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„Yiddishland“: Jüdische Kultur und Geschichte in Ostmitteleuropa


Titel: Hauptseminar„Yiddishland“: Jüdische Kultur und Geschichte in Ostmitteleuropa
Dozent(in): Prof.Dr. Günther Kronenbitter, Prof.Dr. Maren Röger
Termin: Freitag, 19.05., 14:00-18:30, Samstag, 20.05., 10:00-19:00, Freitag, 23.06., 14:00-18:30, Samstag, 24.06., 14:00-18:00.
Gebäude/Raum: Bukowina Institut
Weitere Termine: Mittwoch. 26.04. 16:45 - 17:45 Raum 2127 (Gebäude D)
Anmeldung: Digicampus


Inhalt der Lehrveranstaltung:

Bis zur Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg lebten zahlreichen Juden im östlichen Europa. Ein zeitgenössischer Begriff des ausgehenden 19. Jahrhunderts für Teile des heutigen Russlands, Weißrusslands, Litauens, der Ukraine, Polens und Rumäniens lautete entsprechend „Yiddishland“, womit auf die Sprache, aber auch die Shtetl-Kultur des osteuropäischen Judentums verwiesen wurde. Doch die Moderne veränderte auch im östlichen Europa, wo sich im Vergleich zu Westeuropa traditionelle Lebensformen länger hielten, die Geschichte der dortigen Judenheiten. Nach dem Holocaust geriet die Vielfalt des jüdischen Lebens in zahlreichen Ländern Ostmitteleuropas in Vergessenheit, vielerorts wurde sie sogar bewusst verdrängt. Erst in jüngerer Zeit wird das jüdische Erbe wiederentdeckt, und zahlreiche spannende zivilgesellschaftliche Initiativen arbeiten an der Sichtbarmachung der Vergangenheit im öffentlichen Raum.
Im Hauptseminar beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Aspekten jüdischer Geschichte und Kultur im östlichen Europa, wobei ein Schwerpunkt auf den historischen Regionen Galizien und Bukowina liegt (heute zu Polen, Ukraine und Rumänien gehörend). Zeitgenössische Werke der Belletristik und Bildenden Kunst dienen uns als Ausgangspunkt zur Diskussion politik- und alltagshistorischer Fragestellung, während Filme und Internetprojekte die Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur und Geschichtspolitik bezüglich der untergegangenen Lebenswelten anregen werden. Das Seminar hat Forschungscharakter und erfordert Eigeninitiative. Es dient u.a. zur Vorbereitung der Exkursion nach Lemberg und Czernowitz, den Hauptstädten der Regionen. Bei Interesse an der Exkursionsteilnahme bitten wir bei Seminaranmeldung um eine kurze Mail. Die kombinierte Belegung des Seminars mit der Exkursion sowie der Übung „Arbeiten im Zeithistorischen Archiv: Das Bukowina-Institut“ – sofern im individuellen Studienverlauf möglich - ermöglicht eine sinnvolle Vertiefung, ist aber nicht verpflichtend.


Literatur zur Lehrveranstaltung:

  • Hillbrenner, Anke: Jüdische Geschichte, in: Digitales Handbuch zur Geschichte und Kultur Russlands; URL: http://vifaost.bsb-muenchen.de/texte-materialien/handbuch
  • Haumann, Heiko: Geschichte der Ostjuden. München: dtv.


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: Master
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Interdisziplinäre Europastudien Geschichte Kunst und Kulturgeschichte
Dauer der Lehrveranstaltung: keine Angabe
Typ der Lehrveranstaltung: HS - Hauptseminar
Prüfung: Hausarbeit
Semester: SS 2017