Zeitungsleser können heute schnell depressiv werden. Ich meine einmal nicht die Kriege, Verbrechen und Krisen. Mein Thema ist das Bild der Universitäten. Die öffentliche Meinung ist ziemlich ungünstig. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt.
Besonders die neuen Studiengänge „Bachelor“ und „Master“ stehen in der Kritik. Es hat sich zwar allgemein herumgesprochen, dass ein großer Prozess der europaweiten Angleichung im Gange ist („Bologna-Prozess“). Die Einzelheiten sind aber wenig bekannt. Vielen Außenstehenden und manchen Beteiligten macht die Sache eher Sorgen als Hoffnung. Die Haupteinwände sind: Das neue Studium sei zu kurz, es sei zu sehr „verschult“, es lase keinen Raum für individuelle Entwicklung. Außerdem verhindere das Studium wegen Zeitnot das eigentlich wünschenswerte Semester im Ausland. Die Wissenschaftlichkeit komme zu kurz. Oder wahlweise: Der Praxisbezug werde vernachlässigt.
Wenn ich diese Bedenken immer wieder höre und lese, dann drängt es mich, einige ganz einfache Tatsachen festzuhalten:
Erstens: Wir Professorinnen und Professoren kennen die Kritik. Wir sind aber alle daran interessiert, Ihnen klare, nützliche und wissenschaftlich wie didaktisch bestens begründete Studiengänge anzubieten. Nach unserer Überzeugung ist das gelungen!
Zweitens: Über die „alten“ Studiengänge, die jetzt auslaufen, wurde vor Jahren genau so geschimpft, nur mit anderen Argumenten. Stichworte: Planlosigkeit, Bummelstudium, Realitätsferne und so weiter und so fort.
Drittens: Die Studiengänge weisen einige besondere Elemente auf, die eine attraktive Ausbildung ermöglichen. Wir haben die Möglichkeit geschaffen, Berufspraktika als Teil des Studiums anzurechnen. Auch Leistungen in einem Auslandsstudium werden angerechnet. Eine besondere Spezialität ist der „Wahlbereich“: Im Bachelorstudium können Sie einen Teil der Leistungen selber wählen – immerhin ein Sechstel des ganzen Studiums. Wir wissen, dass Studierende der Geisteswissenschaften ganz unterschiedliche Interessen, Begabungen und Berufserwartungen haben. Sie können selber entscheiden, welches individuelle Profil in Ihrem Zeugnis bescheinigt werden soll!
Viertens: Diese Möglichkeiten, ein eigenes Profil auszubilden, sind auch in den Masterstudiengängen der Fakultät gegeben. Dafür ist in den meisten Fällen ein „Praxis- und Projektbereich“ vorgesehen.
Fünftens: Unsere Internetseiten sind so eingerichtet, dass Sie schon vor der Einschreibung und auch während des Studiums alle notwendigen Informationen leicht finden. Klicken Sie einfach einmal durch. Auch unsere Fachstudienberater sind gerne bereit, Ihnen persönlich weiterzuhelfen. Die Universität bietet außerdem „Studieninformationstage“ an, in denen Sie sich einen eigenen Eindruck verschaffen und alle Informationen bekommen können.
Und zuletzt: Lassen Sie sich von den Maulereien in der Öffentlichkeit nicht zu sehr beeindrucken. Verschaffen Sie sich lieber ein eigenes Bild! Wir freuen uns, wenn Sie einen unserer Studiengänge wählen. Denn wir sind davon überzeugt, dass wir eine exzellente Ausbildung anbieten.
Prof. Dr. Thomas M. Scheerer
(als Vorsitzender der Fakultätskommission für Lehre und Studierende)