Kunstgeschichte/Bildwissenschaft ist eine historische und international ausgerichtete Disziplin, die die künstlerische Überlieferung Europas und der ehemaligen europäischen Kolonien vom Ende der Antike bis zur Gegenwart erforscht. Dazu gbehören Werke der „Hochkunst“ und der klassischen Gattungen, der Malerei, Skulptur und Architektur ebenso wie die Bildwelten der Alltagskultur und ihre Medien von der älteren Druckgrafik bis zur Fotografie und dem digitalen Bild und der gestaltete Raum von den Klosterlandschaften bis zur Urbanistik.
2. Studienvoraussetzungen (gelten sowohl für Magister- als auch für neue Studiengänge, soweit nicht anders vermerkt)
2.1. Allgemein
Grundvoraussetzung für das Studium der Kunstgeschichte ist nicht allein das "gute Auge" sowie der Zugang zur Kunst und der visuell erfahrbaren kulturellen Überlieferung. Als historische Wissenschaft setzt das Fach ein Interesse an den geschichtlichen Dimensionen der Realität voraus. Daneben ist eine hohe sprachliche Kompetenz gefordert. Da praktisch alle kunsthistorischen Berufsfelder durch die sprachliche Vermittlung gekennzeichnet sind, ist mündlich wie schriftlich eine differenzierte Ausdrucksfähigkeit notwendig. Schließlich gehört zur Kunstgeschichte/Bildwissenschaft die Fähigkeit und Bereitschaft, einerseits viel zu reisen, um Kunstwerke im Original und vor Ort anschaulich zu erfahren, und andererseits viel zu lesen, um sich in der kritischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur einen Kenntnisstand zu erarbeiten. Das betrifft auch in großem Umfang fremdsprachliche Literatur.
2.2. geforderte Sprachkenntnisse
Da ein großer Teil der historischen und ikongraphischen Quellen zur älteren Kunst in Latein abgefaßt ist, wird für das Studium der Kunstgeschichte/Bildwissenschaft im Magisterhauptfach der Nachweis des Latinums gefordert. Dieser ist bei der Anmeldung zur Magisterprüfung im Prüfungsamt vorzulegen; Lateinkenntnisse werden bei den Hauptfachstudierenden auch in der Magistervorprüfung geprüft. An der Universität Augsburg wird auch die "Fakultätsinterne Lateinprüfung" vom Prüfungsamt als Nachweis über die Lateinkenntnisse anerkannt. Diese kann in studienbegleitenden Kursen während des Grundstudiums in drei Semstern abgelegt werden. Informationen hierzu erteilt das Fach Klassische Philologie. Es ist allerdings zu bedenken, daß bei einem Wechsel des Studienortes dort die "Fakultätsinterne Lateinprüfung" u. U. nicht als vollgültiges Latinum anerkannt wird. Neben dem Lateinischen sind für das Studium der Kunstgeschichte/Bildwissenschaft Kenntnisse in Englisch, das sich heute als wichtigste Fachsprache etabliert hat, und einer weiteren modernen Fremdsprache, etwa Italienisch, dringend erforderlich. Für die Lektüre von Quellen und Fachliteratur zur Kunst von Regionen außerhalb des deutschen Sprachraums sind ferner, je nach Studienschwerpunkt, vor allem Französisch und Spanisch, aber auch Niederländisch, mitunter auch eine der osteuropäischen Sprachen von Bedeutung.
2.3. Studiendauer und Verlauf des Magisterstudiengangs
Zu Studiendauer und Verlauf der neuen Studiengänge siehe dort. Die Regelstudienzeit des Magisterstudiengangs beträgt acht Semester, gegliedert in ein viersemstriges Grundstudium und – nach der Magistervorprüfung – ein viersemestriges Hauptstudium. Es wird erwartet, daß die Studierenden im Hauptfach in ihrer gesamten Studienzeit mindestens eine Vorlesung pro Semester regelmäßig besuchen. Vorlesungen haben die Aufgabe, einen Überblick über Denkmälerbestand und Forschungsprobleme zu vermitteln. Im Grundstudium müssen folgende Leistungsnachweise (=Scheine) erbracht werden: im Hauptfach drei mit mindestens 4,0 benotete Proseminarscheine aus den Gebieten der Mittelalterlichen, Neueren (bis 1800) und Neusten Kunstgeschichte/Bildwissenschaft, sowie der Nachweis über die Teilnahme an fünf Tagesexkursionen. Im Nebenfach zwei Proseminarscheine. Obligatorisch für Studierende im Haupt- wie im Nebenfach ist daneben der Besuch der Übung "Einführung in das Studium der Kunstgeschichte/Bildwissenschaft". Das Lehrprogramm wird ergänzt durch berufspraktische Übungen, die von Lehrbeauftragten durchgeführt werden. Nach Absprache können für den Besuch von Übungen (ausgenommen des Einführungskurses) von den Lehrbeauftragten auch Proseminarscheine ausgestellt werden. Die Zwischenprüfung oder Magistervorprüfung wird in Form einer halbstündigen mündlichen Prüfung abgelegt (gilt für Haupt- und Nebenfach). Gegenstand der Prüfung sind allgemeine Grundlagenkenntnisse, das Stoffgebiet eines Proseminars sowie die Kunstgeschichte Augsburgs. Bei Hauptfachstudierenden werden zusätzlich die Sprachkenntnisse in Latein (oder Italienisch) geprüft. Das Hauptstudium dient der Vorbereitung auf das selbständige wissenschaftliche Arbeiten. Im Hauptstudium sind von Hauptfachstudierenden mindestens zwei Hauptseminarscheine zu erwerben, dringend empfohlen sind drei. Im Nebenfach wird ein Hauptseminarschein verlangt. Zur Magisterprüfung kann nur zugelassen werden, wer die Zwischenprüfung bestanden hat und die erforderlichen Leistungsnachweise erbracht hat. Für die Bearbeitung der Magisterarbeit stehen sechs Monate zur Verfügung. Ihr Umfang sollte 90 Seiten nicht überschreiten. Das Thema der Magisterarbeit wird erst ausgegeben, wenn die notwendigen Zulassungsvoraussetzungen (mindestens zwei Hauptseminarscheine) erfüllt sind. Die Magisterprüfung besteht aus zwei Teilprüfungen: einer vierstündigen schriftlichen und einer halbstündigen mündlichen Prüfung. Aufgrund der bestandenen Magisterprüfung wird der Grad eines Magister Artium verliehen (M.A.).
2.4. Exkursionen
Exkursionen dienen der Begegnung mit den Kunstwerken im Original in In- und Ausland. Sie werden, je nach Semsterprogramm, für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Tagesexkursionen dienen vor allem dazu, die Kunst der eigenen Region kennenzulernen. Daneben bieten mehrtägige Exkursionen die Gelegenheit, sich gemeinsam wichtige Zentren der europäischen Kunstgeschichte oder eine Kunstregion zu erschließen. Hauptfachstudierenden wird dringend nahegelegt, an mindestens einer "großen Exkursion" teilzunehmen.
2.5. Praktika
Praktika sind in der Kunstgeschichte/Bildwissenschaft nicht ausdrücklich vorgeschrieben. Praktika sind jedoch für die berufliche Qualifizierung von großer Bedeutung. Zu empfehlen ist ein Praktikum in der Denkmalpflege, einem Museum oder anderen für das Fach relevanten Institutionen.
2.6. Studienortwechsel und Auslandsaufenthalte
Gerade für das Studium der Kunstgeschichte/Bildwissenschaft ist ein Studienortwechsel zu empfehlen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Anzuraten ist ein solcher Wechsel nach der Zwischenprüfung zu Beginn des Hauptstudiums. Ähnliches gilt für das Studium im Ausland. Der Lehrstuhl für Kunstgeschichte/Bildwissenschaft vermittelt auch Studienplätze im Ausland im Rahmen des Sokrates/Erasmus-Programms der Universität (nähere Information unter Austauschprogramm).
2.7. Empfohlene Nebenfächer (Magisterstudiengang)
Empfohlen wird das Studium der Klassischen Archäologie, die für die Kunstgeschichte eine wichtige Grundlage bildet. Je nach Schwerpunkt des Studiums und Berufswunsch können auch Kunstpädagogik, Mittelalterliche bzw. Neuere und Neueste Geschichte, Volkskunde, ferner Literaturwissenschaft oder andere philologische Fächer sinnvolle Ergänzungen darstellen. Die im Sinne der Prüfungsordnung zulässigen Fächerkombinationen können bei der Studentenkanzlei erfragt werden. Im Interesse eines möglichen Studienortwechsels empfiehlt sich die Wahl einer allgemein gebräuchlichen Fächerkombination.
2.8. Promotion
Die Promotion bildet in der Kunstgeschichte/Bildwissenschaft in der Regel noch immer die Voraussetzung für das Ergreifen eines wissenschaftlichen Berufs in der staatlichen Denkmalpflege oder im Museum. Voraussetzung der Promotion ist ein mit überdurchschnittlichem Erfolg absolviertes Hochschulstudium (nähere Information unter Promotionsordnung).