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Forschungsprofil Prof. Dr. Gregor Weber

 

Forschungsschwerpunkte

 

Aktuelle Projekte

 

1. Kulturgeschichtliche Studien zu Artemidors Oneirokritikon

Artemidors Oneirokritikon stellt das einzige aus der Antike erhaltene Traumdeutungsbuch dar; es stammt aus der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n.Chr. Der Autor hat darin nicht nur über 3000 Deutungen zu Träumen vorgelegt, sondern nach eigenen Aussagen auch alle bis dahin geäußerten wesentlichen Überlegungen zur Traumtheorie verarbeitet. Während letztere in den seit etlichen Jahren wieder neu voran getriebenen Forschungen zu Träumen in der Antike verschiedentlich bearbeitet wurden, harrt die reichhaltige Symbolwelt noch der Auswertung. Zwar sind etliche Ausgaben (A.-J. Festugière 1974; R.J. White 1975) und Übersetzungen (K. Brackertz 1979; F.S. Krauss/G. Löwe 1991) mit kommentierenden Anmerkungen vorgelegt worden, doch fehlt bis heute ein richtiger Kommentar. Dieser wird zusammen mit einer neuen Textausgabe von der ‚Groupe Artémidore‘ an der Universität Montpellier für die Collection Budé in drei Bänden (voraussichtlich 2020) vorbereitet. Flankierend dazu wird an der Universität Augsburg durch Einzelstudien und Tagungen das reichhaltige, kulturgeschichtlich verwertbare Material für sozialgeschichtliche Fragestellungen gewinnbringend erschlossen.

 

2. Antike Monarchie. Hellenistisches Königtum und römischer Prinzipat

Angezielt ist ein struktureller Vergleich zwischen ‚der’ hellenistischen und der römischen Monarchie der frühen Kaiserzeit. Er betrifft zum einen die je spezifischen Eigenarten, aber auch das Erbe, das der römischen Tradition, Kultur und Geschichte während der Zeit der Republik und dann zugespitzt am Beginn des Prinzipates zugefallen ist. Da sich die Herrschaft eines Königs bzw. Princeps aber nie in einem Agieren erschöpft, das auf die Durchsetzung von Befehlen zielt, sondern hier wichtige Rückkopplungen im Sinne von Eingehen auf Bedürfnisse der Beherrschten, Reaktionen auf Akte der Loyalität etc. bestehen, lassen sich hier exemplarische Differenzierungen nach Provinzen/Regionen unter Berücksichtigung von deren spezifischen Eigenheiten anbringen, etwa auf der Ebene des Herrscherkultes. Von Interesse sind hierbei die Formen der Veralltäglichung, dazu die breite Palette an Vorstellungen und Maßnahmen zur Sicherung von Herrschaft (z.B. Höfe) sowie die Verargumentierung von Legitimation mit Blick auf unterschiedliche Zielgruppen.

Eine forschungsorientierte Monographie befindet sich kurz vor dem Abschluss.

 

3. Befestigungsanlagen in Thessalien in hellenistischer Zeit

Die große thessalische Ebene im Norden Griechenlands, südlich des Olymp und des antiken Makedonien gelegen, stellt die größte zusammenhängende Anbaufläche des Landes dar. Sie wird im Osten von der Ägäis und im Westen vom Pindosgebirge begrenzt, während im Süden etliche kleine Siedlungskammern an Aitolien, die Doris und Phokis anschließen. Es handelt sich um eine alte Kulturlandschaft, die nicht nur in der antiken Mythologie eine prominente Rolle spielt, sondern auch bereits in mykenischer Zeit mit Dimini/Iolkos über ein respektables Machtzentrum verfügte. Bekannt ist die Landschaft auch aufgrund der Unterdrückung der indigenen Bevölkerung, der Penesten, durch eine adlige Schicht in den Poleis, aufgrund der Pferdezucht und der mit ihr verbundenen magischen Kräfte thessalischer Hexen. Wird in den literarischen Quellen die Region kaum eigens gewürdigt, so liegt inzwischen eine reichhaltige epigraphische und archäologische Überlieferung vor, um die sich griechische und französische Wissenschaftler, etwa Bruno Helly, verdient gemacht haben, vor allem für die archaische und klassische Zeit. Allerdings existiert jenseits der Monographie von Stählin (1924) kaum ein umfassender Forschungsstand für den Hellenismus – für Thessalien eine ungemein spannende Epoche, war die Region doch Schauplatz zahlreicher Auseinandersetzungen zwischen Makedonien, den griechischen Bundesstaaten und Rom. In dieser Zeit lassen sich geradezu flächendeckend erhebliche urbanistische und fortifikatorische Veränderungen beobachten, die es zu erfassen und zu deuten gilt.

Impressionen

 

4. Erfassung und Bestimmung der Münzsammlung des Augsburger Lehrstuhls für Alte Geschichte

Der Augsburger Lehrstuhl für Alte Geschichte verfügt über eine Lehr- und Studiensammlung griechischer, römischer und jüdischer Münzen. Sie konnte Dank der großzügigen finanziellen Hilfe von Augsburger Bankinstituten und namhafter Spenden von privater Seite im Jahre 1978 eingerichtet und seither beträchtlich erweitert werden.

Die beiden letzten Spenden, ein Sammelfund von römischen Kleinmünzen des 3. Jahrhunderts n.Chr. und 263 griechische, römische und byzantinische Münzen, wurden im Jahre 1988 in zwei Ausstellungen an der Universität Augsburg und in der Zweigstelle Universitätsviertel der Stadtsparkasse Augsburg gezeigt. Mehrere Ausstellungen haben die Sammlung während der letzten Jahre auch in verschiedenen Städten Bayerisch-Schwabens bekannt gemacht.

Derzeit wird die Münzsammlung in einer Datenbank mit FAUST 5 Professional erfasst: Zu jeder Münze werden verschiedene Informationen abrufbar sein – die prägenden Personen & Prägestätten, die Vorder- und Rückseitenlegenden, die Datierung, das Nominal, die Münzstätte und die Nummer in den einschlägigen Bestimmungswerken. Auf diese Weise werden die Verfügbarkeit und der gezielte Einsatz in Lehrveranstaltungen erheblich verbessert. Außerdem können Dank der technischen Ausstattung der Fotostelle der Universitätsbibliothek qualitätvolle Fotos hergestellt und in die Datenbank eingebunden werden. Langfristig wird die Datenbank im Internet für die Recherche zur Verfügung stehen.

 

5. Dreams of Antiquity. Bibliographische online-Datenbank zu Träumen und Visionen in der Antike

Die online-Datenbank „Dreams of Antiquity“ verfolgt das Ziel, Literatur – nicht selten von entlegener Stelle – zu einem komplexen und vielschichtigen Thema für die weitere wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung zu stellen: Träume und Visionen in der griechisch-römischen Antike. Erfaßt ist das Spektrum an Studien zu literarischen Texten, angefangen von Traumbüchern wie dem des Artemidoros von Daldis bis zu Historikerfragmenten, ebenso zu Inschriften, Papyri sowie zu Darstellungen von Träumen und Visionen auf verschiedensten Bildträgern. Aufgenommen sind außerdem Titel, die sich auf das Material aus anderen Kulturen (Islam, China etc.) beziehen und sich z.B. für den Vergleich bei historisch-anthropologischen Fragestellungen eignen. Gleiches gilt für Studien zu Träumen in der Renaissance und Frühen Neuzeit, außerdem zur modernen Traumforschung. Eine gezielte Recherche wird ermöglicht durch eine Deskribierung der Titel mit einem Thesaurus, bei der z.B. antike Autoren mit Spezifika zu Träumen und Visionen (Alptraum; Auftragstraum; Herrschertraum, -vision; Himmelserscheinung; Inkubation; Jenseitsreise; Orakeltraum; Tagesrest; Traumdeuter; Traumterminologie; Traumtheorie; Wachvision) kombiniert werden können. Ein regelmäßiges Update erfolgt zwei Mal im Jahr.

Link: http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/dreams/index.html

 

6. Gnomon. Online & Bibliographische Datenbank (zusammen mit Jürgen Malitz / Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

Die Projektbeschreibung und weitere Informationen befinden sich hier

Link: http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/Gnomon/Gnomon.html