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15.    EDV-Werkzeugkasten für Historiker

15.1    Office-Programme

Weit verbreitet ist das Programmpaket Microsoft Office. Für Studenten und Universitätsdozenten ist der Erwerb besonders kostengünstiger Lizenzen möglich (http://www.studentoptions.de; ähnliche Angebote anderer Firmen finden Sie unter http://www.educheck.de). Auf der Grundlage eines Campus Agreement können alle Studierenden der Universität Augsburg noch einmal günstigere Lizenzen erwerben (Details unter http://www.rz.uni-augsburg.de/service/software/studentenoption). Ganz kostenlos geht es jedoch mit OpenOffice (http://de.openoffice.org) bzw. dem daraus hervorgegangenen LibreOffice (http://www.libreoffice.org), das alle Grundfunktionen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationserstellung bietet. Die mittlerweile aktuelle Version 3.3 enthält auch eine voll funktionsfähige Datenbankapplikation. Wer also eigene Datenbanken programmieren möchte – etwa zur Verwaltung von Quellenexzerpten –, dem wird hier die Möglichkeit dazu geboten. OpenOffice ist seit der Version 2.0 zudem hinsichtlich der Bedienerführung in etlichen Punkten stärker an Windows-Standardanwendungen, d. h. Office 2000/XP/2003, angepasst, um Interessenten den Umstieg zu erleichtern. Auch die ebenfalls kostenlose Officesuite Lotus Symphony von IBM basiert im Kern auf OpenOffice, präsentiert sich aber mit einer völlig überarbeiteten Oberfläche (http://symphony.lotus.com). In näherer Zukunft soll auch das Linuxbenutzern bereits bekannte KOffice für Windows verfügbar sein.

Die genannten Programme sind für die Abfassung von Hausarbeiten völlig ausreichend. Bei längeren Texten von der Dissertation aufwärts stoßen sie jedoch an Grenzen, auch wenn die Horrorgeschichten früherer Tage dank neuer Programmversionen und Dateiformate heute nicht mehr maßgeblich sind. Schwierigkeiten mit üblichen Textverarbeitungen treten aber immer noch insbesondere dann auf, wenn Graphiken eingefügt werden sollen. Eine wirklich befriedigende Lösung existiert hier nicht. Wirklich professionellen Textsatz ermöglicht LaTeX (http://www.latex-project.org), das aber einen relativ großen Lernaufwand voraussetzt, weil es auf eine graphische Benutzeroberfläche gerade verzichtet – was der Stabilität zugute kommt. Wie etwa auch HTML werden bei LaTeX Markup-Befehle zur Festlegung der gewünschten Formatierung in die Textdatei eingebettet. Erst ein Kompiler erzeugt dann das fertige Dokument. Was etwa die Erzeugung eines schönen Blocksatzes angeht, ist LaTeX allen üblichen Textverarbeitungen und DTP-Programmen haushoch überlegen. LaTeX steht in verschiedenen Distributionen frei zum Download zur Verfügung: http://miktex.org (bekannteste Spielart auf Windows-Systemen), http://www.tug.org/protext (aufgebohrtes MiKTeX-Derivat). Wer auf eine graphische Benutzeroberfläche nicht verzichten mag, kann es mit dem LaTeX-Frontend LyX (http://www.lyx.org) versuchen.

Zur Exzerptverwaltung sind Datenbanken nicht immer die praktischste Lösung, da der Aufwand für die Strukturierung hoch ist, und geisteswissenschaftliche Daten sich einer rigiden Kategorisierung nicht immer leicht unterwerfen lassen. Als elektronischen Ersatz für den guten alten Zettelkasten bietet Microsoft das Programm OneNote an. Ganz ähnliche Funktionalität bekommen Sie jedoch auch kostenlos (allerdings mit kleiner Werbeeinblendung) mit EverNote (http://www.evernote.com). Der entscheidende Vorteil gegenüber jeder papiergebundenen Lösung ist natürlich die jederzeit gegebene Möglichkeit zu Korrektur und Erweiterung, zu hierarchischer Gliederung mit mehrfacher Zuordnung einzelner Exzerpte, sowie zur Volltextsuche. Speziell auf die wissenschaftliche Nutzung zugeschnitten ist das Programm Zettelkasten nach Luhmann (http://zettelkasten.danielluedecke.de), das sich an den Arbeitsprinzipien des berühmten Soziologen orientiert.

15.2    Schriftsatz

Im Hinblick auf die Verwendung altgriechischer Zeichensätze ist für den Althistoriker die Frage der Unicode-Unterstützung zentral: Unicode ist eine standardisierte Codepage, die idealerweise jedem denkbaren Schriftzeichen einen eindeutigen numerischen Wert zuordnet (http://www.unicode.org). Dies bringt gegenüber den älteren, auf 256 Zeichen beschränkten ASCII-Schriftsätzen bei der Arbeit mit altgriechischen Texten erhebliche Vorteile mit sich:

  1. Eine geeignete Unicode-Schriftart enthält alle notwendigen Zeichen, sowohl lateinische als auch griechische. Das ständige Umschalten der Schriftart entfällt daher, der Text erscheint typographisch einheitlich.

  2. Die Normierung der Codepage ermöglicht einen unproblematischen Transfer zwischen verschiedenen Textverarbeitungssystemen und Betriebssystemen, sowie die Verwendung beliebiger Unicode-Schriftarten.

Vertiefte Hintergrundinformationen dazu bietet http://www.tlg.uci.edu/~opoudjis/unicode/unicode.html.

Zunehmend etabliert sich Unicode als Standard für die Arbeit mit altgriechischen Texten – nun auch im Mac-Bereich: Ende 2005 hat die American Philological Association die Unterstützung für das traditionelle GreekKeys-Format eingestellt, das nun durch Unicode abgelöst wird. Viele altertumswissenschaftliche Internetprojekte (z. B. Perseus) bieten mittlerweile Unicode zumindest als Darstellungsoption an, gleiches gilt für gängige Programme für den Zugriff auf den TLG. Für die korrekte Anzeige und Verarbeitung von altgriechischen Texten im Unicode-Format benötigt man jedoch:

  1. ein Unicode-fähiges Anwendungsprogramm. Microsoft Office ab Version 97 und das kostenlose OpenOffice/LibreOffice, sowie das ebenfalls kostenlose AbiWord (http://www.abisource.com) erfüllen diese Voraussetzung. Freilich muss eingeschränkt werden, dass die Verarbeitung von Zeichen in den sogenannten supplementary planes (z. B. akrophone Numerale oder papyrologische Spezialzeichen) in Word erst ab Version 2003, in OpenOffice seit Version 1.0.3 implementiert ist, und die diesbezüglichen Kinderkrankheiten erst nach und nach ausgemerzt wurden. Voraussetzung zur Nutzung der supplementary planes ist zudem in jedem Fall das Vorhandensein einer neueren Version der Microsoft Unicode-Bibliothek uniscribe.dll. Windows 95/98/ME/2000 unterstützen die supplementary planes wohl im Normalfall nicht, doch soll die manuelle Installation einer aktuellen uniscribe.dll möglich sein. WordPerfect bietet auch in der neuesten Version X5 keine ausreichende Unicode-Unterstützung und ist damit keinesfalls auf der Höhe der Zeit.

  2. eine geeignete Unicode-Schriftart. Zwar weist der Unicode-Standard jedem denkbaren Schriftzeichen eine eindeutige Codierung zu, doch nicht jede Unicode-Schriftart enthält Schriftzeichen für alle definierten Codepunkte. Eine solche „vollständige“ Schriftart würde um die 30 MB Speicher beanspruchen; die mit Microsoft Office ab Version 2000 ausgelieferte und zeitweise auch zum Download angebotene Schriftart Arial Unicode kommt dem recht nahe. Tatsächlich enthalten nur wenige Unicode-Schriftarten den zur Anzeige von polytonischem Griechisch erforderlichen Zeichenbereich Greek extended.

Geeignete Unicode-Schriftarten sind beispielsweise:

  1. Palatino Linotype (eine fehlerhafte Version wurde mit Windows 2000 ausgeliefert, eine korrigierte mit Windows XP)

  2. Tahoma (seit Windows XP SP1)

  3. Microsoft Sans Serif (seit Windows XP SP2)

  4. Times New Roman (seit Windows Vista)

  5. Segoe UI (seit Windows Vista)

  6. Minion Pro: Opentypefont, ausgeliefert mit der frei verfügbaren Software Adobe Reader 7/8 (im Unterverzeichnis \Resource\Font)
    Typographisch derzeit erste Wahl.

  7. Gentium (kostenlos unter http://scripts.sil.org/Gentium)
    Typographisch sehr gelungener Font, der unter anderem in der elektronischen Version des DNP Verwendung findet.

  8. Linux Libertine (kostenlos unter http://linuxlibertine.sourceforge.net/Libertine-DE.html bzw. http://sourceforge.net/projects/linuxlibertine)
    Schrift mit GPL- bzw. OFL-Lizenz. Die neueren Versionen sind auch für die Bildschirmanzeige unter Windows stark optimiert. Es empfiehlt sich in diesem Fall die Benutzung der OTF-Versionen.

  9. DejaVu (kostenlos unter http://dejavu-fonts.org)
    Umfangreiche Schriftfamilie, die auf den Vera Bitstream Fonts basiert.

  10. URW Palladio (kostenlos unter http://sourceforge.net/projects/gs-fonts)
    Palatino-Klon, der von der Firma URW an das Ghostscript-Projekt geschenkt wurde und nun unter der GPL frei zur Verfügung steht. In vielen Linuxdistributionen enthalten.

  11. Cardo (kostenlos unter http://scholarsfonts.net/cardofnt.html)
    Momentan neben New Athena Unicode (s. u.) vollständigster Unicodefont, der alle vom TLG in den Unicode-Standard eingebrachten epigraphischen und papyrologischen Sonderzeichen enthält. Wird deshalb auch von der Epigraphic Database Roma (EDR) eingesetzt.

  12. IFAOGrec Unicode (kostenlos unter http://www.ifao.egnet.net/publications/outils/polices)
    Sehr umfangreicher Font, der zahlreiche für papyrologische Editionen benötigte Sonderzeichen enthält.

  13. New Athena Unicode (kostenlos unter http://apagreekkeys.org/NAUdownload.html)

  14. Kadmos, Bosporos und Attika Unicode (http://apagreekkeys.org)
    Der früher von der Firma Allotype Typographics kommerziell vertriebene Kadmos-Font erfreute sich insbesondere in der Mac-Welt großer Beliebtheit und wurde auch für professionelle Publikationen herangezogen. Nachdem Allotype die Rechte an die American Philological Association übertragen hatte, entwickelte Donald Mastronarde eine Unicode-Version.

  15. MGOpenCanonica (kostenlos unter http://www.zvr.gr/typo/mgopen/index)
    Ursprünglich von der griechischen Firma Magenta kommerziell vertriebener Font, der nun freigegeben wurde.

  16. Galatia SIL Greek Unicode (kostenlos unter http://scripts.sil.org/SILgrkuni)

  17. Doulos SIL Font (kostenlos unter http://scripts.sil.org/FontDownloadsDoulos)

  18. Charis SIL Font (kostenlos unter http://scripts.sil.org/CharisSILfont)
    Sowohl Doulos als auch Charis SIL Font können die intelligenten Zeichenersetzungsfunktionen des Graphite-Systems nutzen (vergleichbar Opentype). OpenOffice wird Graphite ab der kommenden Version 3.2 unterstützen.

  19. GFS Didot, GFS Bodoni, GFS Olga u. a. m.: verfügbar jeweils als Opentype- und Truetypefont (kostenlos unter http://www.greekfontsociety.org/pages/en_typefaces.html)
    Fonts der Greek Font Society, die sich der Erforschung und Förderung der griechischen Typographie verschrieben hat.

  20. Silver Humana (enthalten im Silvermountain Workplace Pack)

  21. Vusillus (enthalten in dem Utility Antioch: http://www.users.dircon.co.uk/%7Ehancock/antioch.htm)

  22. Aisa Unicode (enthalten in dem kostenlosen Utility Multikey: http://www.oeaw.ac.at/kal/multikey/)

  23. Titus Cyberbit Basic (kostenlos unter http://titus.fkidg1.uni-frankfurt.de/unicode/tituut.asp)

  24. Porson (kostenlos unter http://www.geocities.com/greekfonts)

  25. Alphabetum (Demo unter http://guindo.pntic.mec.es/~jmag0042/alphaeng.html)

  26. Aristarcoj (kostenlos unter http://www.russellcottrell.com/greek/fonts.htm)

Umfängliche Zusammenstellungen mit Schriftproben finden sich unter http://www.wazu.jp/gallery/Fonts_GreekPoly.html (dort auch entlegenere Schriftarten z. B. für Linear B) und http://www.tlg.uci.edu/help/UnicodeTest.php. Die Schriftart Lucida Sans Unicode enthält trotz ihres Namens nicht alle erforderlichen Zeichen!

Viele der genannten Schriftarten sind nicht für die Ausgabe auf dem Bildschirm optimiert und erscheinen daher insbesondere auf LCD-Bildschirmen stark pixelig. Diesem Effekt kann mit Windows-Bordmitteln partiell abgeholfen werden, indem die Option ClearType aktiviert wird (in Office 2007 und Windows Vista/7 ist ClearType schon standardmäßig angeschaltet). Dies geschieht unter Windows XP entweder über die Ansichtsoptionen in der Systemsteuerung oder bequemer über ein Webinterface unter http://www.microsoft.com/typography/cleartype/tuner/Step1.aspx, welches auch eine spezielle Anpassung an den eigenen Bildschirm ermöglicht.

Die Eingabe von altgriechischer Zeichen kann über das Eingabeschema „Greek Polytonic“ des Betriebssystems (Windows 2000/XP/Vista/7, Dokumentation: http://msdn.microsoft.com/ de-de/goglobal/bb964651%28en-us%29.aspx) erfolgen. Die Lernkurve ist relativ steil, weil Windows keine Kombination mehrerer Deadkeys für Akzentkombinationen erlaubt und das mitgebrachte Eingabeschema zudem auf einem US-Tastaturlayout basiert. Dafür erfordert das Windows-Eingabeschema keine zusätzliche Softwareinstallationen und ist systemweit verfügbar.

Daneben gibt es eine Reihe von in der Regel komfortableren Hilfsprogrammen: Für Microsoft Word wäre hier insbesondere an das allerdings kostenpflichtige Antioch zu denken (http://www.users.dircon.co.uk/%7Ehancock/antioch.htm), für Word und OpenOffice/LibreOffice steht die Software Thessalonica frei zur Verfügung (http://www.thessalonica.org.ru). Beide Programme verfügen auch über Konvertierungsfilter, um ggf. Texte in älteren Formaten (WinGreek, GreekKeys, LaserGreek, Beta Code usw.) nach Unicode zu konvertieren. Weiterhin zu erwähnen ist die Software Multikey (für Word: http://www.oeaw.ac.at/kal/multikey). Auch für das Keyboardutility Tavultesoft Keyman (http://www.tavultesoft.com/keyman, Basisversion kostenlos) stehen Tastaturlayouts für polytonisches Griechisch im Internet zur Verfügung (z. B. http://freenet-homepage.de/LukasPietsch/Keyman/Keyboards.html und http://www.atticgreek.com [derzeit offline] bei letzterem entspricht die Eingabe in etwa dem Beta Code-System). Relativ neu ist das frei verfügbare Programm Sibyllai, das im Rahmen des spanischen Palladium-Projektes entwickelt wurde (http://recursos.cnice.mec.es/latingriego/Palladium/5_aps/enplap17.htm). Da es ein spanisches Tastaturlayout voraussetzt ist die Tastenbelegung jedoch wenig intuitiv, zudem ist die Darstellung auf manchen Systemen fehlerhaft.

Momentan am meisten empfehlenswert ist das vernünftig ausgepreiste Paket GreekKeys 2008 (http://www.apagreekkeys.org), das aus angepassten Windows-Tastaturlayouts besteht (auch für deutsche Tastaturen erhältlich). Im Gegensatz zu allen anderen Lösungen bietet GreekKeys auch Möglichkeiten zur Eingabe metrischer Symbole, epigraphischer und papyrologischer Sonderzeichen aus den supplementary planes. Zusammen mit den Tastaturlayouts werden auch die Schriften Kadmos, Attika und Bosporos Unicode geliefert.

Keines der sonstigen Utilities ermöglicht diese Eingabe von Zeichen aus den supplementary planes. Selbst die Windows Vista-Zeichentabelle und der Befehl „Sonderzeichen einfügen“ bis Word 2003 unterstützen diesen Zeichenbereich nicht. In Word bzw. WordPad können entsprechende Zeichen jedoch erzeugt werden, indem der Unicode-Hexadezimalwert (z. B. 10143 für das akrophone Zahlzeichen „fünf“) eingegeben und danach ALT+C (in Dialogfeldern ALT+X) gedrückt wird. Dabei muss aber bereits eine Schriftart eingestellt sein, die das entsprechende Zeichen auch enthält, sonst kommt es zu einer fehlerhaften Ersetzung! Eine adäquate Unterstützung für die Zeichen in den supplementary planes bieten nur Word 2007 und die neueren Versionen von OpenOffice/LibreOffice. Letztlich empfiehlt sich – sofern man nicht in das GreekKeys-Paket investieren möchte – die Benutzung eines speziellen Unicode-Texteditors: Empfehlenswert ist das kostenlose BabelPad (http://www.babelstone.co.uk/Software/BabelPad.html), das Unicode 5.0 voll unterstützt und dessen Zeichentabelle auch separat als BabelMap erhältlich ist (http://www.babelstone.co.uk/Software/BabelMap.html).

15.3    Konvertierung

Bisweilen ist es notwendig, im Beta Code vorliegende Texte nach Unicode zu konvertieren. Dafür bieten sich folgende Hilfsmittel an:

  1. Greek Font to Unicode Converter: http://jiffycomp.com/smr/unicode-converter
    Webinterface. Geeignet für kleinere Textmengen.

  2. CENTAL Beta Code to Unicode Converter: http://130.104.253.20/beta2uni/
    Serverbasierter Dienst zur Konvertierung großer Textmengen wie z. B. ganzer TLG-Dateien. Benutzt dieselbe Libycus-Bibliothek wie der oben genannte Greek Font to Unicode Converter.

  3. GreekTranscoder: http://www.greektranscoder.org
    Word Add-In.

  4. Transcoder: http://sourceforge.net/projects/epidoc/files/transcoder
    Im Rahmen des EpiDoc-Projektes entwickelte Java-Klassen zur Konvertierung von Beta Code. Nach dem Entpacken steht im Unterverzeichnis \dist eine ausführbare Testapplikation zur Verfügung.

  5. BETAUTF8: http://www2.hsu-hh.de/hisalt/projects/betautf8.htm.
    Von Burkhard Meißner entwickeltes Kommandozeilentool, das mit hoher Geschwindigkeit glänzt. Nicht konvertierte Zeichen und Symbole werden zudem nicht einfach unterdrückt, sondern erscheinen im ursprünglichen Beta Code.

15.4    Texterkennung (OCR)

Sofern gedruckte Texte digitalisiert werden sollen, empfiehlt sich die Anwendung eines OCR-Programmes (Optical Character Recognition). Für „normale“ Texte gibt es eine Reihe von geeigneten, wenn auch kostspieligen Programmen (Nuance OmniPage, ABBYY Finereader); auch monotonisches Neugriechisch wird von dieser Software ohne Probleme erkannt. Schwieriger ist die Digitalisierung polytonischer altgriechischer Texte: Nur die griechische Firma Ideatech vertreibt ein hierauf spezialisiertes Programm mit Namen Anagnostis, das aber hinsichtlich der Erkennungsgenauigkeit und der Toleranz gegenüber schlechten Vorlagen in keiner Weise mit der genannten Standardsoftware konkurrieren kann. Abhilfe schafft ein kleiner Trick: Sowohl OmniPage als auch Finereader lassen sich für neue Zeichensätze trainieren. Da sie nicht voll Unicode-fähig sind, kann man ihnen zwar Altgriechisch nicht direkt beibringen, man kann sie aber überlisten, indem man den altgriechischen Zeichen jeweils ihre Beta Code-Äquivalente (http://www.tlg.uci.edu/BetaCode.html) zuweist und die Vokale mit Akzenten bzw. die Großbuchstaben als Ligaturen deklariert. Das Ergebnis ist eine Textvorlage in Beta Code, die dann mit den oben aufgeführten Konvertern nach Unicode überführt werden kann. In der neuen Version 9 können nun in Finereader auch beliebige Unicode-Zeichen direkt trainiert werden.

15.5    Abkürzungen

Wieder eine Literaturangabe mit einer Zeitschriftenabkürzung gefunden, die rätselhaft bleibt, und gerade kein Band der Année Philologique greifbar? Kein Problem: Mit der bereits erwähnten Software Aristarchos lassen sich Abkürzungen aus Année Philologique, Dyabola, Enciclopedia dell’arte antica und American Journal of Archaeology mühelos auflösen. Umgekehrt können auch Klartitel entsprechend „verschlüsselt“ werden. Diese Freeware ist ein Muss für jeden Althistoriker: http://www.archeolinks.com/aristarchos.htm.

15.6    Literaturverwaltung

Gerade für die Organisation großer Mengen an standardisierter Informationen bieten EDV-Systeme eigentlich hervorragende Möglichkeiten. Die Verwaltung von Literaturangaben und Exzerpten ist hierfür ein Musterbeispiel. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Eingabemasken des Computers zu Genauigkeit und Vollständigkeit der Titelaufnahme erziehen. Freilich ist die Entwicklung einer eigenen Datenbanklösung ziemlich aufwendig, und die in Word 2007 bzw. OpenOffice/LibreOffice integrierten Literaturverwaltungen bieten nur sehr rudimentäre Möglichkeiten. Glücklicherweise stehen im Internet jedoch einige vorgefertigte Lösungen bereit; die Auswahl beschränkt sich auf preislich moderate Software:

15.7    Konjugieren griechischer Verben

Wieder eine Aoristform vergessen? Dann hilft möglicherweise die Benutzung von Kalós, dem griechischen Verbkonjugator: http://www.kalos-software.com. Auch die morphologische Analyse unklarer Verbformen ist wenigstens ansatzweise möglich.

15.8    PDF-Erstellung

Das PDF-Format hat sich seit längerem zu einem Standard für den Dokumentenaustausch entwickelt. Kursmaterialien – wie z. B. das vorliegende Tutorium – werden häufig in diesem Format zum Download bereitgestellt. Gegenüber einer Präsentation in HTML oder Anwendungsformaten wie DOC bietet dies einige Vorteile:

Zur Anzeige von PDF-Dateien muss der Nutzer freilich ein entsprechendes Anzeigeprogramm installieren. Das bekannteste ist der kostenlose Adobe Reader (http://get.adobe.com/de/reader), der im Vergleich zu anderen Lösungen ein Maximum an Kompatibilität bietet, da Adobe mit dem Softwarepaket Acrobat auch der Hersteller der meistgenutzten Lösung zum Erzeugen von PDF-Dateien ist. Mit dem Foxit PDF-Reader (http://www.foxitsoftware.com/pdf/reader/ reader-interstitial.html) oder dem PDF-XChange Viewer (http://www.docu-track.com/home/prod_user/PDF-XChange_Tools/pdfx_viewer) stehen aber auch Alternativen zur Verfügung. Die technische Entwicklung hat dazu geführt, dass mittlerweile verschiedene PDF-Standards existieren, die jeweils eine bestimmte Version des Adobe Reader erfordern. Eine Installation des neuesten Adobe Reader sollte daher auf keinem System fehlen. Das gilt auch deshalb, weil die frühere Ansicht, dass das PDF-Format vergleichsweise wenig Sicherheitsprobleme aufwerfen würde, mittlerweile gründlich widerlegt ist. Tatsächlich sind Fehler in Betrachtern wie Adobe Reader und Flash bzw. Webbrowsern heute das gefährlichste Einfallstor für Schadsoftware auf einem Rechner.

Anders als der Adobe Reader ist das Erzeugerpaket Adobe Acrobat nicht kostenlos, sondern im Gegenteil ziemlich kostspielig. Eine Anschaffung lohnt sich für den althistorischen Nutzer in der Regel nicht. Das heißt aber nicht, dass die Erzeugung von PDF-Dateien unmöglich wäre: Benutzer des bereits erwähnten OpenOffice/LibreOffice-Paketes haben es da schon seit langem einfach, denn eine durchaus brauchbare PDF-Exportmöglichkeit ist hier bereits standardmäßig gegeben. Microsoft hat mit dem Office 2007 nachgezogen. Mit den folgenden frei verfügbaren Programmpaketen lässt sich aber allen Windows-Anwendungen die PDF-Ausgabe beibringen:

  1. Ghostscript: Der eigentliche „Übersetzer“. Ghostscript konvertiert Postscript-Dateien (spezielle Drucker-Dateien) nach PDF. Die Fortschritte bei der Unterstützung einzelner PDF-Features und die Qualität der Ausgabe sind von Version zu Version enorm. Es lohnt ein Update auf die neueste Ausgabe. Da Ghostscript keine graphische Benutzeroberfläche besitzt, ist es von einem durchschnittlichen Benutzer jedoch nicht zu bedienen. Hier setzen die folgenden Programme an.
    http://www.ghostscript.com

  2. Ghostword: Add-In für Microsoft Word. Ghostword automatisiert die Erstellung der Postscript-Druckerdatei sowie ihre Konvertierung nach PDF mittels Ghostscript. Ähnlich wie mit Adobes PDF-Maker sind hierbei auch eine automatische Erstellung von PDF-Bookmarks anhand der Word-Gliederungsebenen sowie die Umwandlung von Internetadressen in funktionierende PDF-Hyperlinks möglich. Alle PDF-Optionen wie Schriftarteinbettung, Graphikkompression, PDF-Standard usw. können eingestellt werden. Benötigt einen installierten Postscriptdruckertreiber (z. B. Von Adobe: http://www.adobe.com/support/downloads/product.jsp?product=44&platform=Windows).
    http://sourceforge.net/projects/ghostword

  3. PDF-T-Maker: Es gilt selbiges wie für Ghostword. Der PDF-T-Maker basiert auf der von Adobe vor einigen Jahren freigegebenen Version des mit Acrobat 3 ausgelieferten Word-Plugins PDF-Maker. Die Programmierer der Firma Transcom haben diesen allerdings um etliche Funktionen bereichert. Neben der Bookmarkgenerierung lassen sich auch Fußnoten, Endnoten und Indexeinträge in Word-Dateien automatisch in PDF-Hyperlinks umwandeln. Arbeitet mit einer Vielzahl aktueller PDF-Konverter zusammen. Einfache Installation und gute Dokumentation.
    http://www.transcom.de/transcom/de/tipps-tricks/acrobat/2004_pdf-t-maker.htm

  4. PDFCreator: Erstellt einen virtuellen Drucker, über den aus jeder Anwendung PDF-Dateien erstellt werden können. PDF-Bookmarks können aus technischen Gründen jedoch so nicht erzeugt werden.
    http://sourceforge.net/projects/pdfcreator

  5. eDocPrintPro: Ähnlich.
    http://www.pdfprinter.at

  6. PrimoPDF: Selbiges.
    http://www.primopdf.com

  7. PDF Explorer und PDF Shell Tools: Erlauben die Bearbeitung (Aufteilung, Verschmelzung, Löschen einzelner Seiten) von PDF-Dateien aus dem Kontextmenü des Explorers. Mit dem PDF Explorer kann man mehrere PDF-Dateien in einer Datenbank erfassen, indizieren, durchsuchen und anzeigen. Fantastisches Werkzeug zur Verwaltung der persönlichen PDF-Bibliothek (z. B. mit den Nachträgen zum Guide de l’épigraphiste und zu Vollmer)!
    http://www.rttsoftware.com

  8. LaTeX ist ohnehin in der Lage, PDF-Dateien direkt zu erzeugen.

Für die Lektüre von längeren PDF-Dateien und ebooks am Bildschirm stellt Adobe die Software Digital Editions bereit, die neben der Anzeige auch die Verwaltung der Dateien in Bibliotheken sowie die Hinzufügung von Lesezeichen ermöglicht: http://www.adobe.com/de/products/digitaleditions.

15.9    Bildbearbeitung und -verwaltung

Das Anlegen von Bildarchiven kann auch für den Althistoriker zu Präsentations- oder Forschungszwecken außerordentlich nützlich sein. Neben „echten“ Bildern wird es hier oft auch um das Scannen bzw. Abfotografieren von Illustrationen aus Büchern gehen. Insbesondere die Digitalfotografie eröffnet hier ganz neue Möglichkeiten, denn mit einer handelsüblichen Kamera lassen sich nun auch unter schlechten Lichtbedingungen – etwa im Lesesaal – brauchbare Resultate erzielen, die dann am PC entsprechend nachbearbeitet werden können. Grundsätzlich gilt, dass das Abfotografieren gegenüber dem Scannen einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil bietet, andererseits aber – sofern nicht mit einer wirklich professionellen Ausrüstung gearbeitet wird – auch vermehrte Fehlerquellen eröffnet. Hier ist vor allem an die unvermeidliche Linsenverzerrung zu denken, denn Digitalkameras sind aus technischen Gründen eigentlich viel anspruchsvoller hinsichtlich ihrer Optik als konventionelle Apparate. Tatsächlich werden aber im allgemeinen Pixelwahn oft eher mäßige Objektive verbaut. Im Bild resultieren daraus zwei Mängel: eine Linsenverzerrung, die aus realen Quadraten kissenförmige Objekte macht, und die Vignettierung, d. h. Verdunkelungen an den Bildrändern. Beide Effekte lassen sich jedoch glücklicherweise relativ einfach korrigieren. Ich beschränke mich auf zwei gute und kostengünstige Lösungen:

Zur Bildverbesserung bieten sich verschiedene Programme an. Für „normale“ Photos nicht unbedingt zu empfehlen, überall dort, wo es weniger auf Farbechtheit als auf Deutlichkeit und Kontrast ankommt, zu wahren Wunderdingen fähig ist der unscheinbare mit dem Microsoft Office 2003/2007 ausgelieferte Picture Manager. Besonders bei Schwarz-Weiß-Diagrammen und -zeichnungen, sowie bei Photos von Inschriften oder Papyri lassen sich schnell hilfreiche Ergebnisse erzielen. Der Picture Manager ist aufgrund der schnellen Ladezeiten auch als Bildbetrachter gut geeignet. Dies gilt ebenfalls für das Freeware-Programm Faststone Image Viewer, das außerdem Features wie verlustfreie Drehung von JPG-Dateien, verlustfreies Beschneiden, einen ausgereiften Vollbildmodus und eine hervorragende Bildschirmlupe bietet (http://www.faststone.org/FSViewerDetail.htm). Differenziertere Bearbeitungen sind freilich nicht möglich. Hier bietet sich das seit der Übernahme durch Google kostenlos erhältliche Picasa an, das auch eine brauchbare Bildverwaltung mit der Möglichkeit einer Verschlagwortung („Tagging“) bietet (http://picasa.google.com). Leider ist die letztgenannte Funktion nur unvollständig mit dem IPTC-Standard integriert. Dieser ermöglicht die Einbettung inhaltlicher Informationen (Schlagworte, Titel, Kommentare usw.) direkt in Graphikdateien (nützlich vor allem bei Transfer zwischen verschiedenen Rechnern oder Verwaltungssystemen). Sofern ein entsprechender IFilter installiert wurde, können diese Kommentare über den Windows-Indexdienst (2000/XP/Vista/7) durchsucht werden. Das momentane Nonplusultra in Sachen Bildbearbeitung und Bildverwaltung unterhalb des professionellen Bereichs stellt wohl die nicht ganz billige Software Adobe Photoshop Elements dar, die in vorbildlicher Weise Tagging und IPTC-Deskribierung zusammenführt. Professionelle Bildbearbeitungsfunktionen zum Nulltarif bietet auch das aus der Linux-Welt schon seit längerem bekannte GIMP (http://www.gimp.org und http://gimp-win.sourceforge.net), sowie zunehmend das sich schnell weiterentwickelnde Paint.NET (http://www.getpaint.net).

15.10    Karten

Oft wünscht man sich, zur Illustration eines Vortrages/Referates eigenes, angepasstes Kartenmaterial erstellen zu können. Mit Hilfe eines einfach zu bedienenden Programms ist dies auch möglich: dem Map Creator. Sie können den Kartenausschnitt wählen, die Anzeigeoptionen verändern (Anzeige von Höhenreliefs, Projektionsart, Anzeige von Staatsgrenzen, Binnengewässern usw.) und beliebige Orte aus einer Datenbank mit Geodaten in die Karte einzeichnen lassen. Selbstverständlich können auch Textelemente oder Routenpfeile manuell eingetragen werden. Der Map Creator ist unter http://www.primap.com in mehreren Versionen erhältlich. Die kostenlose Variante ist voll funktionsfähig und fügt den erstellten Karten lediglich ein Wasserzeichen hinzu.

15.11    Mailinglisten

Bei Engagement in Fachschaft bzw. universitärer Selbstverwaltung stellt sich immer wieder das Problem, umfangreiche Mailinglisten verwalten zu müssen. Die meisten E-Mail-Programme bieten zwar Gruppenfunktionen, die freilich wenig komfortabel und teilweise auch fehlerbehaftet sind. Hier schafft Spezialsoftware wie GroupMail Abhilfe (http://www.group-mail.com/asp/common/downloads.asp). Mit GroupMail lassen sich Adresslisten bequem verwalten und Mailings schnell, effizient und personalisiert ausführen. Die frei verfügbare Version genügt den Ansprüchen im akademischen Bereich in der Regel.

15.2    Downloadmanager

Das Herunterladen größerer Dateien – wie etwas des aktuellen ConcEyst-Datenbestandes Tituli.exe – kann eine frustrierende Angelegenheit werden, wenn die Verbindung langsam oder instabil ist. Der Internet Explorer ist (im Gegensatz zu Mozilla Firefox oder Opera) nicht in der Lage, einmal abgebrochene Downloads wieder aufzunehmen. Hier schaffen Downloadmanager Abhilfe. Eine gute Wahl ist beispielsweise Leechget (http://www.leechget.net/de), das in einer kostenlosen Version verfügbar ist.

15.13    Desktop-Suche

Wer kennt das nicht? Die Erinnerung, eine gewisse Datei einmal auf dem Rechner gehabt zu haben, schwindet nur langsam, das Objekt der Begierde lässt sich aber nicht finden. Hier setzen sogenannte Desktop-Suchmaschinen an, um die seit einiger Zeit geraumes Aufsehen entstanden ist. Im Grunde lieferten Windows 2000 und XP eine eigene Desktopsuche bereits mit, die sicher in vielem noch verbesserungsfähig war. Ein massiver Schwachpunkt war etwa die eingeschränkte Komplexität der möglichen Suchanfragen, sowie das Fehlen einer Dateivorschau. Demgegenüber konnte bereits der Windows-Indexdienst durch sogenannte IFilter dazu gebracht werden, zusätzliche Dateiformate zu „verstehen“ (z. B. die in JPG- oder TIFF-Dateien eingebetteten Metadaten, s. o.). Windows Vista integrierte von Haus aus die unten genannte Windows Desktop Search, die aber nur eine von mehreren Möglichkeiten zur Desktopsuche ist. Im Folgenden einige Kurzcharakterisierungen:

  1. Google Desktop: http://desktop.google.de
    Mit einer Sidebar und „personalisierten Diensten“ dringt Google weiter auf den Desktop vor. Seit Version 3 überträgt das Programm je nach Konfiguration auch persönliche Daten an Google-Server. Man sollte die Datenschutzerläuterungen bei der Installation genau lesen – wozu Google selbst auch deutlich auffordert.

  2. Windows Desktop Search: http://www.microsoft.com/windows/desktopsearch/de/default.mspx
    Ähnliches Konzept wie bei Google Desktop (Browserbasierung, Integration mit einem Websuchdienst). Vorteil: Kann die im System installierten IFilter nutzen. Nachteil: Die Vorschaufunktion ist langsam und ermöglicht kein direktes Anspringen der Suchergebnisse. Windows Vista bringt die Desktopsuche von Haus aus mit.

  1. Copernic Desktop Search: http://www.copernic.com/en/products/desktop-search/index.html
    Mit Abstand schnellstes, stabilstes und aufgeräumtestes Programm. Gute Vorschaufunktion. Bisher allerdings nur Unterstützung der häufigsten Dateiformate. Anders als bei Google bzw. Microsoft wird die Möglichkeit zur Programmierung entsprechender Plug-Ins bis jetzt kaum genutzt.

15.14    Sicherheit

Sicherheit am PC ist zwar kein spezifisch althistorisches Problem, aber auch der Althistoriker kann sich den Unbilden des Internet nicht entziehen. Absolute Sicherheit kann es – egal mit welchem Betriebssystem und welcher Software – nicht geben, wohl aber lassen sich die Risiken, die insbesondere mit einem Internetzugang verbunden sind, minimieren. Dazu tragen vier Schutzkomponenten bei:

  1. Unverzichtbar ist zunächst, das Betriebssystem, den Browser und das E-Mail-Programm stets auf dem neuesten Stand zu halten. Für Windows-Nutzer sollte der regelmäßige Besuch auf http://update.microsoft.com selbstverständlich sein. Bei Nutzern von Windows XP wird der Rechner im Rahmen des Update-Vorganges auch monatlich auf häufige Schadprogramme durchsucht und ggf. gesäubert. Nutzer von Windows 2000 können das entsprechende Tool manuell installieren (http://www.microsoft.com/germany/sicherheit/tools/malwareremove.mspx).
    Da Hacker aus Gründen der Arbeitsökonomie eher nach Löchern in Massen- als in Nischensoftware suchen, kann die Verwendung alternativer Browser (und natürlich Betriebssysteme, sofern die benutzten Anwendungsprogramme kompatibel sind) einen deutlichen Sicherheitsgewinn bringen. Auch zusätzliche Features locken hier bisweilen:

  • Mozilla Firefox: http://www.mozilla.com/firefox
    Mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Die Vorzüge sind vor allem schnelle Patches im Falle von Sicherheitslücken und die individuelle Anpassbarkeit durch eine schier endlose Zahl von Add-Ons.

  • Mozilla Thunderbird: http://www.mozilla.com/thunderbird
    Wie die Entwicklung der vergangenen Monate gezeigt hat, wäre es ein Irrglaube zu meinen, Mozilla-basierte Software würde keine Sicherheitslücken aufweisen. Auch hier empfiehlt sich eine regelmäßige Nutzung der seit Version 1.5 integrierten Update-Funktion.

  • Opera: http://www.opera.com
    Opera gilt gegenwärtig als sicherster Browser, der integrierte E-Mail-Client M5 ist aber in der Handhabung gewöhnungsbedürftig. Seit September 2005 nicht nur kostenlos, sondern auch werbefrei erhältlich.

  • Google Chrome: http://www.google.com/chrome
    Der Google-Browser setzte bei seinem Erscheinen in Sachen Geschwindigkeit Maßstäbe, doch hat die Konkurrenz schnell nachgezogen. Die Oberfläche ist sehr aufgeräumt und auf das Wesentliche konzentriert. Add-Ons werden zukünftig möglich sein.

  • Apple Safari: http://www.apple.com/de/safari
    Von der Renderinggeschwindigkeit her ist Safari der Konkurrenz überlegen – zumindest in den von Apple selbst durchgeführten Tests. Die mangelnde Erweiterbarkeit – z. B. durch einen Werbeblocker – sowie die langsame Korrektur von Sicherheitsproblemen schmälern leider die Attraktivität. Hinzu kommt eine Tendenz der Windows-Version zur Instabilität.

VORSICHT!! Browser wie Maxthon oder Avant stellen nur Erweiterungen des Internet Explorer dar, und bieten deshalb keine Sicherheitsvorteile. Man muss freilich zugeben, dass der Internet Explorer – insbesondere wenn er unter Windows Vista/7 betrieben wird – nicht mehr so problematisch ist wie in früheren Jahren.

  1. Einen Computer ohne Virenschutz zu betreiben, ist heute schlicht fahrlässig. Zudem stehen brauchbare, wenn auch nicht herausragende, Lösungen kostenfrei zur Verfügung – einen Überblick über die relative Leistungsfähigkeit der gängigsten Antivirenprogramme verschafft http://www.av-comparatives.org:

  • Antivir personal edition: http://www.free-av.com
    Das Programm glänzt mit hervorragender Erkennungsleistung. In der freien Version muss man freilich mit regelmäßigen Kaufaufforderungen und einer bisweilen niedrigen Updategeschwindigkeit leben.

  1. Neben Viren entwickelt sich zunehmend Spyware zu einer bedrohlichen Plage im WWW. Auch hier stehen kostenlose Lösungen bereit:

  • Spybot Search & Destroy: http://www.safer-networking.org
    Bietet neben der Suche nach Spyware auch Möglichkeiten zur präventiven Immunisierung des Systems. Tracking Cookies oder schädliche ActiveX-Applets und Downloads werden dann von vorneherein geblockt.

  • Spywareterminator: http://www.spywareterminator.com
    Antispyware-Tool, das auch HIPS- und Antivirusfunktionalität (durch Einbindung von ClamAV) bietet.

  • a-squared free: http://www.emsisoft.de/de/software/free
    Tool mit hoher Erkennungsrate, das jedoch viele false positives generiert. Die freie Version enthält nur den On Demand-Scanner.

  • Windows Defender: http://www.microsoft.com/windows/products/winfamily/defender/default.mspx
    Auch Microsoft hat die Zeichen der Zeit erkannt und vor einiger Zeit GIANT Software – einen Hersteller von Antispyware-Software – aufgekauft. Dieses Programm steht nun in überarbeiteter Form kostenlos zur Verfügung. Zu bemängeln ist neben einigen Inkompatibilitäten vor allem, dass Tracking Cookies überhaupt nicht als Spyware eingestuft werden. Andererseits bietet der Windows Defender einen guten speicherresidenten Schutz gegen verschiedene Spyware-Bedrohungen. In Windows Vista/7 ist die Software standardmäßig integriert.

  • Spywareblaster: http://www.javacoolsoftware.com/spywareblaster.html
    Blockiert schädliche Cookies und ActiveX-Applets durch Eintrag in die Blocklisten von Internet Explorer und Mozilla Firefox.

  1. Schließlich kann auch die Installation einer Softwarefirewall, die unberechtigte Zugriffe von außen blockiert und eine gewisse Kontrolle über die Netzzugriffe des eigenen Rechners gewährt, nicht schaden. Dass zumal Windows ohne Firewall heute kaum noch auskommt, hat Microsoft dazu veranlasst, mit dem SP 1/2 für Windows XP dem System eine Standardfirewall zu spendieren, die allerdings nur unaufgefordert eingehenden Netzwerkverkehr blockiert, nicht jedoch den ausgehenden kontrolliert. Für den Privatnutzer stehen zudem kostenfrei und mit erweitertem Funktionsumfang einige andere Lösungen zu Verfügung – einen Überblick über die relative Leistungsfähigkeit der einzelnen Programme verschafft http://www.matousec.com/projects/proactive-security-challenge:

Alle genannten Programme kontrollieren Netzzugriffe vom eigenen Rechner nach einem einfachen Prinzip: Immer wenn eine Applikation erstmals Netzzugang fordert, wird der Nutzer aufgefordert, über die entsprechende Berechtigung zu entscheiden. Sofern gewisse Grundkenntnisse vorhanden sind, kann somit eine gewisse Kontrolle ausgeübt werden, die es etwa Trojanern erschwert, aktiv zu werden.