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7.    Methodik der Quellenkritik

7.1    Eigenart der Alten Geschichte

Die Quellen bilden – wie ja schon der Name anzeigt – die Grundlage all unseres Wissens über die Vergangenheit. Da sich die Rekonstruktion von Vergangenheit durch den Historiker idealerweise nur auf zeitgenössische Zeugnisse stützen sollte, könnte man den Quellenbegriff im engsten Sinne auf eigentliche Überreste dieser Vergangenheit einschränken. Da jedoch diese sogenannten Primärquellen für die vormodernen Geschichtsepochen vielfach verloren sind, muss der Historiker auf Sekundärquellen zurückgreifen, d. h. möglichst zeitnahe Darstellungen, die jedoch auf den nicht mehr erhaltenen Primärquellen basieren. Seine Aufgabe besteht in diesem Fall zunächst in der quellenkritischen Dekonstruktion der allein vorliegenden Sekundärquellen, um aus ihnen ggf. die verlorenen Primärquellen zu erschließen, ihre Tendenz zu erkennen und ihre Glaubwürdigkeit zu ermitteln. Es gibt also keinen grundsätzlichen qualitativen Unterschied zwischen Sekundärquelle (~ „Primärliteratur“) und Sekundärliteratur; die Grenze verläuft vielmehr aufgrund rein pragmatischer Erfordernisse dort, wo eine historiographische Darstellung nicht mehr als Ersatz für heute verlorenes Primärmaterial herangezogen werden muss. Daraus folgt ein potentiell sehr weiter Quellenbegriff, der in der Alten Geschichte auch praktisch zur Anwendung kommt, da ihre charakteristische Eigenheit eine relative Armut an Quellen ist. Der Althistoriker muss daher im Bereich der literarischen Quellen auch die Werke der Dichter berücksichtigen, daneben aber auch eher dingliche Quellen wie Münzen, Denkmäler (oft mit Inschriften versehen), Bildwerke usw. Daraus resultiert ein ganzheitlicher Zugriff, wie er eigentlich für das Verständnis jeder geschichtlichen Epoche notwendig, aber aufgrund der Materialfülle selten zu bewältigen ist. Die Quellenarmut der Alten Geschichte ist daher zugleich Herausforderung und Chance.

Quellenbegriff

Aus dem Gesagten folgt, dass Alt- und Neuhistoriker unter „Quellen“ mitunter etwas ganz anderes verstehen. Quellen und Darstellungen bilden in der Alten Geschichte kein komplementäres Begriffspaar! Der althistorische Quellenbegriff steht dem literaturwissenschaftlich-philologischen vielfach näher als dem neuhistorischen. Machen Sie sich diese terminologischen Differenzen und ihre Ursachen bewusst, sonst kann die Begriffsverwirrung schnell zu inhaltlichen Missverständnissen und Fehleinschätzungen führen.

Eigentliche Quellenkunden und Einführungen in die Methodik der Alten Geschichte sind rar. Das ist umso bedauerlicher, als die Quellen der Alten Geschichte hinsichtlich Verschiedenheit, Erhaltungszustand und möglichen Interpretationsmethoden zweifellos besondere Anforderungen an den Historiker stellen.

Corvisier, Jean-Nicolas: Sources et méthodes en histoire ancienne (= Collection premier cycle), Paris 1997.
Dieses Buch kann fast vorbehaltlos empfohlen werden. Auf ca. 230 Seiten wird kompakt in die verschiedenen Quellengattungen eingeführt, wobei jeweils Überlieferungssituation, Interpretationsmethoden und Quellenwert behandelt werden. Hier bekommen Sie notwendiges Hintergrundwissen über die Erstellung einer kritischen Textausgabe für einen literarischen Text ebenso wie über Datierungsmethoden in der Archäologie von der Dendrochronologie bis zur Thermolumineszenzmethode. Nicht dass man das als Althistoriker alles selbst im Detail beherrschen müsste, aber das Wissen um Stärken und Schwächen (Fehlertoleranzen!) der verschiedenen Methoden ist essentiell für die verantwortliche Heranziehung von Forschungsergebnissen aus den Grund- und Schwesterwissenschaften!

Crawford, Michael (Hg.): Sources for ancient history (= The sources of history. Studies in the uses of historical evidence), Cambridge 1983.
Ebenfalls ein hervorragender Überblick über die Quellen der Alten Geschichte. Hier dennoch nur an zweiter Stelle genannt, weil die technischen Aspekte der einzelnen Hilfswissenschaften weitgehend ausgeklammert bleiben. Dafür wird die Aussagekraft aller Quellengattungen jeweils an vielen aussagekräftigen Beispielen veranschaulicht.

7.2    Kategorien von Quellen

Die Theorie hat sich immer wieder bemüht, die einzelnen Quellen in ein systematisches Schema zu ordnen. Denkbar sind folgende Kriterien:

(1) Schriftlichkeit:

  1. schriftlose Quellen, Dingquellen:

  1. schriftliche Quellen: Literatur, Inschriften, Münzen, Akten usw.

Die Unterscheidung in schriftlose und schriftliche Quellen wirkt auf den ersten Blick überzeugend, ist aber praktisch wenig hilfreich. Institutionen, Sprachen und Sitten der antiken Welt sind für uns nur über gegenständliche und schriftliche Quellen fassbar, von daher weniger Quelle als Untersuchungsgegenstand. Vor allem aber haben viele schriftliche Quellen einen ausgesprochenen Dingcharakter, z. B. Münzen und Inschriften, die ja niemals für sich stehen, sondern in den Kontext eines spezifischen Monumentes gehören. Es wäre geradezu fatal, hier den Text als „schriftliche Quelle“ für sich zu betrachten.

(2) Zeitstellung:

  1. Primärquellen/unmittelbare Überlieferung: alle Zeugnisse, die unmittelbar als Teil des historischen Prozesses selbst entstanden sind.
    Beispiele: Sachquellen, Inschriften, Briefe, Flugschriften, Reden.
    Bereits die Summe aller Primärquellen bildet die Vergangenheit nicht mehr lückenlos ab, da viele Bestandteile der Vergangenheit keinen Niederschlag in Objekten finden (Worte, Gesten!). Die Überlieferung und Bewahrung der Primärquellen ist darüber hinaus abhängig von zufälligen und gegenwartsbestimmten Faktoren (Naturkatastrophen, Brände, Archivwesen, Nutzen/Bedeutung eines Objektes für die Gegenwart als Kriterium für Bewahrung bzw. Vernichtung). Die Summe der Primärquellen liefert daher nur ein fragmenthaftes Bild der Vergangenheit. Aufgrund der allgemeinen Quellenarmut im Bereich der Alten Geschichte ergibt sich hier aus den uns noch erhaltenen Primärquellen ein äußerst lückenhaftes Bild, aus dem sich eine dynamische Verlaufsgeschichte kaum gewinnen ließe.
    VORSICHT!!! Keineswegs sind Primärquellen a priori zuverlässiger als Sekundärquellen, denn als Traditionsquellen können sie ausgesprochen tendenziösen Charakter haben (s. u.). So gibt z. B. das SC de Cn. Pisone patre im Vergleich mit dem Bericht des Tacitus eine andere, keineswegs aber eine objektivere Perspektive auf die Ereignisse um den Tod des Germanicus.

  2. Sekundärquellen/mittelbare Überlieferung: alle Zeugnisse, die aus einer gewissen Distanz heraus eine bestimmte Vergangenheit auf Grundlage von Erinnerungen/mündlicher Tradition und Primärquellen darzustellen versuchen.
    Beispiele: Geschichtsschreibung, Biographien.
    Sekundärquellen sind bereits Produkt eines vom historischen Prozess unterschiedenen Deutungsvorganges (Auswahl aus einer Fülle vorhandener Primärquellen!) und von daher ein Konstrukt. Ergebnis dieses Vorganges der Geschichts-Schreibung ist die „Geschichte“, die von der unwiederbringlich verlorenen Vergangenheit zu differenzieren ist, die nur noch fragmentarisch über die Primärquellen fassbar ist. Sekundärquellen sind von daher strukturell eigentlich dasselbe wie moderne Sekundärliteratur, Tacitus verhält sich als Deuter im Verhältnis zur dargestellten Vergangenheit der Zeit des Augustus nicht anders als etwa Ronald Syme. Wenn wir dennoch die literarische Überlieferung der Antike als Quellen benutzen und bezeichnen, so hat dies seinen Grund darin, dass viele z. B. dem Tacitus noch greifbare Primärquellen für uns nur noch in ihrer Verarbeitung im Werk dieses antiken Historikers greifbar sind. Aus dieser Sachlage folgt ein Spezifikum der Alten Geschichte: Mehr als in anderen historischen Teildisziplinen ist die Vergangenheit für den Althistoriker nur in der doppelten Brechung durch Primär- und Sekundärquellen fassbar. Die antiken Schriftsteller treten als Medien zwischen die Vergangenheit und die Gegenwart. Von daher ist die Alte Geschichte in der modernen Mediengesellschaft wieder sehr relevant, da sie gerade die kritische Dekonstruktion medialer Darstellungen als wesentliche Methode anwendet.

(3) Intentionalität/Reflexionsebene:

  1. Überreste, unwillkürliche Quellen: Texte oder Objekte, die von ihren Urhebern zunächst nur für die eigene Gegenwart bestimmt waren, deren Überlieferung und erinnerungsüberliefernde Funktion also nicht der Intention des Urhebers entspricht.
    Beispiele: Privatbriefe (nicht aber literarische bzw. offene Briefe!), Alltagsgegenstände (Müll!), Verwaltungsakten.

  2. Tradition, willkürliche Quellen: Texte oder Objekte, die von ihren Urhebern von vornherein als historische Überlieferungsträger bestimmt waren.
    Beispiele: Geschichtsschreibung, Autobiographien, Grabinschriften.

Die Unterscheidung zwischen Überrest und Tradition geht auf den großen Historiker Johann G. Droysen zurück und ist für die Beurteilung einer Quelle von hoher Bedeutung. Denn Traditionsquellen wollen per definitionem Erinnerung aktiv gestalten, die Gefahr von subjektiven Verzerrungen ist daher besonders groß. Freilich kann auch eine unwillkürlich überlieferte Quelle Sachverhalte falsch wiedergeben, um Eigeninteressen zu bedienen (z. B. in einer Gerichtsrede oder einem politischen Pamphlet). Schlicht falsch ist daher folgende Aussage in einer großen Online-Enzyklopädie: „Der Vorteil der Überreste für die Quellenkritik ist, dass sie nicht ein durch Absicht verfälschtes Bild liefern.“ Insbesondere ist auch zu beachten, dass Dokumente (z. B. Gesetze, Edikte) oft normativen Charakter haben, also nur beschreiben, wie ein Sachverhalt geregelt werden soll, aber keine Beschreibung der realen Verhältnisse geben.

VORSICHT!!! Viele Quellen können – je nach Fragestellung – Primär- und Sekundärquelle, Überrest und Tradition sein. Im Hinblick etwa auf die Herrschaft des Augustus ist die „Römische Geschichte“ des Cassius Dio Tradition, ebenso im Hinblick auf die eigene Lebenszeit. Im Rahmen einer Untersuchung über die politischen Wertmaßstäbe der römischen Reichsaristokratie zu Beginn des 3. Jh. aber hätte dasselbe Werk als Überrest zu gelten. Gleichzeitig ist Cassius Dio in Bezug auf die Herrschaft des Augustus Sekundärquelle, für die ebenfalls dargestellte selbst erlebte Zeitgeschichte der Severerzeit jedoch Primärquelle. Eine Münze ist einerseits Überrest, insofern sie etwa die Annahme eines Siegerbeinamens durch einen römischen Kaiser dokumentiert, und damit eine kriegerische Aktion chronologisch festlegt; andererseits ist dieselbe Münze aber auch Traditionsquelle, da sie die Einfügung dieser Kampfhandlung in die allgemeine historische Erinnerung als kaiserlicher Erfolg zu erreichen sucht – eine möglicherweise den Tatsachen diametral zuwider laufende Wertung. Doch gerade in solchen differenzierenden Erwägungen erweist sich die Intentionalität als ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung einer Quelle.

Aus den genannten Beispielen folgt eine wichtige Erkenntnis: Eine Quelle ist niemals aus sich selbst heraus einer bestimmten Quellenkategorie zugehörig und sie ist niemals an sich wertvoll oder wertlos, glaubwürdig oder unglaubwürdig. Derartige Aussagen können immer nur in Bezug auf definierte Fragestellungengetroffen werden.

7.3    Methode der Quellenkritik

Die Quellenkritik ist die grundlegende Methode historischen Arbeitens. Sie verfolgt die folgenden Ziele, wobei die einzelnen Arbeitsschritte miteinander verwoben sind:

  1. Sicherung der Quellengestalt: z. B. Herstellung eines gesicherten Textes aus zumeist mittelalterlichen Handschriften bzw. antiken Papyri oder Inschriften, Rekonstruktion eines archäologischen Denkmals.
    In der Regel wird sich der Althistoriker hier auf die Ergebnisse der jeweiligen Spezialdisziplinen verlassen müssen (Klassische Philologie, Papyrologie, Archäologie). Freilich sollte dies nicht zu kritikloser Gläubigkeit oder völliger Vernachlässigung führen. Die neuere Fachliteratur ist vielmehr unbedingt zur Kenntnis zu nehmen!

  2. Echtheitskritik: Viele Werke der antiken Literatur wurden unter falschen Autorennamen überliefert. Ein wichtiges Motiv dafür konnte die Inanspruchnahme der mit einem bestimmten Autor verbundenen Autorität sein. Für die historische Einordnung einer Quelle wie der im sallustianischen Corpus überlieferten Epistulae ad Caesarem senem ist es natürlich von großer Bedeutung, ob es sich hier tatsächlich um authentische Briefe des Caesar-Zeitgenossen Sallust oder um eine rhetorische Übung in sallustischem Stil aus dem 1. Jh. n. Chr. handelt. Bei archäologischen Artefakten liegt die Gefahr der Fälschung aus kommerziellen Gründen auf der Hand. Auch bei Inschriften ist übrigens an diese Möglichkeit zu denken, zumal viele Texte nur in notorisch unzuverlässigen Abschriften aus dem Mittelalter und der Renaissance überliefert sind.

  3. Einordnung der Quelle in ihren Kontext im Hinblick auf Autor und Inhalt: Die Einholung von Informationen über den Autor (Schaffenszeit, sozialer Stand, politische Verortung usw.), die Entstehungshintergründe der vorliegenden Quelle, ihre zeitgenössische Funktion, sowie die Abklärung von sachlichen Unklarheiten (Personen, Orte, Institutionen, termini technici) mit Hilfe der einschlägigen Lexika, Handbücher und Kommentare ermöglichen oft erst ein Verständnis der Quelle. Nicht vernachlässigt werden darf auch, isoliert zitierte Quellenpassagen in den Gesamtzusammenhang des Werkes einzuordnen, dem sie entnommen wurden.

  4. Historische Kritik: Überprüfung der Glaubwürdigkeit einer Quellenaussage nach den Kriterien der

  1. Inneren Kohärenz (Gibt es Widersprüche innerhalb der Quelle?)

  2. Äußeren Kohärenz (Gibt es Widersprüche zu anderen Quellen über denselben Untersuchungsgegenstand? Fügt sich die Quelle in ein durch andere Quellen vermitteltes Gesamtbild ein?)

  3. Überlieferungskontinuität (Kann der Autor der Quelle überhaupt über gesicherte Kenntnisse der von ihm dargestellten Ereignisse besessen haben? Lagen ihm Primärquellen oder zuverlässige Sekundärquellen vor?)

  4. Intentionalität (Welche Absichten lagen der Erstellung der Quelle zugrunde? Ist eine Tendenz zu erwarten?)
    Dazu ist bei literarischen Quellen zunächst eine philologische Interpretation zu leisten, die den Gedankengang des Textes herausarbeitet. Bei der Frage nach der Intentionalität einer bestimmten Quelle sind nicht nur die Motive des Autors/Auftraggebers, sondern auch die Erwartungshaltung und der Verständnishintergrund des anvisierten Publikums zu beachten.

  5. Topik/Genregebundenheit (Sind Aussagen der Quelle durch Genrekonventionen oder Allgemeinplätze/Klischees festgelegt?)

  6. Plausibilität (Ist die Darstellung der Quelle glaubhaft?)
    VORSICHT!!! Das Plausibilitätskriterium ist stark von subjektiven und zeitgebundenen Vorannahmen des Historikers abhängig. Es ist daher mit äußerster Vorsicht zu benutzen und gerade von Anfängern besser gänzlich zu meiden. Dennoch gibt es natürlich Angaben in den Quellen, die offensichtlich als unplausibel, weil übertrieben, zurückzuweisen sind. Dies trifft z. B. oftmals auf Zahlenangaben zu. Ansonsten sind Plausibilitätserwägungen, etwa bei Vorliegen widersprüchlicher Quellenaussagen, Teil der historischen Deutungsarbeit und somit von der – wenigstens idealerweise – nach streng objektiven Kriterien verlaufenden Quellenkritik zu scheiden.

Für die praktische Quellenarbeit ergibt sich daraus der universell anwendbare

Fragenkatalog der 5 Ws.

Diese Kontextualisierung ist nicht nur bei literarischen Texten zu leisten, sondern bei allen Quellen!

WER hat den Text verfasst/das Objekt in Auftrag gegeben, erzeugt, benutzt, deponiert?

Beispiele: Gehörte der Autor eines literarischen Textes dem Ritter- oder dem Senatorenstand an? War der Auftraggeber eines pompösen Grabmonumentes Senator oder Freigelassener des Kaisers?

WANN ist der Text/das Objekt entstanden?

Beispiele: Ist die Darstellung der Dakerkriege auf der Trajanssäule in Rom noch zu Lebzeiten Trajans selbst entstanden oder erst unter seinem Nachfolger Hadrian?

WO ist der Text/das Objekt entstanden/aufgefunden worden?

Beispiele: Ein attischer Krater wird in Südgallien aufgefunden, wie kommt er da hin? Arbeitet ein Historiker im Umkreis des Kaiserhofes oder in der Provinz?

WARUM ist der Text/das Objekt entstanden?

Beispiele: Handelt es sich bei einer Inschrift um eine Bau- oder eine Dedikationsinschrift? Hat der Autor eine Briefsammlung bewusst für eine Veröffentlichung gestaltet?

WIE ist der Text/das Objekt gestaltet?

Beispiele: Wie gliedert ein Autor seinen Stoff? Welche Fragen hat er an seine Primärquellen herangetragen? Augustus feiert die signa recepta ausgerechnet durch die Aufstellung eines Dreifußes vor dem Tempel des Apollo Palatinus, warum?

Anschauliche Beispielinterpretationen literarischer und epigraphischer Quellen finden Sie bei

  1. Meister, Klaus: Die Interpretation historischer Quellen. Schwerpunkt: Antike. Band 1: Griechenland, Paderborn 1997.

  2. Ders.: Die Interpretation historischer Quellen. Schwerpunkt: Antike. Band 2: Rom, Paderborn 1999.

7.4    Quellengattungen

Die im Folgenden genannten Quellengattungen sind für den Althistoriker von besonderer Bedeutung. Die Bearbeitung jeder Quellengattung erfordert Spezialkenntnisse, die zur Ausbildung eigener Wissenschaftsdisziplinen geführt haben:

  1. Literarische Quellen (Klassische Philologie: Latinistik und Gräzistik mit Paläographie und Kodikologie, Papyrologie):
    Historiographische Darstellungen, Biographien, Epen, Gedichte, Briefe usw.

  2. Dokumente/Urkunden (Papyrologie, Epigraphik):
    Papyri, Holztafeln, Bronzetafeln, Graffiti, Inschriften usw.

  3. Münzen/Medaillen (Numismatik)

  4. Archäologische Funde/Dingwelt der Vergangenheit (Klassische bzw. Provinzialrömische Archäologie, Mykenologie, Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie):
    Bauten, Alltagsgegenstände, Schmuck usw.

  5. Geographische Quellen (Historische Geographie, Paläobotanik, Paläozoologie):
    Geländeformen, Bewuchs, Tierwelt usw.