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Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben (SBS) / Die Kartierung


 


Die Datenerfassung

Am Computer
Alle Aufnahmeprotokolle, also alle lautschriftlichen Belege und die dazu notierten Kommentare der Gewährspersonen und der Explorator(inn)en, wurden zunächst von studentischen Hilfskräften in den Computer eingegeben.
Da die bei der Transkription verwendete Lautschrift nicht computerlesbar ist, mußten die Belege in einer kodierten Form eingetippt werden.
So wird z. B. die lautschriftliche Transkription Lautschrift e in E2.+- umgesetzt.

Das Satzprogramm TeuTeX ermöglicht dann wiederum eine Rückverwandlung der kodierten in die ursprünglich verwendete Lautschrift.


Die Symbolisierung

Für die Bearbeitung der im Computer eingegebenen Daten wurden für den SBS spezielle Computerprogramme erstellt. Mit Hilfe des Softwarepakets Augustaplot können nun sogenannte Symbolkarten hergestellt und nachträglich bearbeitet werden.
Die Darstellung sprachlicher Daten auf Symbolkarten bedeutet, daß an einem Ort jeweils ein Symbol den Originalbeleg repräsentiert.
Zur Verfügung steht ein System von ca. 8.000 Symbolen, die eine sowohl differenzierte als auch optisch befriedigende Darstellung ermöglichen.
Desweiteren kann jedes einzelne Symbol mit verschiedenen Zusatzzeichen (darüber, darunter, davor und danach) kombiniert werden, was die Variationsmöglichkeiten in die Millionen steigert.

Das Ziel eines Kartenmachers ist es zunächst, die geographischen Unterschiede, die beim Thema der Karte vorhanden sind, durch eine sinnvolle Symbolvergabe möglichst klar herauszuarbeiten. Dabei hilft die Faustregel: Das, was am häufigsten vorkommt wird mit einem wenig auftragenden Symbol (z. B. mit einem Strich) bezeichnet, was seltener auftritt, mit einem auffälligeren Flächensymbol (z. B. mit einem schwarz gefüllten Quadrat). Außerdem sollte die Verwandtschaft von Formen durch Ähnlichkeit der Symoble ausgedrückt werden.



Die Karten

Die am SBS zunächst erstellten Karten (Arbeitskarten) haben DIN A4 Format und sind schwarz-weiß. Eingezeichnet sind die Ortssiglen und die wichtigsten Flüße (s. die Beispielkarten). Diese Karten können mit Hilfe des Programms Augustaplot beliebig oft bearbeitet werden. Auch eine komplette Umsymbolisierung ist ohne großen Zeitaufwand möglich.

Die Karten, die schließlich im gedruckten Band erscheinen (Bandkarten), haben dagegen DIN A3 Format und sind zweifarbig, d.h. die Ortsiglen und Flüsse sind blau, die Symbole schwarz bzw. bei Schraffur grau (eine Beispielkarte kann hier aus technischen Gründen leider nicht abgebildet werde). Auf diesen Karten ebenfalls gekennzeichnet sind die verschiedenen Gebiete der Explorator(inn)en, die Bezirksgrenzen sowie die Orte, die 1871 überwiegend protestantisch waren.

Es gibt drei verschiedene Arten von Karten, und zwar Lautkarten, Formenkarten und Wortkarten (s. dazu auch den Publikationsplan und die Beispielkarten).

Zu jeder Karte im Band wird eine ausführliche Legende mitgegeben, in der jedes Symbol mit Beispiellautungen erklärt wird.
Im Kommentar zu den Karten finden sich schließlich weitere Hinweise zum Kartenthema und zu den dort dargestellten Phänomenen, die zu einem besseren Verständnis der Karte beitragen sollen. Bei den Laut- und Formenkarten wird dort ebenfalls aufgelistet, an welchem Ort zu einem Beleg Anmerkungen der Gewährspersonen oder Explorator(inn)en vorliegen.
Bei den Wortkarten erübrigt sich diese Auflistung, da bei der Publikation sogenannte Beleglisten mitgegeben werden, d.h. das gesamte Material (inklusive der Anmerkungen) aller Orte zu einer Frage. Diese Listen können, als uninterpretierte Materialbasis, die Grundlage für weitere Forschungen bilden.
Die zu den Karten gehörenden Legenden, Kommentare und Beleglisten müssen aufgrund der verwendeten Lautschrift Teuthonista, die nicht computerlesbar ist, in einem Texteditor getippt werden. Erst durch das Satzprogramm TeuTex erscheinen die Texte dann schließlich in der druckfertigen Form.

Beispielkarten:

Die hier abgebildten Karten sind vereinfachte Arbeitskarten. Aus technischen Gründen mußten Karten mit nur wenigen unterschiedlichen Typen (= Symbolen) ausgewählt werden, da sonst auf den stark komprimierten Karten nichts zu erkennen gewesen wäre. Die kleine, stark komprimierte Karte soll zunächst einen Überblick liefern, auf der großen Karte können die einzelnen Ortssiglen und Flüsse abgelesen werden. Wenn an einem Ort kein Symbol steht, konnte dort kein Beleg erhoben werden.

Karte aus Bd. 5, Lautgeographie III (Langvokale/Diphthonge)
Mhd. œ in "böse"

Karte aus Bd. 9.1, Formengeographie II: Nomen I
Auslaut bei "Hose"

Karte aus Bd. 2, Wortgeographie I
"(hart) arbeiten"