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Archiv der Neuerscheinungen 2001-2010-

 


 

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Florian Greiner/Jan Vermeiren (Hg.): The Bonds That Unite? Historical Perspectives on European Solidarity. European Review of History 24 (2017), Nr. 6, online unter: http://www.tandfonline.com/toc/cerh20/24/6?nav=tocList.

European Review 24

The concept of ‘solidarity’ is in many respects fundamental to the European project. While pro-European intellectuals had long applied it as a more or less abstract reference, the concept evolved into a solid cornerstone of European unity after the Second World War. The notion of a European solidarity union was essential to validating the integration process and had always been a component of redistribution policies on the supra-national level. Nevertheless it remained context-sensitive and open to interpretation and consequently was always the outcome of complex negotiation processes.

In view of the basic normative tension surrounding the term ‘solidarity’, it is by no means surprising that European historiography in particular has hardly considered the history of ‘European solidarity’. This special issue, therefore, aims to take a first step towards historicizing ‘European solidarity’ – and at the same time to highlight its relevance for the history of the European idea and integration. Thematic contributions will: Firstly focus on the history of concepts, discourse and ideas.  How did the pioneers of European unity define and conceptualize “European solidarity” during the 19th and early 20th centuries? To what extent did the supra-national institutions of the EEC/EC/EU avail themselves of ‘European solidarity’ as a means of legitimizing the process of integration after 1945? Secondly examine how international solidarity was actually practiced in Europe. How has it been fostered since the 19th century? Thirdly probe the limits of the ‘European solidarity union’. These boundaries are still apparent not merely in attitudes towards non-European countries as external ‘others’ but in certain contexts towards internal ‘others’ as well, as recent developments within the EU have made plain.

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Dietmar Süß: 'Ein Volk, ein Reich, ein Führer'
Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich, München (C.H. Beck Verlag), 2017, 304 S., ISBN 978-3-406-67903-2


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"Ein Volk, ein Reich, ein Führer" – als im März 1938 die Kampagne für den "Anschluss Österreichs" an das Deutsche Reich auf Hochtouren lief, war dieser Dreiklang auf den Plätzen und Märkten immer wieder zu vernehmen. Er verknüpfte die Hoffnung auf soziale Harmonie mit der Sehnsucht nach nationaler Stärke und ließ gleichzeitig deutlich werden, dass hinter dem schönen Schein der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft die brutale Ausgrenzung all derjenigen lauerte, die nicht dazugehören konnten oder wollten. Rassistische Ungleichheit, so zeigt dieser beeindruckende Überblick, war das Strukturprinzip der deutschen Gesellschaft im Dritten Reich, immer weiter entgrenzte staatliche Gewalt war die zentrale Säule der neuen politischen Ordnung, und ein radikaler Antisemitismus war der Treibstoff, der die gesamte Maschine antrieb. Virtuos verwebt Dietmar Süß die konkreten Schicksale einzelner Menschen in seine Analyse und beschreibt, wie das NS-Regime das Leben der Deutschen von Grund auf veränderte.

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Florian Greiner: Wege nach Europa. Deutungen eines imaginierten Kontinent in deutschen, britischen und amerikanischen Printmedien, 1914-1945. Göttingen (Wallstein-Verlag) 2014, 520 S., ISBN 978-3-8353-1502-0

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Europa war auch in der Epoche der Weltkriege mehr als nur ein geographischer Begriff. Florian Greiner spürt anhand einer breiten Medienauswertung für drei Länder Wahrnehmungen von Europa in jenen Jahren nach. Er zeigt, dass Europavorstellungen in vielfältigen gesellschaftlichen Kontexten auftraten. Trotz der zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Krisen blieb die öffentliche Bewertung Europas erstaunlich optimistisch und zukunftsgerichtet. Statt des von vielen Intellektuellen beschworenen „Untergangs des Abendlandes“ wurden in vielen Feldern, wie etwa im Sport, Tourismus oder Verkehr, der Glaube an die europäische Leistungskraft nicht aufgegeben und zugleich ein Zusammenwachsen des Kontinents ausgemacht. Das Buch weist nach, dass sich „Europa“ sukzessive zu einem Erfahrungsbegriff entwickelte, der den Zeitgenossen bereits deutlich präsenter war als gemeinhin angenommen wird. Damit schreibt es zugleich eine alternative Vorgeschichte der europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Edith Raim, Justiz zwischen Diktatur und Demokratie: Wiederaufbau und Ahndung von NS-Verbrechen in Westdeutschland 1945 - 1949, München, (Oldenbourg) 2013, 1241 S., ISBN 978-3486704112

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Das Bild ubiquitären Versagens und moralischer Stumpfheit der deutschen Justiz ist fest etabliert. Edith Raim stellt es nicht ganz auf den Kopf, sie relativiert die gängige Deutung aber in vielerlei Hinsicht. Ausgangspunkt ist die facettenreiche Sozialgeschichte der westdeutschen Justiz nach 1945, wobei auch die leidenschaftlichen deutsch-alliierten Diskussionen über die nationalsozialistischen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" untersucht werden. Den Kern der Darstellung aber bildet die Analyse zahlreicher deutscher Gerichtsverfahren, die brisanten Themen wie der "Reichskristallnacht", der "Arisierung", der "Euthanasie" sowie Denunziationen oder KZ-Verbrechen gewidmet waren. Auch die deutsche Justiz blieb, als es das Dritte Reich nicht mehr und die Bundesrepublik noch nicht gab, keineswegs untätig. Nie wieder wurde so intensiv ermittelt wie damals. Dass die Gerichte dabei Beachtliches leisteten, ist im vergangenheitspolitischen Diskurs kaum präsent. Edith Raim hebt es auf beeindruckende Weise in unser Bewusstsein.

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Dietmar Süß, Death from the skies - How the Britisch and Germans survived bombing in World War II, Oxford (Oxford University Press) 2014, 736 S., ISBN 978-0-19-966851-9

Death from the skies

The German 'Blitz' that followed the Battle of Britain killed tens of thousands and laid waste to large areas of many British cities. And although the destruction of 1940-1 was never repeated on the same scale, fears that Hitler possessed a secret weapon of mass destruction never entirely died, and were partially realized in the VI and V2 raids of 1944-5. The British and American response to the 'Blitz', especially from 1943 onwards, was massive and incomparably more devastating - with apocalyptic consequences for German cities such as Hamburg, Dresden, and Berlin, to name but the most prominent.

In this ground-breaking new book, German historian Dietmar Süss investigates the effects of the bombing on both Britain and Nazi Germany, showing how these two very different societies sought to withstand the onslaught and keep up morale amidst the material devastation and psychological trauma that was visited upon them. And, as he reflects in the conclusion, this is not a story that is safely confined to the past: the debate over the rights and the wrongs of the mass bombing of British and German cities during World War II remains a highly emotional subject even today.

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Florian Pressler, Die erste Weltwirtschaftskrise - eine kleine Geschichte  der Großen Depression, München (Verlag C.H. Beck) 2013, 256 S., ISBN 978-3-406-64535-8

 

Weltwirtschaftskrise

 

 

Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre war eine globale Katastrophe von beispiellosen Ausmaßen. Florian Pressler erklärt ihre Ursachen, ihren Verlauf und ihre globalen Auswirkungen. Dabei beschreibt er persönliche Schicksale ebenso wie wirtschaftliche Zusammenhänge und zeigt Parallelen auf zur gegenwärtigen Finanz- und Schuldenkrise.

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Dietmar Süß und Norbert Frei (Hg.): Privatisierung. Idee und Praxis seit den 1970er Jahren, Göttingen (Wallstein-Verlag) 2012, 228 S., ISBN 978-3-8353-1086-5

 

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Mit den Folgen der gegenwärtigen Finanzkrise hat eine neue Diskussion über die Rolle des Staates begonnen. "Privatisierung" und "Flexibilisierung" gelten nicht mehr uneingeschränkt als ökonomische Erfolgsrezepte, sondern werden nun selbst historisiert: Lässt sich die Geschichte seit den 1970er Jahren als "Ära der Pivatisierung" beschreiben? Meint "Privatisierung" nicht nur ein neues Verständnis von Staat und Wirtschaft, sondern auch einen neuen individualistischen "Rückzug ins Private"? Schließlich fragen Historiker und Sozialwissenschaftler in diesem Band, wie westeuropäische und angloamerikanische Privatisierungsideen und -Erfahrungen die Transformation im postkommunistischen Osteuropa beeinflussten.

Mit Beiträgen von Frank Bösch, Paskcal Eitler, Norbert Frei, Dominik Gepert, Hans Günter Kochkerts, Karl Lauschke, Joachim von puttkamer, Tim Schandetzky, Wolfgang Seibel, Detlef Siegfried und Dietmar Süße.

 

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Reinhild Kreis, Orte für Amerika - Deutsch-Amerikanische Institute und Amerikahäuser in der Bundesrepublik seit den 1960er Jahren, Stuttgart (Franz Steiner Verlag) 2012, 425 S., ISBN 978-3-515-10048-9

 

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Um das westliche Bündnis im Ost-West-Konflikt nach innen zu stabilisieren, setzten die USA auf auswärtige Kultur- und Informationspolitik. In der Bundesrepublik wandten sich etwa 20 Amerikahäuser und Deutsch-Amerikanische Institute an die westdeutsche Bevölkerung, um Sympathien für die Politik und die Werte der USA zu erzeugen. Sie waren jedoch nicht nur Mittler im amerikanischen Auftrag, sondern durch vielfältige Beziehungen fest in der westdeutschen Kulturlandschaft verankert. In der Öffentlichkeit standen sie als symbolische Orte für "Amerika" - im positiven wie im negativen Sinne. Reinhild Kreis analysiert die Strukturen, Zielvorgaben und das Instrumentarium der amerikanischen Kultur- und Informationspolitik in der Bundesrepublik, Themenkarrieren und -konjunkturen sowie die Amerikahäuser und DAI in ihren lokalen Beziehungsgefügen. An der Schnittstelle von USA und Bundesrepublik, Außen- und Kulturpolitik, Regierung und Öffentlichkeit zeigt die Untersuchung der Amerikahäuser und Deutsch-Amerikanischen Institute die Gestaltung, Dynamiken und Spannungen der transatlantischen Beziehungen seit den 1960er Jahren unterhalb der diplomatischen Ebene.

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Dietmar Süß: Tod aus der Luft. Kriegsgesellschaft und Luftkrieg in Deutschland und England, München (Siedler Verlag) 2011, 717 S., ISBN 978-3-88680-932-5

 

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Der Luftkrieg gehört zu den zentralen Gewalterfahrungen im 20. Jahrhundert. Noch heute wird der Streit über Schuld und Verbrechen hoch emetional geführt. Das Buch von Dietmar Süß zeigt erstmals, welche Folgen der Bomenkrieg für Deutschland und England hatte und auf welche Weise Diktatur und Demokratie die Militarisierung der Bevölkerung betrieben.

 

 

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Markus Seemann, Kolonialismus in der Heimat - Kolonialpolitik und Kolonialkultur in Bayern 1882 - 1943, Berlin (Ch. Links Verlag) 2011, 488 S., ISBN 978-3-85153-626-0

 

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Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ließ man sich auch in Bayern von der Kolonialeuphorie anstecken und entwickelte mannigfache Aktivitäten auf lokaler und regionaler Ebene. Man gründete Ortsgruppen der Deutschen Kolonialgesellschaft, organisierte Kolonialschauen, veranstaltete Heimatabende, deren Erlöse an die »Schutztruppensoldaten« gingen, plante eine Kolonialausstellung in München sowie ein Kolonial- und Donauhandelsmuseum in Regensburg.


Markus Seemann eröffnet mit dieser ersten umfassenden Regionalstudie zum Kolonialismus neue Perspektiven auf das Verhältnis von »Kolonie« und »Heimat«, benennt die Protagonisten und die konkreten Kolonialprojekte und zeigt, wie der heimische Raum eine neue Deutung im kolonialistischen Sinne erfuhr.

 

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