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Das Fach "Alte Geschichte" als Teil der traditionellen Einteilung der historischen Disziplinen befasst sich mit der griechischen und römischen Geschichte; dazu gehören auch diejenigen Völker und Kulturen, die mit Griechen und Römern in Kontakt traten, z. B. in Ägypten, Babylon und Germanien. Im Unterschied zur Archäologie konzentriert sich die Alte Geschichte auf die schriftlichen Zeugnisse, wozu nicht nur die Werke der antiken Literatur gehören, sondern auch Inschriften, Papyri und Münzen, die es in ihrem Aussagewert zu erschließen gilt.

Der geographische Rahmen der Alten Geschichte reicht von Spanien (den "Säulen des Herakles") bis zum Fuß des Himalaya-Gebirges im heutigen Pakistan (dem Ort der Umkehr Alexanders des Großen auf seinem Zug nach Osten), von Skandinavien im Norden (das der griechische Entdecker Pytheas beschrieben hat) bis zu den Nomaden der Sahara (die den römischen Eroberern hartnäckigen Widerstand leisteten) und dem Königreich Meroë im heutigen Sudan. Der zeitliche Rahmen der Alten Geschichte beginnt mit den Kulturen Kretas und Mykenes im 2. Jahrtausend v. Chr., vor allem aber im 8. Jh. v. Chr. mit der Erfindung der Schrift in Griechenland und der Entstehung der frühesten Literatur (Homer, Hesiod). Die Epoche der Alten Geschichte endet mit den Umbrüchen der Spätantike und der Völkerwanderung im 6.-7. Jh. n. Chr., manifestiert vor allem durch den Übergang zum Mittelalter und das Aufkommen des Islam.

Die Alte Geschichte befasst sich mit Kulturen, die unser europäisches Erbe in den verschiedensten Bereichen wesentlich geprägt haben, etwa in der politischen Geschichte, der Ideengeschichte und der Kulturgeschichte im weitesten Sinne. Die Kenntnis dieser Zusammenhänge schärft den Blick für das Verstehen von Kontinuitäten und Brüchen, generell für Entwicklungen; eine große Zahl heutiger Problemlagen, etwa der Umgang mit Fremden oder die Stabilität politischer Systeme, weist antike Vorläufer auf und kann trotz ihrer Andersartigkeit (Alterität) durch den Vergleich zu Lösungen beitragen. Dies betrifft in besonderem Maße die Kulturen rund um das Mittelmeer.

Die angebotenen Lehrveranstaltungen vermitteln das Fach in der gebotenen Breite. In Vorlesungen wird versucht, im Laufe mehrerer Semester einen Überblick von der frühen griechischen Geschichte bis zur Spätantike zu geben und außerdem Themen der Wirtschafts-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte zu behandeln. In den Proseminaren wird anhand von geeigneten Themen eine Einführung in das Fach und das wissenschaftliche Arbeiten gegeben, in Hauptseminaren und Übungen besteht dann Gelegenheit zu Beschäftigung mit spezielleren Fragestellungen. Hierbei werden auch die sog. Hilfswissenschaften angemessen berücksichtigt. In interdisziplinären Lehrveranstaltungen ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte, z. B. zu Themen aus der Archäologie, Klassischen Philologie, Geographie, Theologie, Literaturwissenschaft und Psychologie. Exkursionen sowohl zu Museen im Inland und zu aktuellen Sonderausstellungen als auch zu historischen Stätten (z. B. Limes, Italien, Provence, Griechenland, Türkei) runden das Veranstaltungsprogramm ab.

Mittlerweile haben verschiedene Datenbanken und Internetangebote auch in den Altertumswissenschaften Fuß gefasst. Der versierte Umgang mit diesen elektronischen Textcorpora, bibliographischen Systemen und Arbeitsanleitungen gehört mit zu den Fertigkeiten, die vermittelt werden.

Althistoriker arbeiten heute u. a. an der Schule, in der Erwachsenenbildung, als Reiseleiter, in Museen und Archiven, Bibliotheken, in Forschung und Wissenschaftsverwaltung, in den Medien sowie als Schriftsteller und Freiberufler. Entsprechende Praktika während des Studiums werden vermittelt.