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Hauptseminar "Krise und Kritik der athenischen Demokratie"


Dozent(in): G. Weber
Termin: Mo. 14-16 Uhr
Gebäude/Raum: 2129

Inhalt:

Der Weg Athens zur Demokratie hat in den vergangenen Jahren eine intensive Forschungstätigkeit erfahren. Dabei wird leicht vergessen, dass die Athener, vor allem die Elite der Stadt, keineswegs einhellig mit dieser Staatsform sympathisierten. In diesem Zusammenhang sind die beiden oligarchischen Umstürze von 411/10 und 404-401 bedeutsam, da sie – freilich unter verschiedenen Vorzeichen – Vorbehalte und Gegenargumente zumindest für kurze Zeit umzusetzen versuchten. Im Seminar sollen diese beiden Episoden der athenischen Geschichte in ihrer unterschiedlichen Überlieferung (Thukydides, Xenophon, attische Redner, Aristoteles) analysiert werden. Ausgangspunkt wird ein oligarchisches Pamphlet sein – im übrigen die älteste erhaltene Prosaschrift in der griechischen Literatur –, in dem ein unbekannter Oligarch während des Peloponnesischen Krieges erstmals Position gegen die Demokratie bezog: Zu fragen ist hier vor allem, welche Elemente aus diesem Gedankenkreis tatsächlich in die politische Praxis umgesetzt wurden. 

Bitte beachten: Aufgrund eines Forschungsfreisemesters wird im SS 2005 voraussichtlich kein Hauptseminar in Alter Geschichte angeboten!

Literatur:
G.A. Lehmann, Oligarchische Herrschaft im klassischen Athen. Zu den Krisen und Katastrophen der attischen Demokratie im 5. und 4. Jahrhundert vor Chr. (1997); H. Heftner, Oligarchen, Mesoi, Autokraten. Bemerkungen zur antidemokratischen Bewegung des späten 5. Jh. v. Chr. in Athen, in: Chiron 33 (2003), 1-41.
Anforderungen für einen qualifizierten Scheinerwerb:
Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit, Hausaufgaben, Referat/Hausarbeit.
Teilnahmevoraussetzungen:
Griechischkenntnisse sind hilfreich, aber keine Bedingung zur Teilnahme