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9.    Numismatik

9.1    Gegenstand und Einführungen

Der Begriff „Numismatik“ leitet sich ab von griechisch νμισμα (nómisma, „Münze“). Dennoch ist Numismatik mehr als Münzkunde; auch Medaillen und tesserae (Marken) werden von ihr behandelt. Allgemein ließe sich Numismatik also definieren als diejenige Wissenschaft, die sich mit normierten Metallstücken beschäftigt, die einem Guss- oder zumeist Prägevorgang unterworfen wurden.

Münze und Geld sind keine austauschbaren Begriffe. Es gibt Geldformen, die keine Münze sind, und nicht jede Münze hat zwangsläufig die Funktion „Geld“. Gerade die ersten nachweisbaren Münzen aus der 2. Hälfte des 7. Jh. v. Chr. bestehen aus Elektron, einer natürlich vorkommenden Mischung aus Gold und Silber, und sind daher in ihrem Material- und damit Tauschwert schwer zu bestimmen. Als Zahlungsmittel waren sie deshalb schlecht geeignet. Die bereits in der Antike vorgetragene, rationalistische Erklärung des Aufkommens der Geldwirtschaft als Folge ökonomischer Notwendigkeiten (transportables Tauschmittel für Händler) greift also möglicherweise zu kurz. Ob antike Münzen Wert- oder Kreditgeld darstellten, ist ebenfalls nicht völlig zu klären. Spätestens zu Zeiten von Münzverschlechterungen mussten die Münzen zumindest gegenüber dem Staat zu ihrem Nennwert, nicht ihrem Materialwert in Zahlung genommen werden. Man sieht also, dass schon grundlegende numismatische Fragestellungen sehr schnell auch in Kernbereiche der Wirtschaftsgeschichte führen.

Aber auch für die politische Geschichte sind Münzen außerordentlich wichtige Quellen. Gegenüber anderen althistorischen Quellen haben sie drei entscheidende Vorteile:

  1. Die Münzemissionen der Antike sind uns aufgrund der großen Zahl ursprünglich hergestellter Einzelexemplare fast vollständig dokumentiert. Keine Gattung von Primärquellen ist uns also so vollständig erhalten wie die Münzen.

  2. Münzen sind oftmals durch die Nennung des Münzherren relativ gut datierbar. Gleichwohl ist die chronologische Einordnung vieler Münztypen nur durch Kombination mit aus anderen Quellengattungen gewonnenen Informationen möglich, denn eine genaue Angabe des Prägejahres ist auf antiken Emissionen selten und wurde erst in der Neuzeit üblich.

  3. Münzen sind Primärquellen und aufgrund ihrer exklusiven Herstellung in offiziellen Münzstätten von großer Authentizität. Dies trifft selbst auf Inschriften nicht oft zu, da diese oft nur eine vom Begünstigten bezahlte und initiierte Abschrift des eigentlichen, offiziellen Dokumentes darstellen (z. B. bei Kaiserbriefen).

Münzen können daher Auskunft geben über

Im Folgenden kann keine Einführung in den Gesamtbereich der Numismatik gegeben werden. Einen kompakten Überblick über die Entwicklung der Münzprägung in Griechenland und Rom, jedoch keine Einführung in die Methoden der Numismatik bieten:

  1. Crawford, Michael: Numismatics, in: Crawford, Michael (Hg.): Sources for ancient history (= The sources of history. Studies in the uses of historical evidence), Cambridge 1983, S. 185-233.
    Erläutert den Wert von Münzen als Quelle für den Althistoriker.

  2. Nesselrath, Heinz-Günther (Hg.): Einleitung in die griechische Philologie (= Einleitung in die Altertumswissenschaft), Stuttgart 1997, S. 694-707.

  3. Graf, Fritz (Hg.): Einleitung in die lateinische Philologie (= Einleitung in die Altertumswissenschaft), Stuttgart u. a. 1997, S. 670-696.

  4. Rebuffat, François: La monnaie dans l’antiquité (= Antiquité / Synthèses. 5), Paris 1996.

  5. Panvini Rosati, Francesco (Hg.): La moneta greca e romana (= Storia della moneta. 1), Rom 2000.
    Knapper, gut illustrierter Überblick über die antike Münzprägung. Als Bildband zum „Einschauen“ gut geeignet.

Auch im Internet stehen einige empfehlenswerte Abrisse zur Verfügung, die auf Fachbegriffe und Methoden der Numismatik eingehen:

  1. Sear, David R.: Eight hundred years of Roman coinage: http://www.chicagocoinclub.org/projects/PiN/rc.html.
    In Sammlerkreisen rangieren die von Sear betreuten Handbücher gleich nach der Bibel. Ein kompetenter Überblick über das römische Münzwesen mit etlichen Abbildungen.

  2. Smith, Douglas: Describing Ancient Coins: http://dougsmith.ancients.info/voc.html.
    Einführung in Münzwesen und numismatische Fachbegriffe mit hervorragenden Illustrationen. Überhaupt ist http://dougsmith.ancients.info eine schier unerschöpfliche numismatische Fundgrube, bis hin zu Anleitungen für das professionelle Photographieren von Münzen mit einer Digitalkamera.

  3. Introduction to Roman Coins: http://numismatics.org/html/dpubs/romangeneral.
    Einführung der American Numismatic Society mit exzellenten Abbildungen.

  4. Bearers of Meaning: http://www.lawrence.edu/dept/art/buerger/index.html.
    Präsentation der Sammlung Ottilia Buerger an der Lawrence University. Dem Katalog gehen umfangreiche Einführungsartikel zum antiken Münzwesen voraus. Besonders hilfreich ist die Verlinkung zwischen diesen Artikeln und den Katalogstücken. Unbedingt anschauen!

  5. Introduction to numismatic terms and methods: http://numismatics.org/html/dpubs/termsandmethods.
    Begleitlektüre zu den Seminaren der American Numismatic Society. Macht in exzerpthafter Kürze mit den wichtigsten Fachbegriffen vertraut.

Eine intelligente Einführung in aktuelle Forschungstendenzen und die Möglichkeiten, Münzen als Quelle für den Historiker nutzbar zu machen, gibt:

Howgego, Christopher J.: Ancient history from coins (= Approaching the ancient world), London/New York 1995.
Mit starker geldgeschichtlicher Schwerpunktsetzung. Mittlerweile auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Geld in der antiken Welt“ erhältlich (2. bibliogr. aktual. Aufl. 2011).

Etwas konkreter und für den Einstieg vielleicht leichter verdaulich behandelt dieses Terrain:

Casey, Patrick J.: Understanding ancient coins. An introduction for archaeologists and historians, London 1986.

Am konkreten Beispiel führt Grant, Michael: Roman history from coins. Some uses of the imperial coinage to the historian, Cambridge 1954 die Unverzichtbarkeit der Quellengattung vor.

Für eine intensivere Beschäftigung unerlässlich ist jedoch die Auseinandersetzung mit den klassischen Einführungen in die Numismatik des Altertums:

  1. Radnoti-Alföldi, Maria: Antike Numismatik. [2 Bde.] (= Kulturgeschichte der antiken Welt. 2-3), Mainz 1978.
    Band 2 ist vollständig einer Auswahlbibliographie gewidmet.

  2. Göbl, Robert: Antike Numismatik. [2 Bde.], München 1978.

  3. Göbl, Robert: Numismatik. Grundriß und wissenschaftliches System, München 1987.
    Beschränkt sich nicht auf die antike Numismatik, bringt aber auf engstem Raum alle technischen Einzelheiten numismatischer Begrifflichkeit und Methodik. Für Eilige empfohlen.

  4. Christ, Karl: Antike Numismatik. Einführung und Bibliographie, Darmstadt 1991 (3. Aufl.).
    Klassische, aber etwas trockene Einführung (keine Illustrationen!).

Einen Überblick über die Teilbereiche der antiken Numismatik verschaffen die folgenden Publikationen:

  1. Moesta, Hasso/Franke, Peter R.: Antike Metallurgie und Münzprägung. Ein Beitrag zur Technikgeschichte, Basel u. a. 1995.
    Bei allen Fragen zu technischen Aspekten der antiken Münzprägung (Prägevorgang, Vor- und Nachteile einzelner Metalllegierungen) eine gute Anlaufstelle.

  2. Franke, Peter R./Hirmer, Max: Die griechische Münze, München 1972 (2. Aufl.).
    Dieser und der folgende Band bestechen v. a. durch die ausgezeichneten Photographien Max Hirmers. Diese sind mit anderem Begleittext von Colin M. Kraay auch in einer englischen Monographie publiziert: Greek coins, London 1966.

  3. Kent, John P. C./Overbeck, Bernhard/Stylow, Armin U./Hirmer, Max: Die römische Münze, München 1973.

  4. Jenkins, Gilbert K.: Ancient Greek coins (= The world of numismatics. 1), London 1972.

  5. Sutherland, Carol H. V.: Roman coins (= The world of numismatics. 2), London 1974.

  6. Jenkins, Gilbert K.: Ancient Greek coins (= Coins in history), London 1990.
    Überarbeitete Ausgabe des 1972 in der Reihe „The world of numismatics“ erschienenen Werkes.

  7. Kraay, Colin M.: Archaic and classical Greek coins (= The library of numismatics), London 1976.

  8. Crawford, Michael: Coinage and money under the Roman republic. Italy and the mediterranean economy (= The library of numismatics), London 1985.

  9. Carson, Robert A. G.: Coins of the Roman empire (= The library of numismatics), London 1990.

  10. Grierson, Philip: Byzantine coins (= The library of numismatics), London 1982.

  11. Mørkholm, Otto: Early Hellenistic coinage from the accession of Alexander to the peace of Apamea (336-188 B. C.), Cambridge 1991.

  12. Nicolet-Pierre, Hélène: Numismatique grecque (= Collection U: Histoire), Paris 2002.

  13. Burnett, Andrew: Coinage in the Roman world, London 1987.
    Einführung mit besonderem Augenmerk auf den wirtschaftsgeschichtlichen Implikationen der römischen Münzprägung.

  14. Beier, Manfred: Das Münzwesen des römischen Reiches, Regenstauf 2002.
    Der Autor schreibt als nicht-professioneller Numismatiker für eine breitere Öffentlichkeit – Vorwissen wird daher kaum vorausgesetzt. Die Anhänge bieten nützliche chronologische Listen, Abkürzungsverzeichnisse usw.

  15. Grant, Michael: Roman imperial money, Edinburgh 1954.

Neuere numismatische Fachliteratur kann über die allgemeinen bibliographischen Datenbanken APh, Gnomon und Dyabola erschlossen werden. Sehr nützlich sind aber auch die altertumswissenschaftlich relevanten Rubriken des seit 1947 erscheinenden Bulletins Numismatic Literature (NumLit), das auch viele Abstracts bietet. Die neuesten Bände sind unter http://www.numismatics.org/Numlit/Numlit konsultierbar. Ferner ist die Reihe A survey of numismatic research zu erwähnen, in der in Fünfjahreszyklen seit 1967 jeweils die neueste Literatur referiert wird.

Als äußerst nützliche lexikalische Hilfsmittel stehen für die praktische Arbeit zur Verfügung:

  1. Melville-Jones, John R.: A dictionary of ancient Greek coins, London 1986.

  2. Leschhorn, Wolfgang/Franke, Peter R.: Lexikon der Aufschriften auf griechischen Münzen (Lexicon of Greek Coin Inscriptions). Bd. 1: Geographische Begriffe, Götter und Heroen, mythische Gestalten, Persönlichkeiten, Titel und Beinamen, Agonistik, staatsrechtliche und prägerechtliche Formeln, bemerkenswerte Wörter (= Denkschriften der philsosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 304), Wien 2002.

  3. Melville-Jones, John R.: A dictionary of ancient Roman coins, London 1990.
    Das Lexikon erklärt nicht nur Fachbegriffe der Numismatik, sondern auch Realien, die in Münzabbildungen bzw. -legenden auftreten. Es ersetzt damit:

  4. Stevenson, Seth W.: A dictionary of Roman coins, republican and imperial, London 1889.

Im Rahmen des Schweizer Antiquit@s-Projektes steht unter http://elearning.unifr.ch/antiquitas/modules.php?id_module=17 eine von Christian Raschle entwickelte interaktive Trainingseinheit zum Bestimmen römischer Münzen zur Verfügung.

Münzen entstehen in der Antike meist durch Prägung (Ausnahme: frühes römisches aes grave), und zwar dergestalt, dass der erwärmte Schrötling zwischen Unter- und Oberstempel gelegt, und dann durch Hammerschlag der eigentliche Prägevorgang durchgeführt wird. Der Unterstempel fungiert dabei als Matrize für die Vorderseite (Avers/Obvers), der Oberstempel als Matrize für die Rückseite (Revers). Da der Oberstempel die ganze Wucht des Aufschlages zu tragen hat, verschleißt er in der Regel früher als der im Amboss geborgene Unterstempel. Daraus folgt, dass Unterstempel länger in Gebrauch waren als Oberstempel, und sich daher aus den verschiedenen Stempelkombinationen eine relative Chronologie innerhalb einer Münzserie erarbeiten lässt.

Liegt eine Münze vor, muss diese zunächst bestimmt werden. Dazu sind folgende Angaben notwendig:

Nun kann geprüft werden, ob der vorliegende Typ in den großen Münzpublikationen bereits erfasst ist. Für den Fachnumismatiker können darüber hinaus noch andere Merkmale der Münze, wie z. B. die Achsabweichung zwischen Avers und Revers, von Interesse sein.

9.2    Preise

Oft werden Dozenten von ihren Studenten mit der Frage konfrontiert, „wie viel das eigentlich sei“, ein bestimmter Münzbetrag. Gewünscht wird dann in der Regel eine Angabe in Euro. In älteren Abhandlungen finden sich auch tatsächlich Umrechnungen antiker Geldwerte in Pfund oder Reichsmark. Zu Zeiten der Edelmetalldeckung dieser Währungen konnte man tatsächlich formal den Materialwert umrechnen, wobei das freilich nur auf den ersten Blick zu aussagekräftigen Ergebnissen führt: Um eine Umrechnung zu ermöglichen, muss man sich an den Preis bestimmter Güter bzw. Dienstleistungen halten, z. B. Gold. Selbst der Goldpreis (von anderen Gütern ganz zu schweigen) ist aber keine Konstante, sondern selbst wiederum Schwankungen unterworfen, bedingt durch unterschiedliches Angebot und die jeweilige Nachfrage, heute aber auch durch den von verschiedensten Faktoren (Zinspolitik, wirtschaftliche Tendenzen, Spekulation) abhängigen Wert einer bestimmten Währung. Ähnliches gilt für Arbeitslöhne. Je nach betrachtetem Gut kommt man daher bei der Umrechnung zu ganz unterschiedlichen Euro-Äquivalenten! Es liegt auch auf der Hand, dass sich der relative Wert bestimmter Güter im wirtschaftlichen Gesamtsystem seit der Antike durch die Änderung der Rahmenbedingungen (Produktionsmethoden, Transportmittel usw.) grundlegend geändert hat. Unter den Bedingungen der Antike war zudem mit starken lokalen Preisschwankungen zu rechnen, da das Angebot stark schwanken konnte (Missernten!) und der Transport teuer war. In vielen Fällen ist es daher schwierig bis unmöglich, selbst die vorhandenen Quellen in einen vernünftigen Kontext zu setzen. Gerade bei papyrologischen Quellen stellt sich zudem das Problem, dass zwar viele Preise genannt werden, die zugehörigen Maßeinheiten aber nicht genau bekannt sind. Man kann also wenig mehr tun als durch exemplarische Heranziehung antiker Preisangaben einen Eindruck vom relativen Wert einer genannten Geldsumme zu geben. Dazu bieten sich als Referenzwerte beispielsweise an:

Ausführlich dazu:

  1. Melville-Jones, John R.: Testimonia numaria. Greek and Latin texts concerning ancient Greek coinage. Volume I: texts and translations, London 1993.

  2. Löhne und Preise in der griechischen Antike: http://nomisma.geschichte.uni-bremen.de.
    Datenbank mit Preis- und Wertangaben, ursprünglich hervorgegangen aus einer Lochkartensammlung Siegfried Lauffers, dann von einer Bremer Projektgruppe fortgeführt. Sehr nützlich!

  3. Antike Kriegskosten: http://www.uni-erfurt.de/kriegskosten.
    Datenbank mit Angaben zu Kosten im Zusammenhang mit Kriegführung in der Antike. Hinzu kommen Literatursammlungen zum Thema.

  4. Szaivert, Wolfgang/Wolters, Reinhard: Löhne, Preise, Werte. Quellen zur römischen Geldwirtschaft, Darmstadt 2005.
    Leider behandelt der Band nur literarische Quellen, lässt also gerade die große Masse des papyrologischen Materials beiseite (dazu den folgenden Titel). Auch juristische Texte finden keine Berücksichtigung (vgl. dazu die kritische Rezension im Forum Historiae Iuris, positiver die GFA-Rezension). Ein Stellenregister ist jetzt in Form einer Excel-Datei unter http://www.univie.ac.at/Numismatik/downloads/autoren_zitate.xls verfügbar. Hier kommen Sie zur H-Soz-u-Kult-Rezension.

  5. Drexhage, Hans-Joachim: Preise, Mieten, Pachten, Kosten und Löhne im römischen Ägypten bis zum Regierungsantritt Diokletians (= Vorarbeiten zu einer Wirtschaftsgeschichte des römischen Ägypten. 1), St. Katharinen 1991.

Eine Zusammenstellung von Lohn- und Preisangaben in literarischen Quellen der Kaiserzeit bietet im Internet Walter Scheidel unter http://www.stanford.edu/~scheidel/NumKey.htm. Einen guten Einstieg in die Thematik vermittelt http://imperiumromanum.com/wirtschaft/ wert/wert_index.htm.

9.3    Corpora

Für die praktische Arbeit und den Nachweis einzelner Stücke im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten sind die großen Münzkataloge von fundamentaler Bedeutung. Während im Bereich der griechischen Numismatik die Publikation v. a. gegliedert nach Sammlungszusammenhängen erfolgt, gibt es in der römischen Numismatik Versuche einer vollständigen Erfassung aller Münztypen in entsprechenden Corpora. In wissenschaftlichen Arbeiten sollten Münzen falls möglich (Neufunde!) stets nach diesen Standardsammlungen zitiert werden, die in jeder besseren Bibliothek vorhanden sind. Dies sollte eine selbstverständliche Dienstleistung gegenüber ihren Lesern sein, die selten Zeit und Lust haben, Verweise auf obskure Aufsätze oder Auswahlsammlungen zu überprüfen:

  1. Greek Coins in the British Museum (BMC oder BMCG)
    Aufgrund des Fehlens eines Gesamtcorpus oft als Standardreferenz herangezogen. Ein Teil der Bildtafeln steht unter http://www.snible.org/coins/bmc online. Folgende Bände können komplett im Internet eingesehen werden:

  1. Sylloge Nummorum Graecorum (SNG)
    Gliederung nach Ländern und Sammlungen. Eine digitalisierte Version ist im Internet unter http://www.sylloge-nummorum-graecorum.org im Aufbau. Eine detaillierte Suchmaske ermöglicht den Zugriff auf derzeit bereits ca. 25 000 Einträge. Der dem Gliederungsprinzip der SNG inhärente Nachteil eines fehlenden Gesamtindex wird durch die neue Datenbank überwunden, und aus der Summe der Sammlungspublikationen kann ein echtes Corpus erwachsen.

  2. Roman Republican Coinage (RRC)
    Standardwerk zur Münzprägung der römischen Republik von Michael Crawford. Mit ausführlichen Kommentaren.

  3. The Roman Imperial Coinage (RIC)
    Corpus zur Münzprägung der römischen Kaiserzeit. Die beiden ersten Bände sind in der völlig neu bearbeiteten zweiten Auflage zu benutzen!

  4. Roman Provincial Coinage (RPC)
    Befasst sich ebenfalls mit Münzen der Kaiserzeit, jedoch nicht mit der Reichsprägung, sondern den Emissionen auf städtischer Ebene. Das Material des in Vorbereitung befindlichen Bandes IV zur Antoninenzeit ist im Internet unter http://rpc.ashmus.ox.ac.uk konsultierbar. Ein Supplement zu den erschienenen Bänden I und II ist ausschließlich in elektronischer Form unter http://www.uv.es/~ripolles/rpc_s2 verfügbar.

  5. Coins of the Roman Republic/Empire in the British Museum (BMCRR/BMCRE)
    Das British Museum verfügt über eine der weltweit umfangreichsten Münzsammlungen. Obwohl es sich hier „nur“ um Sammlungskataloge handelt, haben BMCRR und BMCRE daher annähernd Corpusqualitäten. Mit Kommentierung.

  6. Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland (FMRD)

9.4    Datenbanken

Immer wichtiger werden elektronische Sammlungen. Diese haben den Vorzug, dass zu geringen Kosten Bilder der Münzen in hoher Qualität zur Verfügung gestellt werden können. Auch die Suche nach bestimmten Kriterien ist hier natürlich wesentlich erleichtert.

  1. Numismatische Bilddatenbank Eichstätt (NBE): http://www.nbeonline.de.
    Die NBE glänzt durch hervorragende Suchmöglichkeiten und exzellente Qualität des Bildmaterials. Seit dem Update 2006 entspricht die Oberfläche derjenigen der Gnomon-Datenbank. Kooperationen mit großen Auktionshäusern ermöglichen die Aufnahme von äußerst wertvollem Material. Die NBE bietet daher eine ganz einzigartige virtuelle Sammlung.

  2. CoinArchives: http://www.coinarchives.com.
    Bietet wie die NBE exzellentes Bildmaterial aus den Katalogen führender Auktionshäuser, nebst detaillierten numismatischen Beschreibungen und Preisangaben für alle Interessierten. Seit 2009 ist der frei durchsuchbare Datenbestand stark eingeschränkt, aber immer noch umfangreich genug, um Coinarchives zu einer vielversprechenden Anlaufstelle zu machen.

  3. Ancient Coin Search Engine: http://www.acsearch.info.
    Ähnliches Prinzip wie Coinarchives, allerdings mit modernerer Aufmachung. Bis jetzt völlig frei zugänglich.

  4. Interaktiver Katalog des Münzkabinetts der Staatlichen Museen Berlin: http://www.smb.museum/ikmk/index.php.
    Vorbildliche digitale Aufbereitung einer großen Münzsammlung für das Internet. Alle Münzen werden numismatisch fachgerecht erschlossen.

  5. Münzsammlung des Seminares für Alte Geschichte an der Universität Freiburg: http://freimore.ruf.uni-freiburg.de/muenzen/index.html.
    Bisher sind nur die Münzen der römischen Republik und der Kaiserzeit bis Septimius Severus erfasst. Da es sich um eine universitäre Studiensammlung handelt, sind die einzelnen Stücke vielfach von durchschnittlicher bis minderer Qualität, was den Erhaltungszustand angeht. Die eingestellten Bilder sind durchweg von hoher Qualität.

  6. WildWinds: http://www.wildwinds.com/coins/index.html.
    Zusammenstellung von Bildmaterial aus verschiedenen Händler- und Auktionskatalogen. Photographien von unterschiedlicher Qualität.

  7. Virtual Catalog of Roman Coins (VCRC): http://vcrc.austincollege.edu.

  8. Forum Ancient Coins: http://www.forumancientcoins.com.
    Kommerzieller Händlerkatalog mit zum Teil sehr guten Photographien.

  9. Roman Provincial Coins in the Collection of the American Numismatic Society: http://www.numismatics.org/dpubs/rpcans/indeximages.html.

  10. Parthia.com: http://www.parthia.com.
    Website zur Geschichte des Partherreiches. Enthält eine ausführliche Rubrik zu parthischen Münzen und römischen Münzen mit Bezug zur Partherpolitik.

  11. Magna Graecia Coins: http://www.magnagraecia.nl.
    Hervorragende Website zur Münzprägung der griechischen Städte Unteritaliens und Siziliens.