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Sprache und Diskriminierung


Sprache und Diskriminierung: Germanistische und europäische Perspektiven

Projektstart: 01.01.2007
Projektträger: Universität Augsburg
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. P. Maitz Prof. Dr. W. König
Beteiligte Wissenschaftler / Kooperationen: Prof. Dr. S. Elspaß (Universität Salzburg)

Zusammenfassung

Menschen können nicht nur aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihres Geschlechts, sondern durchaus auch aufgrund ihrer Sprache bzw. Sprach-varietät sozial benachteiligt werden. Liegt eine solche Benachteiligung vor, so haben wir es mit sprachlicher Diskriminierung zu tun. Ob bzw. inwieweit es in einer Gesellschaft zu sprachlicher Diskriminierung kommt und welche Sprechergruppen (z. B. Ausländer, Sprecher bestimmter regionaler Varietäten, Menschen mit "Sprachfehlern" etc.) in welchem Maße davon betroffen sind, ist vor allem von denjenigen sprachlichen Ideologien abhängig, die innerhalb der Gesellschaft verbreitet sind. Im Zentrum des Projekts stehen daher die sprachlichen Ideologien, die den Umgang mit sprachlicher Variation bzw. mit sprachlicher Vielfalt in den deutschsprachigen Ländern prägen. Diese sollen durch die kritische, qualitative Analyse von (a) öffentlichen, laienlinguistischen und (b) professionellen Metasprachdiskursen (journalistische Texte, Sprachratgeber, Stillehren, Lehrwerke, Lehrpläne) systematisch erfasst werden.

Beschreibung

Sprache und Diskriminierung – germanistische und europäische
Perspektiven

Im Mittelpunkt steht die Frage, welche sprachlichen Ideologien das größte Diskriminierungspotential in sich bergen bzw. wann und wie es aufgrund dieser Ideologien zu faktischer Diskriminierung kommt. Die Hintergründe und die Formen sprachlicher Diskriminierung in den deutschsprachigen Ländern sollen nicht nur mit anderen Sprachkulturen verglichen, sondern auch mit den deklarierten sprachenpolitischen Zielen und Richtlinien der EU sowie der betroffenen Länder selbst konfrontiert werden, um durch das Aufzeigen bestehender Diskrepanzen zugleich zum reflektierten und verantwortungs-vollen sprachenpolitischen und didaktischen Handeln beitragen zu können.

Radiointerview mit Prof. Maitz in der Sendung "Habe die Ehre!" des BR (19.01.2017)
Beitrag in der Sendung Quer des BR
(24.11.2016)
Artikel im OVB Rosenheim (04.11.2016)
Artikel im FOCUS
(21.10.2016)
Artikel in der Süddeutschen Zeitung
(20.10.2016) (.pdf)
Interview der AZ mit Prof. Maitz
(28.10.2016)


Einschlägige Veröffentlichungen:

Elspaß, Stephan – Maitz, Péter (Hrsg.) (2011): Sprache und Diskriminierung. Seelze: Friedrich Verlag (= Der Deutschunterricht 63.6).

Maitz, Péter (2015): Sprachvariation, sprachliche Ideologien und Schule. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik (Stuttgart) 82.2, 206-227. (.pdf)

Maitz, Péter – Foldenauer, Monika (2015): Sprachliche Ideologien im Schulbuch. In: Kiesendahl, Jana – Ott, Christine (Hrsg.): Linguistik und Schulbuchforschung. Gegenstände – Methoden – Perspektiven. Göttingen: V&R unipress (Eckert; 137), 217–234. (.pdf)

Maitz, Péter (2014): Kann – soll – darf die Linguistik der Öffentlichkeit geben, was die Öffent­lichkeit will? In: Niehr, Thomas (Hrsg.): Sprachwissenschaft und Sprachkritik. Perspektiven ihrer Vermittlung. Bremen: Hempen, 9-26. (.pdf)

Maitz, Péter – Elspaß, Stephan (2013): Zur Ideologie des ’Gesprochenen Standarddeutsch’ In: Klein, Wolf Peter – Hagemann, Jörg – Staffeldt, Sven (Hrsg.): Pragmatischer Standard. Tübingen: Stauffenburg, 35–48. (.pdf)

Elspaß, Stephan – Maitz, Péter (2012): New Language Norm Authorities in Germany: Ideological Roots and Social Consequences. In: Busse, Ulrich – Schneider, Ralf – Schröder, Anne (eds.): Codification, Canons, and Curricula: Prescription and Description in Language and Literature. Bielefeld: Aisthesis (Bielefeld English and American Studies; 4) , 171–184. (.pdf)

Maitz, Péter – Elspaß, Stephan (2012): Pluralismus oder Assimilation? Zum Umgang mit Norm und arealer Sprachvariation in Deutschland und anderswo. In: Günthner, Susanne – Imo, Wolfgang – Meer, Dorothee – Schneider, Jan Georg (Hrsg.): Kommunikation und Öffentlichkeit. Sprachwissenschaftliche Potenziale zwischen Empirie und Norm. Berlin & Boston: de Gruyter (Reihe Germanistische Linguistik; 296), 43–60. (.pdf)

Maitz, Péter – Elspaß, Stephan (2011): „Dialektfreies Sprechen – leicht gemacht!“ Sprachliche Diskriminierung von deutschen Muttersprachlern in Deutschland. In: Elspaß, Stephan – Maitz, Péter (Hrsg.): Sprache und Diskriminierung. Seelze: Friedrich Verlag (= Der Deutschunterricht 63.6), 7–17. (.pdf)

Elspaß, Stephan – Maitz, Péter (2011): Sprache und Diskriminierung. Einführung in das Themenheft. In: Elspaß, Stephan – Maitz, Péter (Hrsg.): Sprache und Diskriminierung. Seelze: Friedrich Verlag (= Der Deutschunterricht 63.6), 2–6. (.pdf)

Maitz, Péter – Elspaß, Stephan (2011): Zur sozialen und sprachpolitischen Verantwortung der Variationslinguistik. In: Glaser, Elvira – Schmidt, Jürgen Erich – Frey, Natascha (Hrsg.): Dynamik des Dialekts – Wandel und Variation. Akten des 3. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD). Stuttgart: Steiner (ZDL Beihefte; 144), 221–240. (.pdf)

Maitz, Péter (2010): Sprachpflege als Mythenwerkstatt und Diskriminierungspraktik. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur (Bremen) 6.1, 1–19. (.pdf)

Maitz, Péter – Elspaß, Stephan (2009): Sprache, Sprachwissenschaft und soziale Verantwortung – wi(e)der Sick. In: Informationen Deutsch als Fremdsprache (München) 36.1, 53–75. (.pdf)

Maitz, Péter – Elspaß, Stephan (2007): Warum der „Zwiebelfisch“ nicht in den Deutschunterricht gehört. In: Informationen Deutsch als Fremdsprache (München) 34.5, 515–526. (.pdf)