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Die Sprachgeschichte von Bayerisch-Schwaben auf neuer Basis

Die diatopisch orientierte Rekonstruktion


Kurzbeschreibung des Promotionsvorhabens

Ziel der Promotion ist es, eine neue Methode zur Erforschung von Regionalsprachgeschichte zu erarbeiten und anzuwenden: die diatopisch orientierte Rekonstruktion. Denn anhand der diatopisch verteilten unterschiedlichen Realisationsformen eines Phonems / Morphems / Lexems ist es möglich, abzuschätzen, in welcher Abfolge sich die sprachverändernden Prozesse ereignet haben müssen, die dazu führten, dass die Dialektsprecher einer bestimmten Region heutzutage so und nicht anders sprechen.

Als Untersuchungsgebiet dient Bayerisch-Schwaben, ein Raum zwischen Iller und Lech, den Alpen und dem Ries. Die Datengrundlage bilden die heute gesprochenen Dialekte, wie sie im Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben (mit ca. 2400 systematisch erfassten Karten) dokumentiert sind. Zunächst soll eine relative Chronologie der in der Region vorhandenen phonologischen und morphologischen Prozesse herausgearbeitet werden, die dann in einem zweiten Schritt durch mündlichkeitsnahe Verschriftungen, wie z.B. Ortsnamen, datiert wird.

Auf diese Weise können auch solche Sprachprozesse zeitlich eingeordnet werden, die in der schriftlichen Überlieferung aus den unterschiedlichsten Gründen nur schwer zu fassen sind, obwohl sie auf die Sprechsprache einen gewaltigen Einfluss haben, wie z.B. die Vokaldehnung.