehr günstig. Auch die Taxitarife sind vergleichsweise angenehm und so kommt man für maximale sechs Euro auch in den frühen Morgenstunden sicher nach Hause. Fahrräder sind in Cádiz schwer zu bekommen. Die Einheimische fahren so gut wie nie mit dem Rad und Fahrradwege gibt es schon gar nicht - außerdem haben die Gaditanos die Angewohnheit, grundsätzlich nicht aus dem Weg zu gehen, was eine Fahrradfahrt entlang der Strandpromenade leicht zu einer nervlichen Zerreisprobe werden lässt. In der Region kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch gut voran: Busse der Firma „Comes“ fahren überall hin und man kann die Fahrpläne auf der Homepage der Firma einsehen (www.tgcomes.es). Die Karten kann man an einer der zwei Verkaufsstellen in Cádiz zu humanen Preisen bekommen. Reisen mit dem Zug muss man jeweils vergleichen (z.B. kostet die Hin- und Rückfahrt nach Madrid mit dem Bus nur 38€, dauert aber acht Stunden, während der Zug viel schneller aber auch viel teurer operiert). Die großen Reiseziele wie Sevilla oder Granada darf man auf keinen Fall auslassen, aber man kann sich auch ruhig mal ein Auto mieten und die Dörfer im Hinterland abfahren – die sehr schöne Gegend um Grazalema und Ronda ist wirklich sehenswert. Auch Marokko ist von Cádiz aus nicht weit und einen Ausflug wert. Allen Sportarten, die mit Strand und Meer zu tun haben kann man in der Region nach Herzenslust nachgehen und besonders für Wind- und Kitesurfer ist die Gegend um Cádiz ideal. Wem das alles nicht liegt, der kann sich auch problemlos in einem der Fitnessstudios der Stadt oder auch im Schwimmbad anmelden. Die Aufnahme funktioniert recht problemlos.

Zum Thema Essen und Trinken ist grundsätzlich zu sagen: alles, was aus dem Meer kommt muss man probieren, denn die Küche der Stadt ist auf Meeresfrüchte spezialisiert. Leckere Tapas bekommt man in fast jeder Bar für wenig Geld, so dass man sich mit der Zeit durch das gesamte Angebot durchprobieren kann. Allerdings kann es etwas dauern bis man sich den Essenszeiten der Spanier angepasst hat, denn es liegt nicht jedem, um elf Uhr abends ein großes Menü zu verdrücken. Auch muss man ihre Liebe zu Kartoffelchips nicht unbedingt teilen und der Anblick sonnenblumenkernknackender Grüppchen auf Parkbänken die mit den Schalen um sich spucken gefällt nicht jedem. Leitungswasser sollte man vielleicht mit empfindlichem Magen nicht trinken und besser Wasserflaschen im nächsten Supermarkt kaufen. Frisches Obst und Gemüse kauft man am Besten auf dem schönen Markt von Cadiz, der an jedem Tag außer Sonntag mit Produkten aus der Region und einem wirklich sehenswerten Fischmarkt seine Türen öffnet. Ein Bündel frische Minze gibt es bei jedem Kauf umsonst dazu. Sonntags findet auf dem Marktplatz ein großer Flohmarkt statt, auf dem man allerhand Ramsch und Kitsch, aber vielleicht auch mal ein brauchbares Fahrrad findet. Freitags muss a La Perla in der Näheder kulturbegeisterte Spanienliebhaber die Pen des Stadttores Puertas Tierras besuchen um einen typisch andalusischen Flamenco zu erleben und da die Gaditanos fast nichts so sehr lieben wie ihr Fußballteam und bei jedem Turnier die Stadt in den Fanfarben Gelb und Blau unterzugehen droht, sollte man sich vielleicht auch ein Spiel der verehrten Mannschaft im stadteigenen Stadion „Carranza“ anschauen und mitfiebern. Das im August zu Ehren des großen Pokalspiels abgehaltene „Barbacoa“(riesiges Grill-Picknick) am Strand von Cádiz ist ein Event, das fast mit dem berühmten „Carnaval de Cádiz“ mithalten kann und das man sich genauso wenig wie die närrische Zeit im Februar entgehen lassen sollte. Auch hier verfällt die Stadt kurzzeitig in den Ausnahmezustand.

Die Universität von Cádiz ist keine Campus-Uni und daher liegen ihre Fakultäten über die Stadt verteilt – die philologische Fakultät ist, wie bereits beschrieben, wunderschön am Meer und am Parque Genovés gelegen. Bevor man sein Auslandsstudium beginnt, kann man sich schon auf der Homepage der Uni (www.uca.es) über das Kursprogramm informieren. Hierbei ist zu beachten, dass alle Kurse auf vier Semesterwochenstunden angelegt sind, also doppelt so viel Zeit beanspruchen wie die meisten unserer Kurse. Wie alles im spanischen Lebensrhythmus finden auch die Kurse vergleichsweise spät statt und so kann man auch bis zehn Uhr abends noch in einem Seminar sitzen. Weiter muss man bei der Auswahl beachten, dass einige Kurse ganzjährlich angelegt sind, also im Oktober beginnen und bis Juli dauern und deshalb nicht nur für ein Semester belegt werden können. Andere Kurse sind jeweils für das Winter- oder Sommersemester angeboten und können daher problemlos besucht werden. Alle Veranstaltungen enden mit einer Klausur – es wird nicht unterschieden zwischen Seminar und Vorlesung, der Stil der Veranstaltung hängt von der Teilnehmerzahl und der Vorliebe des Dozenten ab. In manchen Seminaren muss man eigene Arbeiten schreiben und präsentieren, in anderen regelmäßige Hausaufgaben einreichen usw. Die Leistungsnachweise werden in Cádiz recht flexibel gehandhabt und zwischen dem jeweiligen Dozenten und seinem Kurs meist zu Beginn des Semesters ausgehandelt. Zwischen Winter- und Sommersemester gibt es keine eigentlichen Semesterferien wie wir sie kennen, sondern eine Klausurenphase und die Feiertage über Karneval. Dementsprechend endet das Wintersemester bereits im Januar und das Sommersemester beginnt bereits Ende Februar. Frühzeitig vor der Ankunft in Cádiz sollte man die betreffenden Formulare an die Universität geschickt haben, damit man dort im Auslandsbüro über den kommenden Besuch Bescheid weiß.
In Cádiz angekommen schaut man am Besten so schnell wie möglich mit seinen Erasmus-Unterlagen im „Oficina de Relaciones Internacionales“ gleich neben der Fakultät im „Aulario de la Bomba“ vorbei. Dort lässt man sich dann in seinen Formularen das Ankunftsdatum eintragen (deshalb so früh wie möglich dort hingehen), bekommt einen Studentenausweis, ein Willkommenspaket und erste Informationen zu den vielen kommenden Erasmus-Veranstaltungen. Am Anfang des Semesters muss man sich bei seinem Koordinator melden, der einem vom „Oficina de Relaciones Internacionales“ zugeteilt wird. Diese Person sollte einem dann bei organisatorischen Fragen zu Stundenplan und Studienleistung zur Seite stehen und muss anfallende Formulare unterschreiben. Die Betreuung durch die Koordinatoren, das Team des Auslandsbüros und auch durch die Dozenten habe ich als durchweg gut, freundlich und hilfreich erfahren. Bei Fragen, wo was zu finden ist, kann man sich auch jederzeit an das Empfangsbüro gleich neben der Eingangstür der Fakultät wenden. Wer Fragen zur Bibliotheksnutzung hat, kann dort gleich vor Ort um eine Einführung in das System bitten, dass doch etwas anders funktioniert als in Augsburg. Eine Mensa hat die philologische Fakultät zwar nicht zu bieten, aber die kleine Cafeteria versorgt mit kleinen Snacks und dem spanischen Grundnahrungsmittel Kaffee. Sehr günstige belegte Baguettes als Pausenbrote kann man in einer der „Baguetterías“ in Uni-Nähe kaufen.

Alles weitere ergibt sich oder man findet gemeinsam mit anderen Erasmus-Studenten heraus, wie man in Cádiz am Besten seinen Alltag organisiert. Auch bei dem breiten und facettenreichen Lehrangebot sollte man immer aufpassen, dass genug Zeit für Erkundungen der Stadt und Region frei bleibt, damit man das gaditanische Lebensgefühl in vollen Zügen genießen und auch nach dem Auslandsaufenthalt ein Stück weit mit nach Hause nehmen kann.

Meldung vom 11.03.2008