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Hauptseminar "Der historische Jesus"


Dozent(in): PD Dr. Kay Ehling
Termin: Donnerstag, 10.00-11.30 Uhr
Gebäude/Raum: Raum 2127
Modulsignatur: BacG01, Nr. 2, BacG01, Nr. 3, BacG06, Nr. 2, BacG06, Nr. 3, GyG 01 – FW, Nr. 2, GyG 01 – FW, Nr. 3, GsHsRsG 01 – FW, Nr. 2 , GsHsRsG 01 – FW, Nr. 3, WBG11, Nr. 1

Anmeldung: online über StudIP vom 20.7.09 – 2.8.09

Teilnahmevoraussetzungen: keine

Im Rahmen eines Zyklus: nein

Inhalt:

Die große Resonanz, die das 2007 erschienene Jesusbuch Benedikts XVI. in der Öffentlichkeit gefunden hat, zeigt, dass es wohl keine andere Gestalt der Antike gibt, von der so viele Menschen etwas wissen und die im allgemeinen (westlichen) Bewusstsein so präsent ist wie Jesus. Um zu verstehen, warum das Buch des Papstes von der historisch-exegetischen Forschung aber auch kritisch aufgenommen wurde (vgl. etwa M. Ebner/R. Hoppe/Th. Schmeller, Der „historische Jesus“ aus der Sicht Joseph Ratzingers. Rückfragen von Neutestamentlern zum päpstlichen Jesusbuch, Biblica 52, 2008 S. 64−81), ist es notwendig, den Blick auf den historischen Jesus zu richten und zu fragen: Wer war Jesus eigentlich?

Jesus (Jeschua) wurde zwischen 7 und 4 v. Chr. in Nazaret als ältester Sohn von Joseph und Maria (Mirjam) geboren. Er hatte mehrere Brüder und Schwestern (Mk 6, 3), erlernte als Bauhandwerker den Beruf seines Vaters (Mt 15, 55), arbeitete aller Wahrscheinlichkeit nach auf den Großbaustellen der galiläischen Residenzstädte Sepphoris und Tiberias und besuchte die Synagoge seiner Heimatstadt. Als Johannes der Täufer im Jahr 28 bei Jericho in der Tradition eines alttestamentlichen Propheten zu predigen begann, zog Jesus an den Jordan ließ sich taufen und hatte ein Bekehrungserlebnis. Noch vor der Festnahme des Johannes durch den Landesherren von Galiläa und Peräa Herodes Antipas (4 v. Chr.−39 n. Chr.) löste sich Jesus aus dem Kreis des Täufers (Joh 1, 35 ff.). Mit einer Gruppe von Schülern und Schülerinnen führte er als Lehrer (rabbi, wörtl. „mein Gebieter“) und Wunderheiler an den Ufern des Sees Gennesaret ein Leben auf Wanderschaft und verkündete das Evangelium („Freudenbotschaft“) von der nahen „Königsherrschaft Gottes“ (basileia tou theou: Mk 1, 14 f.). Wohl in dem festen Glauben, dass der Anbruch dieses Gottesreiches unmittelbar bevorstünde, zogen er und seine Anhänger zum Passahfest nach Jerusalem. Die römischen Behörden unter dem praefectus Iudaeae Pontius Pilatus (26−36 n. Chr.) aber sahen in Jesus einen Zelotenkönig, der die römische Herrschaft über Judäa in Frage stellte und verurteilten ihn deshalb am Freitag, den 7. April 30, zum Tode. Im Seminar wird es darum gehen, die politischen, sozialen und religiösen Verhältnisse in Judäa im Zeitalter Jesu zu untersuchen und vor diesem Hintergrund die Botschaft Jesu zu beleuchten.

Einführende Lektüre:

Die besten Bücher zum historischen Jesus sind: M. Ebner, Jesus. Was wir von ihm wissen können, Stuttgart 2007; J. Gnilka, Jesus von Nazaret. Botschaft und Geschichte, Freiburg/Wien/Basel 2007 (6. Auflage); G. Theißen – A. Merz, Der historische Jesus. Ein Lehrbuch, Göttingen 20013.

Anforderungen für Scheinerwerb/Leistungspunkte:

Regelmäßige Teilnahme und hohe Arbeitsbereitschaft, Referat/Hausarbeit

Sprechstunde: vor der Veranstaltung


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: Hauptstudium
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Alte Geschichte
Nummer der Lehrveranstaltung: 0
Beginn der Lehrveranstaltung: 22.10.2009
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: HS - Hauptseminar
Semester: WS 2009/10