Die Dissertation Struktur und Muster in Sprachvariation und Sprachwandel nimmt ihren Ausgangspunkt im DFG-Projekt „Neue Dialektometrie mit Methoden der stochastischen Bildanalyse“, in dessen Rahmen Methoden entwickelt werden, um die räumliche Verteilung und Ausbreitung sprachlicher Variation mittels mathematischer Verfahren erfassen zu können.
Unter Rückgriff auf diese Methoden sollen die synchronen und diachronen Muster, die dieser Variation zu Grunde liegen, weiterführend analysiert und dargestellt werden. Sie werden hierzu exemplarisch auf Material des SBS (Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben) und des AdA (Atlas zur deutschen Alltagssprache) angewandt; der Schwerpunkt liegt dabei auf den phonetischen Karten und ihren Relationen zu den anderen Phänomenbereichen (Lexik, Morphologie) des SBS.
In einem weiteren Schritt werden Zusammenhänge zwischen dieser geographischen Sprachvariation und außerlinguistischen Raum- und Verteilungsmodellen (wie z.B. kulturellen Phänomenen, physikalischen, biologischen und mathematischen Wachstumsprozessen, Rauschen, nichtlinearer Dynamik etc.) quantitativ untersucht. Dabei sollen auch Impulse zu einer variationslinguistischen Fehlertheorie präsentiert werden, die es erlaubt, Störgrößen aufzuspüren und damit Aussagen über die Qualität der Daten und Verfahren treffen zu können.