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Projekt: "Wissen und Wirkung"


Dissertationsprojekt mit dem Arbeitstitel:


Wissen und Wirkung.

Eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung der Zeitdiagnose Wissensgesellschaft, ihrer Entstehung, Entwicklung und Wirkung

 

Zusammenfassung

Die Wissensgesellschaft prägt seit den 1960er Jahren die wissenschaftliche Diskussion um die Beschreibung der Gesellschaft und dies mit nachhaltiger Wirkung seit den 1980ern, wo die Zeitdiagnose Wissensgesellschaft zunehmend in der Politik rezipiert wurde und dort zur Grundlage für politische Planungen und Entscheidungen wurde.

Ein Blick in politische Programmatiken sowie in die wissenschaftliche Debatte zeigt, dass diese Zeitdiagnose häufig nicht nur als Gesellschaftsbeschreibung thematisiert, sondern auch akzeptiert wurde und auf diese Weise verschiedentlich Wirkung entfaltete, wobei eine umfassende geschichts-wissenschaftliche Betrachtung der Diagnose Wissensgesellschaft bislang noch aussteht.

Diese Zeitdiagnose in ihrer historischen Genese, in ihrer Entstehung, Entwicklung und Wirkungen im System „Wissenschaft“ sowie im System „Politik“ zu untersuchen, ist Gegenstand der Arbeit.

Hierzu möchte die geplante Dissertation die Zeitdiagnose auf Basis einer systemtheoretisch fundierten Ideengeschichte, deren theoretische Ausarbeitung auch Gegenstand der Arbeit ist, analysieren und somit analytisch aufbrechen. Dies soll erfolgen, indem die Idee in unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen und anhand verschiedener wissenschaftlicher Diskurse vor den jeweiligen Kontexten erforscht und dargestellt wird.

Im Anschluss an die Untersuchung der Zeitdiagnose im System „Wissenschaft“ wird hierauf aufbauend der Transfer und die Kommunikation dieser Idee in das und im System „Politik“ analysiert, um so Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie wissenschaftliches Wissen aus dem gesellschaftlichen Teilbereich „Wissenschaft“ im Bereich „Politik“ aufgenommen und adaptiert wird. Hierfür werden Stiftungen als Institutionen der wissenschaftlichen und parteinahen Politikberatung als Mittlerinstanzen angenommen, deren Tätigkeiten im Bezug auf die Idee Wissensgesellschaft hin erforscht werden. In einem weiteren Schritt wird anhand von zentralen Richtungsbestimmungen der politischen Legislative in Form der Enquete-Kommissionen des Deutsche Bundestages festgestellt werden, wie Zeitdiagnosen als Denkens- und Wissenshorizonte sowie als Visionen politischen Entscheidungen zugrundeliegen und diese so beeinflussen. Hieraus lassen sich schließlich Feststellungen darüber treffen, welche Rolle die parteinahen Stiftungen in der Kommunikation wissenschaftlichen Wissens und in der damit verbundenen Agendasetzung einnehmen.

Die Arbeit möchte also mit einem systemtheoretischen Zugang zur Ideengeschichte, eine Wissensgeschichte der Zeitdiagnose Wissens-gesellschaft erarbeiten und durch eine wissenssoziologische Erweiterung Prozesse des Wissenstransfers in der Politikberatung sowie der Wissenskommunikation in der Politik entschlüsseln.